Gaspreis steigt um 30 Prozent

Foto von KWON JUNHO auf Unsplash
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AMSTERDAM: Lieferengpässe, Konkurrenz aus Asien und ein Preisschock an der Börse: Warum Europas Gasmarkt jetzt auf eine echte Belastungsprobe zusteuert.

Der Preis für europäisches Erdgas ist wegen des Kriegs im Nahen Osten weiter stark gestiegen. An der Börse in Amsterdam sprang die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zum Handelsbeginn um rund 30 Prozent auf 69,50 Euro je Megawattstunde (MWh) nach oben. Im frühen Handel ist der Preis wieder ein Stück weit zurückgefallen, auf 61,80 Euro. Das sind immer noch etwa 16 Prozent mehr als am Freitag.

Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran vor mehr als einer Woche in etwa verdoppelt. Dies ist der stärkste Anstieg seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von vier Jahren.

Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Transport von Flüssiggas aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen.

Preissprung bei Erdgas folgt zeitgleich zu Ölpreisanstieg

Der Preissprung beim Erdgas folgte zeitgleich zu einem Ölpreisanstieg auf über 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter), da weitere große Produzenten im Nahen Osten ihre Produktion drosselten. Auch der Preis für Erdgas in den USA ist zuletzt gestiegen.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern befindet sich der Gasmarkt in Europa in einer schwierigen Lage, da die Gasspeicher nach dem Winter einen vergleichsweise niedrigen Füllstand haben. Das bedeutet, dass in diesem Sommer zugekauft werden muss, um die Speicher wieder aufzufüllen.

Dabei konkurrieren die europäischen Versorger mit Käufern in Asien um die begrenzten Liefermengen, falls Lieferungen aus dem Nahen Osten über einen längeren Zeitraum ausbleiben.

«Der Markt erkennt allmählich die Realität anhaltender Lieferengpässe», sagte Florence Schmit, Analystin bei der Rabobank. Sie geht davon aus, dass die Lieferengpässe etwa drei Monate andauern könnten.

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