HAT YAI: Einen Monat nach den schweren Überschwemmungen kommt die vom Tourismus geprägte Stadt Hat Yai nur schleppend wieder auf die Beine. Zwar sind die Wassermassen seit Wochen abgezogen, doch die wirtschaftliche Erholung verläuft ungleichmäßig.
Während einzelne größere Betriebe den Betrieb wieder aufgenommen haben, kämpfen vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit Liquiditätsengpässen. Zugleich bleibt die für Hat Yai zentrale Zielgruppe aus Malaysia bislang zurückhaltend, obwohl die thailändische Tourismusbehörde mit neuen Kampagnen versucht, das Vertrauen der Besucher zurückzugewinnen.
Milliardenschäden belasten Wirtschaft
Nach Einschätzung der Handelskammer von Songkhla belaufen sich die Gesamtschäden auf Summen in Höhe von Hunderten Milliarden Baht. Besonders betroffen ist der Hotel- und Gastgewerbesektor. Allein die Reparaturkosten der Hotels werden auf rund drei Milliarden Baht geschätzt, wobei einzelne Betriebe Investitionen im Millionenbereich tätigen müssen. Hinzu kommen entgangene Einnahmen von bis zu sieben Milliarden Baht in den Monaten November und Dezember 2025, der eigentlichen Hochsaison. Mehrere Großveranstaltungen, darunter ein Treffen der Handelskammer sowie Wettkämpfe im Rahmen der SEA Games, mussten kurzfristig an andere Orte verlegt werden. Viele Unternehmen hatten sich im Vorfeld mit Waren eingedeckt, die durch die Fluten zerstört wurden.
Große Anbieter starten schneller neu
Die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs erfolgt bislang vor allem bei großen Anbietern. Bereits ein bis zwei Wochen nach dem Hochwasser öffneten landesweit bekannte Ketten, Cafés und Restaurants sowie zahlreiche Geschäfte im Kim-Yong-Markt. Kleinere Betriebe hingegen bleiben vielfach geschlossen oder arbeiten nur eingeschränkt. Viele Unternehmer griffen auf ihre letzten finanziellen Reserven zurück, um zumindest einen Teilbetrieb zu ermöglichen und den vollständigen Einnahmeausfall zu vermeiden. Im Kim-Yong-Markt sollen inzwischen mehr als 70 Prozent der Läden wieder geöffnet haben, obwohl Mieten unverändert weiterlaufen und Wiederaufbau sowie Neueinkäufe aus eigener Tasche finanziert werden mussten.
Händler suchen neue Wege zu Kunden
Um Kunden zurückzugewinnen, setzen zahlreiche Händler verstärkt auf eigene Kommunikationskanäle, insbesondere soziale Medien, um auf ihre Wiedereröffnung hinzuweisen. Bleiben Touristen dennoch aus, versuchen einige Betriebe, ihre Umsätze durch Lieferdienste abzusichern. Insgesamt bleibt die Lage angespannt: Ohne eine rasche Rückkehr der Besucher, vor allem aus Malaysia, droht vielen kleineren Unternehmen in Hat Yai eine längere Durststrecke.