Corona-Überblick: Meldungen am Samstag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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Britische Ärzte und Pfleger demonstrieren für mehr Geld

LONDON: Mehrere Hundert britische Ärzte und Pfleger haben im Zentrum von London am Samstag für mehr Gehalt demonstriert. Die Angestellten des chronisch unterfinanzierten, staatlichen Gesundheitsdienstes NHS fordern eine Lohnerhöhung von 15 Prozent. Viele von ihnen haben in den vergangenen Monaten an vorderster Front mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten gearbeitet - oft nur unzureichend mit Schutzkleidung ausgestattet. «Wir können von unseren Löhnen nicht leben», sagte ein Teilnehmer am Samstag dem Sender Sky News in London. «Und wir können aufgrund dieser Löhne auch keine Menschen für unseren Job begeistern.» Dabei seien er und seine Kollegen es gewesen, die die Erkrankten der Nation behandelt hätten, während sich der Rest des Landes zuhause in Sicherheit brachte.

Zu Beginn ihres Protests gedachten die Mediziner und Pfleger ihren 640 NHS-Kollegen, die mit einer Corona-Infektion gestorben waren. Großbritannien ist mit mehreren Zehntausend Toten bislang das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Europa.


Übertragungsfehler ließ Corona-Zahlen auf Mallorca niedrig erscheinen

PALMA DE MALLORCA: Wegen einer fehlerhaften Übertragung von Corona-Daten der Balearen an das spanische Gesundheitsministerium in Madrid sind die Infektionszahlen einem Pressebericht zufolge tagelang zu niedrig ausgewiesen worden. So wurde die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für die vergangenen sieben Tage aufgrund der Übertragungsfehler mit deutlich unter 50 angegeben, obwohl sie tatsächlich wesentlich höher lag, wie die «Mallorca Zeitung» am Samstag unter Berufung auf Eugenia Carandell, Direktorin im balearischen Gesundheitsministerium, berichtete. Nach den Daten der lokalen Gesundheitsbehörde ergebe sich eine Zahl von 120 bis 170 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Für ganz Spanien wird der Wert derzeit mit etwa 113 angegeben.

Die Grenze von 50 ist ein entscheidendes Kriterium für die Bundesregierung , eine Region oder ein Land als Risikogebiet einzustufen oder die Einschätzung auch wieder aufzuheben. Die Balearen mit der beliebten Urlauberinsel Mallorca sind seit Mitte August Risikogebiet und das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin wie auch in den Rest Spaniens.

Am Vortag war die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in ganz Spanien auf einen neuen Rekordwert von 12.183 geklettert. Es sei der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, schrieb die Zeitung «El País». Das Gesundheitsministerium in Madrid teilte mit, es handele sich um 4708 positive Testergebnisse der vergangenen 24 Stunden sowie nachgemeldete Fälle.


Großbritannien könnte Kontrolle über Coronavirus verlieren

LONDON: Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien hat ein führender britischer Gesundheitsexperte Alarm geschlagen. «Man muss sagen, wir fangen an, die Kontrolle über das Virus zu verlieren», sagte der Chef des staatlichen Forschungs- und Innovationsinstituts UKRI, Mark Walport, dem Sender BBC am Samstag. Am Freitag hatte es in Großbritannien mehr als 3500 bestätigte Neuinfektionen gegeben - so hoch lagen die Zahlen zuletzt Mitte Mai.

Entgegen der zuletzt von Premierminister Boris Johnson forcierten Kampagne, die Briten sollten in ihre Büros zurückkehren, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, riet der ehemalige Regierungsberater Walport, wenn möglich weiter zuhause zu arbeiten. Da Schüler zurück in den Schulen und Studenten in den Universitäten seien, sei es umso wichtiger, in anderen Bereichen die Kontakte zu reduzieren.

Die britische Regierung hat in dieser Woche wieder strengere Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen: So dürfen sich in England ab Montag nur noch maximal sechs Leuten treffen. In regionalen Corona-Hotspots wie der Stadt Birmingham gelten noch strengere Regeln. Zudem kündigte die Regierung ein sehr ambitioniertes Testprogramm und die Einführung einer Corona-App Ende September an. Allerdings hatte es bei vorherigen Testläufen massive Probleme gegeben.


New Yorker Künstlerin bedankt sich in Corona-Krise bei Müllabfuhr

NEW YORK: Mit einer überall in der Millionenmetropole verbreiteten Botschaft hat sich eine New Yorker Künstlerin in der Corona-Pandemie bei den Mitarbeitern der Müllabfuhr bedankt. «Dear Service Worker, «Thank you for keeping NYC alive!» For ... forever"(auf Deutsch etwa: Lieber Service-Angestellter. Danke dafür, dass du New York am Leben hältst. Für ... immer), steht seit kurzem auf der Fassade des Queens Museums. Außerdem taucht die Botschaft auch auf Leinwänden am Times Square in Manhattan und in der U-Bahn auf.

Der Dank von Künstlerin Mierle Laderman Ukeles richtet sich dem Museum zufolge an alle öffentlichen Angestellten der Stadt, aber ganz besonders an die der Müllabfuhr. Dort ist die 80-Jährige seit Jahrzehnten als «Artist-in-Residence» angestellt. Bekannt wurde sie Ende der 70er Jahre mit einer Aktion, für die sie jedem der rund 8500 Mitarbeiter der New Yorker Müllabfuhr die Hand schüttelte und sagte: «Thank you for keeping New York City alive!»


Einreise nach Sardinien nur mit negativem Corona-Test möglich

CAGLIARI: Die italienische Ferieninsel Sardinien verschärft wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab Montag ihre Einreisebestimmungen. Ankommende Passagiere sind «aufgerufen», einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Das geht aus einer neuen Verordnung hervor, die der Präsident der Region, Christian Solinas, am Freitagabend unterzeichnete. Alternativ können Einreisende auch online erklären, selbst einen Corona-Schnelltest mit negativem Ergebnis durchgeführt zu haben.

Wer ohne negatives Testergebnis anreist, kann sich übergangsweise innerhalb von 48 Stunden auf der Insel testen lassen, muss aber bis zum Ergebnis in häuslicher Quarantäne bleiben. Es gibt einige Ausnahmen, etwa für das Personal in Flugzeugen. Darüber hinaus müssen Einreisende vor ihrer Ankunft online ein Formular ausfüllen und übermitteln. Zudem gilt ab Montag auch im Freien eine Maskenpflicht, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

Mit der neuen Verordnung reagiert die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer auf die zuletzt steigenden Corona-Zahlen. Während Sardinien im Juli kaum neue Infektionen verzeichnete, stiegen im August mit der Ankunft Tausender Touristen auch die Fallzahlen. Am Freitag meldete Sardinien 65 neue Fälle und die Gesamtzahl von aktuell 1337 Infizierten. Unter anderem waren im Nachtlokal des ehemaligen Formel-1-Managers Flavio Briatore im Badeort Porto Cervo auf der Insel Ende August etwa 60 Corona-Fälle gemeldet worden.

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