Hilfsorganisationen fordern Fortsetzung der UN-Syrien-Hilfe

Grafik: DER FARANG
Grafik: DER FARANG

BEIRUT: Hilfsorganisationen und Menschenrechtler fordern vom US-Sicherheitsrat, die grenzüberschreitende Hilfe für notleidende Menschen in Syrien zu verlängern. Werde diese Lebensader abgeschnitten, verschlechtere sich die Lage für Millionen Menschen drastisch, warnte die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Dienstag. «Dies wird zu vermeidbaren Todesfällen führen.»

Hintergrund ist eine seit 2014 bestehende UN-Resolution, die am Sonntag planmäßig ausläuft. Die Regelung erlaubt es den Vereinten Nationen, wichtige Hilfsgüter über die Grenze auch in Teile des Bürgerkriegslandes zu bringen, die nicht von der Regierung kontrolliert werden. Früher durften dafür vier Grenzübergänge genutzt werden. Im vergangenen Jahr einigte sich der Sicherheitsrat darauf, dass noch ein Grenzübergang im Nordwesten Syriens offen bleibt.

Russland hatte jedoch in der Vergangenheit immer wieder signalisiert, dass es auch diesen Übergang schließen möchte. Die UN könnten in diesem Fall ihre Hilfe nur noch über die syrische Regierung liefern.

Im Nordwesten Syriens leben nach UN-Angaben rund 4,4 Millionen Menschen. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Vertriebene, von denen viele seit Jahren in Lagern wohnen. 4,1 Millionen Menschen seien in der Region auf humanitäre Hilfe angewiesen, warnte Ärzte ohne Grenzen. Sollte die Resolution nicht verlängert werden, würden die meisten Kliniken und Gesundheitseinrichtungen nicht mehr über die notwendigen medizinischen Hilfsgüter verfügen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, die Menschen im Nordwesten Syriens seien für ihr Überleben gänzlich von internationaler Hilfe abhängig. Viele der Vertriebenen lebten seit vielen Jahren in absoluter Not. «Seit die syrische Regierung die Kontrolle über den Nordwesten des Landes verloren hat, hat sie die Strom- und Wasserversorgung gekappt, Hilfslieferungen behindert und Lager, medizinische Einrichtungen und Schulen angegriffen.»

Syrien leidet nicht nur unter den Folgen des 2011 begonnenen Bürgerkriegs, sondern auch unter einer schweren Wirtschaftskrise. Nach UN-Schätzungen leben mehr 90 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze. Millionen Menschen haben nicht genug zu essen.

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