VALLETTA: Aktivisten wollen auf die Lage im Gazastreifen aufmerksam machen. Nahe Malta bricht Feuer auf einem von ihnen genutzten Schiff aus. War es Beschuss? Und was hat Greta Thunberg damit zu tun?
Ein Schiff eines Aktionsbündnisses für den Gazastreifen ist nahe der Mittelmeerinsel Malta in Not geraten. Die maltesische Regierung bestätigte, dass es am Freitag kurz nach Mitternacht ein Feuer auf einem Schiff gegeben habe. Die Aktivisten der sogenannten Freedom Flotilla Coalition sprachen auf der Plattform X von einem Drohnenangriff: Die Vorderseite des Schiffes sei zweimal getroffen worden, was zu einem Feuer und einem Riss im Rumpf geführt habe. Das Schiff befindet sich demnach in internationalen Gewässern.
Die maltesische Regierung sprach dagegen nicht von einem möglichen Drohnenangriff. Das Schiff habe einen Notruf abgesetzt, ein Schleppboot sei daraufhin eingetroffen und habe das Feuer gegen 2.00 Uhr morgens unter Kontrolle gebracht. Verletzte habe es nicht gegeben.
Zeitung: Schiff wollte friedlich Israel-Blockade beenden
Nach Angaben der maltesischen Regierung befanden sich zwölf Besatzungsmitglieder und vier zivile Passagiere an Bord. Alle hätten sich aber geweigert, an Bord des Schleppers zu gehen.
Die Zeitung «Times of Malta» schrieb, auf dem Schiff befänden sich internationale Menschenrechtsaktivisten. Sie wollten auf die Situation im abgeriegelten Gazastreifen aufmerksam machen. Ziel sei es, die Blockade des Küstengebiets durch Israel zu beenden und durch gewaltfreie Aktionen Hilfe in das Gebiet zu bringen. Die Organisation Codepink, die nach eigenen Angaben auch Vertreter auf dem Schiff hatte, schrieb auf X, man habe Hilfe nach Gaza bringen wollen.
Greta Thunberg kritisiert Israel
Die weltbekannte Aktivistin Greta Thunberg wollte nach eigenen Angaben planmäßig am Freitag mit Mitstreitern in Malta an Bord des Schiffes gehen, wie sie in einem vom schwedischen Rundfunksender SVT geteilten Video sagte. Die 21-jährige Schwedin ist mit ihrem entschiedenen Kampf für mehr Klimaschutz bekannt geworden, setzt sich seit längerem aber vor allem für die Palästinenser ein. Dabei kritisiert sie Israels Vorgehen im Gaza-Krieg immer wieder scharf.
Seit ungefähr zwei Monaten sei keine einzige Wasserflasche in den Gazastreifen gelangt, kritisierte Thunberg. Zwei Millionen dort festsitzende Menschen würden systematisch ausgehungert, und man könne nicht schweigen und einfach zusehen, was passiere, sagte sie.
Israel hat seit zwei Monaten keine Nahrungsmittel, Medikamente oder andere lebenswichtigen Güter mehr in den Gazastreifen gelassen. Es will nach eigenen Angaben die dort herrschende islamistische Hamas unter Druck setzen, damit sie die verbliebenen Geiseln freilässt. Der Gaza-Krieg, ausgelöst vom verheerenden Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023, dauert inzwischen seit mehr als eineinhalb Jahren an.