SANAA: Nach Anführer Abdel Malik al-Huthi galt Generalstabschef al-Ghamari als ranghöchste Figur. Jetzt bestätigt die Miliz seinen Tod und ernennt unmittelbar einen Nachfolger.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat den Tod ihres Generalstabschefs bestätigt. Mohammed Abdel Karim al-Ghamari sei «im Dienst» und zusammen mit mehreren Begleitern sowie seinem Sohn getötet worden, teilte die Miliz mit. Al-Ghamari war einer der ranghöchsten Anführer der Huthi und galt als Nummer Zwei nach Anführer Abdel Malik al-Huthi.
Die israelische Armee bestätigte gleichfalls den Tod des Militärkommandanten. Al-Ghamari sei infolge eines israelischen Luftangriffs auf die Huthi-Führung im Jemen am 28. August dieses Jahres «eliminiert» worden, teilte die Armee in ihrem Telegram-Kanal mit.
Bei dem Angriff waren der Ministerpräsident der Huthi-geführten Regierung, Ahmed al-Rahaui, sowie auch neun Minister und zwei weitere Huthi-Vertreter getötet worden. Über das Schicksal al-Ghamaris war zum damaligen Zeitpunkt nichts bekannt.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sagte der «Times of Israel» zum Tod al-Ghamaris. «Er stößt nun in den Tiefen der Hölle zu seinen Freunden, den eliminierten Mitgliedern der Achse des Bösen.» Katz spielte damit auf die politischen Führer und hohen Militärs an, die Israel im Iran, im Jemen und aus den Reihen der libanesischen Hisbollah getötet hat.
Die Huthi äußerten sich nicht zum konkreten Todeszeitpunkt von al-Ghamari. Sie erklärten lediglich, er sei «während der Luftangriffe über zwei Jahre» seit Beginn des Gaza-Kriegs getötet worden. Berichte über seine Tötung hatten die Huthi zuvor als falsch zurückgewiesen. Als Nachfolger wurde Jussef Hassan al-Madani ernannt.
Israel griff Ziele im Norden an
Aus örtlichen Quellen im Jemen hieß es, Israel habe über Nacht Ziele in der nördlichen Provinz Saada angegriffen, die an Saudi-Arabien grenzt. Die Provinz ist eine Hochburg der Miliz, die seit zehn Jahren den Nordjemen samt der Hauptstadt Sanaa kontrolliert.
Die Huthi-Miliz hatte nach Beginn des Gaza-Kriegs vor zwei Jahren begonnen, Ziele in Israel und vor allem Handelsschiffe mit mutmaßlichem Bezug zu Israel anzugreifen. Teils wurden Schiffe dabei stark beschädigt, in Brand gesetzt oder versenkt. Israel und die USA wiederum griffen seit Mitte vergangenen Jahres mehrfach Ziele im Jemen an, wobei es Dutzende Todesopfer gab.