Erneute Festnahmewelle gegen Istanbuler Stadtverwaltung

Die größte Oppositionspartei der Türkei protestiert gegen die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Imamoglu. Foto: epa/Erdem Sahin
Die größte Oppositionspartei der Türkei protestiert gegen die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Imamoglu. Foto: epa/Erdem Sahin

ISTANBUL: 29 Verdächtige wurden in Istanbul wegen mutmaßlicher Ausschreibungsmanipulation festgenommen. Im Fokus steht eine Tochtergesellschaft der Stadtverwaltung.

Die türkischen Behörden haben am Freitagmorgen in Istanbul 29 Verdächtige im Rahmen von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Ausschreibungsmanipulationen festgenommen. Im Zentrum der Ermittlungen steht eine für Landschaftsbau zuständige Tochtergesellschaft der Stadtverwaltung von Istanbul, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Unter den Festgenommenen befand sich laut der regierungskritischen Tageszeitung Cumhuriyet der stellvertretende Generalsekretär der Stadtverwaltung Oktay Özel. Zudem habe es eine Durchsuchung bei der genannten Tochtergesellschaft für Baumpflege gegeben.

Die Aktion sei Teil laufender Ermittlungen gegen den abgesetzten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu von der Oppositionspartei CHP, erklärte Anadolu unter Berufung auf die Istanbuler Staatsanwaltschaft. Gegen ihn und mehr als hundert weitere Personen wird derzeit wegen mutmaßlicher Korruption und der Bildung einer kriminellen Organisation ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen vor, öffentliche Vergabeverfahren manipuliert und Ausschreibungen beeinflusst zu haben. Ein weiterer Verdächtiger halte sich weiterhin im Ausland auf, hieß es weiter.

Die Razzia markiert eine weitere Ausweitung der umfassenden Ermittlungen gegen Unternehmen und Beamte mit Verbindungen zur Stadtverwaltung. Oppositionspolitiker bezeichnen die Strafverfahren als politisch motiviert, die türkische Regierung weist das zurück. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Opposition wiederholt öffentlich vor weiteren Strafverfahren wegen vermeintlicher Korruption gewarnt.

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