PATTAYA: Ein 23-jähriger Mann aus Pattaya ist von Ermittlern des Central Investigation Bureau (CIB) festgenommen worden, weil er mutmaßlich Bankkonten für Betrüger zur Verfügung gestellt haben soll, die sich als Beamte des Department of Special Investigation (DSI) ausgaben und Opfer um ihr Geld brachten.
Nach Angaben der Polizei eröffneten die Täter unter anderem Konten in der kambodschanischen Grenzstadt Poipet, nachdem sie ihre Helfer über einen illegalen Grenzübergang nach Kambodscha gebracht hatten.
Festnahme am Bangkoker Hauptbahnhof
Der Festgenommene wurde aufgrund eines Haftbefehls des Provinzgerichts Surat Thani im Bereich der Bang Sue Grand Station (Krung Thep Aphiwat Central Terminal) in Bangkok festgenommen. Ihm werden Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug, das Einspeisen gefälschter Computerdaten sowie das vorsätzliche Überlassen eigener Bankkonten und elektronischer Zahlungskonten an Dritte vorgeworfen.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Betrugsfall aus dem Februar 2025. Nach Angaben der Polizei erhielt ein Geschädigter einen Anruf von Betrügern, die sich als Mitarbeiter des Department of Special Investigation (DSI) ausgaben. Sie behaupteten, dass der Betroffene in Geldwäsche verwickelt sei und sein Bankkonto im Zusammenhang mit verdächtigen Finanztransaktionen stehe. Um einer angeblichen strafrechtlichen Verfolgung und einer Kontensperrung zu entgehen, müsse er sein Vermögen zur Überprüfung auf ein von den Tätern benanntes Konto überweisen.
Falsche DSI-Beamte täuschen Opfer
Während der Gespräche traten die Anrufer mit behördlichem Auftreten auf, erläuterten vermeintliche Ermittlungsabläufe und forderten das Opfer eindringlich auf, niemanden über den Vorgang zu informieren, da es sich um vertrauliche Ermittlungen handele. Unter dem Eindruck der Drohungen überwies der Geschädigte insgesamt 26.691 Baht auf die angegebenen Konten. Erst nachdem der Kontakt zu den angeblichen DSI-Beamten abgebrochen war und sich keine Behörde meldete, erkannte er den Betrug und erstattete über das Online-Anzeigesystem der thailändischen Polizei Strafanzeige.

Im Zuge der Ermittlungen identifizierten die Behörden den 23-jährigen Verdächtigen als Inhaber eines der verwendeten Konten. Nach einem Hinweis, dass er sich auf dem Weg nach Bangkok befinde, observierten Ermittler den Bereich des Hauptbahnhofs und nahmen ihn dort fest.
20.000 Baht für Bankkonto versprochen
Bei seiner ersten Vernehmung erklärte der Mann, zwischen 2024 und 2025 in Pattaya gearbeitet zu haben. Über seine damalige Freundin sei er mit einer Gruppe in Kontakt gekommen, die sogenannte Maultierkonten beschaffte und an Betrüger in Kambodscha weiterverkaufte. Ihm seien dafür mehr als 20.000 Baht versprochen worden.

Gemeinsam mit etwa fünf weiteren Personen sei er über einen illegalen Grenzübergang nach Kambodscha gebracht worden. Dort hätten chinesische Hintermänner die Gruppe übernommen. Nach seinen Angaben seien sie rund 15 Tage in einem Raum festgehalten worden, bis ihre biometrischen Gesichtsdaten erfasst worden seien. Anschließend seien sie nach Thailand zurückgebracht worden. Er habe jedoch lediglich etwas mehr als 10.000 Baht erhalten. Der Beschuldigte bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er erklärte, selbst getäuscht worden zu sein und nichts davon gewusst zu haben, dass sein Konto später für Betrugsdelikte genutzt wurde.
Polizei warnt vor DSI-Betrugsmasche
Nach Angaben der Polizei entspricht der Fall einer inzwischen weit verbreiteten Betrugsmasche. Dabei geben sich Täter als DSI- oder der Polizeibeamte aus, behaupten eine Verwicklung in Geldwäsche oder andere Straftaten und setzen ihre Opfer mit angeblichen Ermittlungen unter Druck. Unter dem Vorwand einer Vermögensprüfung oder eines Unschuldsnachweises bringen sie die Betroffenen dazu, Geld auf von ihnen kontrollierte Konten zu überweisen.

Anschließend wird das Geld umgehend weitergeleitet oder abgehoben, bevor der Kontakt zu den Opfern vollständig abbricht.
Finger weg vom Kontoverkauf
Zum Abschluss seiner Vernehmung richtete der Festgenommene eine Warnung an die Bevölkerung. Er rief dazu auf, keine Bankkonten gegen Bezahlung zu eröffnen oder Dritten zu überlassen. Andernfalls drohten strafrechtliche Konsequenzen, der Verlust beruflicher Perspektiven und erhebliche Nachteile für die eigene Zukunft.