Corona-Überblick: Meldungen am Donnerstag

In einem Sender in Seoul verfolgt ein Mann einen Nachrichtenbericht über einen COVID-19-Ausbruch in Nordkorea. Foto: epa/Jeon Heon-kyun
In einem Sender in Seoul verfolgt ein Mann einen Nachrichtenbericht über einen COVID-19-Ausbruch in Nordkorea. Foto: epa/Jeon Heon-kyun

Nordkorea meldet ersten Covid-19-Todesfall

SEOUL: Nordkorea hat erstmals einen Todesfall nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet.

Seit Ende April seien sechs Menschen mit Fieber gestorben, das sich aus noch ungeklärter Ursache «explosiv» im ganzen Land ausgebreitet habe, berichteten die Staatsmedien am Freitag. Bei einem der Opfer sei die Omikron-Subvariante BA.2 des Coronavirus nachgewiesen worden. Erst am Vortag hatte das abgeschottete und autoritär regierte Land zum ersten Mal offiziell seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt. Die unbestimmte Zahl von Fällen trat demnach in Pjöngjang auf.


Großbritannien wirbt bei G7-Treffen für Ausweitung von Ukraine-Hilfe

WANGELS: Die britische Außenministerin Liz Truss hat sich beim G7-Treffen an der deutschen Ostseeküste für zusätzliche Anstrengungen zur Unterstützung der Ukraine ausgesprochen. «Um der Ukraine zu helfen, müssen wir noch weiter und schneller vorangehen», sagte sie am Donnerstagabend bei den Beratungen der Gruppe der führenden demokratischen Industrienationen in einem Luxushotel nahe dem Weißenhäuser Strand. Dies bedeute auch, dass der Ukraine ein klarer Weg zur Beschaffung von militärischer Ausrüstung nach Nato-Standard aufgezeigt werden müsse.

Bislang nutzt das von Russland angegriffene Land überwiegend Ausrüstung, die noch in der Zeit der früheren Sowjetunion entwickelt wurde. Das erschwert es dem Westen derzeit auch, Nachschub an Waffen und Munition zur Verfügung stellen.

Zum Kurs von Russlands Präsident Wladimir Putin sagte Truss, dieser erniedrige sich auf der Weltbühne selbst. Man müsse nun sicherstellen, dass er in der Ukraine eine Niederlage erleide, die jede weitere Aggression verhindere.

Die Außenminister der G7-Staaten wollen noch bis Samstag an der Ostsee über den Krieg in Osteuropa und Themen wie die Corona-Pandemie beraten. Deutschland hat derzeit den Vorsitz der Gruppe, der neben der Bundesrepublik die Nato-Staaten USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien und Italien sowie Japan angehören.


US-Außenminister kommt zu Nato-Treffen nach Berlin

WASHINGTON: US-Außenminister Antony Blinken reist am Samstag zu einem Treffen der Nato-Außenminister nach Berlin. Dort wollten die Bündnispartner über das weitere Vorgehen angesichts des «brutalen Krieg Russlands gegen die Ukraine» beraten, teilte das Außenministerium in Washington am Donnerstag mit. Weitere Themen sind die Vorbereitung des Nato-Gipfels Ende Juni in Madrid und die Arbeit an einem neuem strategischen Konzept. Zudem dürfte es um eine mögliche Aufnahme Finnlands und Schweden in die Militärallianz gehen.

Beim Außenminister-Treffen der G7-Gruppe sieben wichtiger Industrienationen, das am Donnerstag in Weißenhäuser Strand an der Ostsee begann, fehlt Blinken wegen einer Covid-Erkrankung. Er wird von der Spitzendiplomatin Victoria Nuland vertreten. Blinken nahm aber in Washington Termine wahr. Der US-Außenminister will dann am Sonntag gemeinsam mit der US-Handelsbeauftragten Katherine Tai und der Handelsministerin Gina Raimondo nach Frankreich reisen.


Zwei Millionen bestätigte Covid-19-Todesfälle in WHO-Region Europa

KOPENHAGEN: In den 53 Ländern der WHO-Region Europa sind mittlerweile mehr als zwei Millionen Menschen nachweislich im Zuge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Obwohl diese Zahl verheerend sei, stelle sie nur einen Bruchteil der gesamten Todesfälle dar, die direkt oder indirekt mit Covid-19 in Verbindung stünden, teilte das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag in Kopenhagen mit. Auch wenn die Fallzahlen rückläufig seien, blieben sie viel zu hoch. Sars-CoV-2 bleibe «ein Killervirus», vor allem für Ungeimpfte und Anfällige. Es brauche jetzt und langfristig entscheidende Schritte an verschiedenen Fronten.

Die WHO fasst die Region Europa weiter als etwa die Europäische Union. Zu ihr zählen neben der EU auch viele weiter östlich gelegene Staaten, darunter die Türkei, Russland und die Ukraine.

US-Präsident Joe Biden sprach für die USA von einer Million Covid-19-Toten im Land seit Beginn der Pandemie. «Eine Million leere Stühle am Abendbrottisch. Jeder einzelne ein unersetzlicher Verlust», sagte er. Die US-Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete mit Stand Dienstag knapp 996.000 Tote. Zuletzt starben pro Tag in den USA täglich um die 300 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. «Jeder hinterlässt eine Familie, eine Gemeinschaft und eine Nation, die durch diese Pandemie für immer verändert wurde», so Biden.


Corona-Videogipfel: Neue Milliarden-Zusagen im Kampf gegen Corona

WASHINGTON: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind nach Angaben des Weißen Hauses neue finanzielle Zusagen in Milliardenhöhe zusammengekommen. Anlässlich eines internationalen Corona-Videogipfels seien von verschiedenen Ländern, Nichtregierungsorganisation und privaten Geldgebern Zusagen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar (rund 2,9 Milliarden Euro) gemacht worden, hieß es am Donnerstag in Washington. Dabei handele sich um Summen, die zuvor noch nicht bekanntgegeben worden seien und die über die bisherigen Zusagen für 2022 hinausgingen.

Rund 962 Millionen US-Dollar (923 Millionen Euro) seien für einen neuen Fonds für Pandemievorsorge und globale Gesundheitssicherheit der Weltbank bestimmt, so das Weiße Haus. Mit dem Corona-Gipfel will US-Präsident Joe Biden dem Kampf gegen das Virus zu neuem Schub verhelfen. Neben den USA sind Deutschland und andere Staaten Ko-Vorsitzende bei dem Online-Treffen. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen ersten Gipfel dieser Art.

Die USA haben nach eigenen Angaben bisher mehr als 19 Milliarden US-Dollar (rund 18 Milliarden Euro) an gesundheitlicher, humanitärer und wirtschaftlicher Hilfe bereitgestellt. Sie haben sich außerdem verpflichtet, der Welt 1,2 Milliarden Impfdosen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Davon seien bisher mehr als 535 Millionen Dosen geliefert worden, so das Weiße Haus.


Scholz: Deutschland gibt 50 Millionen Euro für neuen Pandemie-Fonds

WASHINGTON: Deutschland will sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie mit einer Millionensumme an einem neuen Fonds zur Pandemievorsorge der Weltbank beteiligen. «Ich freue mich, Ihnen heute ankündigen zu können, dass Deutschland, vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments, zunächst 50 Millionen Euro beisteuern wird», sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zum Auftakt eines internationalen Online-Gipfels zur Corona-Pandemie am Donnerstag auf Englisch. Deutschland freue sich auf die Einrichtung des Fonds, der in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zu einer «weltweiten Erfolgsgeschichte» werden solle.

«Wir müssen anerkennen, dass sich die Realität verändert hat. Im Jahr 2021 hatten wir zu wenig Impfstoffe, 2022 haben wir die Impfstoffe, aber wir hinken mit den Impfungen hinterher», sagte Scholz. Wichtig sei es auch, über die aktuelle Krise hinauszublicken, um in Zukunft besser vorbereitet zu sein. Dafür müsse auch die Rolle der WHO gestärkt werden.

Neben den USA sind Deutschland und andere Staaten Ko-Vorsitzende bei dem Online-Treffen. Deutschland hat derzeit die G7-Präsidentschaft inne und ist Ende Juni Gastgeber des Gipfels der Gruppe der sieben wichtigen demokratischen Industriestaaten (G7). Es ist der zweite virtuelle Corona-Gipfel dieser Art. Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr einen ersten Gipfel einberufen.


Reisebranche erwartet Einbruch von Tourismus aus Russland

ISTANBUL: Der russische Angriffskrieg in der Ukraine wird sich Experten zufolge stark auf den Tourismus in der Türkei auswirken. Von zu Jahresbeginn prognostizierten sieben Millionen russischen Touristen erwarte man nun nur drei Millionen, sagte Mehmet Isler, stellvertretender Vorsitzender des türkischen Hotelierverbandes (Türofed), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 2021 zählte die Türkei 4,7 Millionen russische und 2 Millionen ukrainische Touristen.

Die türkische Tourismus-Branche, in den vergangenen zwei Jahren durch die Corona-Pandemie ohnehin getroffen von ausgebliebenen Besuchern, hatte in diesem Jahr auf Erholung gehofft. Die Türkei steckt außerdem in einer Wirtschaftskrise, die mit starken Preiserhöhungen einhergeht - was auch den Geldbeutel vieler Urlauber in dem Land schmälert. Die meisten Touristen kamen 2021 aus Russland in die Türkei. Ukrainer machten nach deutschen Touristen die drittgrößte Gruppe aus.

«Die Branche bemüht sich jetzt, mit Rabatten und anderen Anreizen, Besucher aus anderen Teilen der Welt anzulocken», sagte Ali Onaran, Vorsitzender des Reiseveranstalters Prontotour. Die bei Touristen beliebte Region Antalya, wo man in diesem Jahr 15 Millionen Besucher erwartet habe, werde wohl stark von ausbleibenden russischen und ukrainischen Touristen getroffen werden.

Der türkische Tourismus-Minister Nuri Ersoy hatte für dieses Jahr ein Einnahmenziel von gut 33 Milliarden Euro genannt - etwa so viel wie vor Beginn der Pandemie. Branchenvertreter aber schätzen, dass die Einnahmen 29 Milliarden Euro nicht übersteigen dürften.


Biden: US-Regierung teilt wichtige Technologien im Kampf gegen Corona

WASHINGTON: Die US-Regierung will wichtige Technologien im Kampf gegen Corona weltweit zur Verfügung stellen.

Es gehe dabei um Technologien, die sich im Besitz der US-Regierung befänden, sagte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag zum Auftakt eines internationalen Corona-Videogipfels. Konkret nannte er etwa das stabilisierte Spike-Protein, das in mehreren bestehenden Corona-Impfstoffen verwendet wird. Die Informationen sollen über den sogenannten Covid-19 Technology Access Pool der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geteilt werden, so Biden.


Zahl der Corona-Infektionen in mehreren Ländern Afrikas gestiegen

ADDIS ABEBA: In mehreren Ländern Afrikas wird ein Anstieg der Corona-Infektionen verzeichnet. So nahm die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in Südafrika in den vergangenen vier Wochen um 57 Prozent zu, wie John Nkengasong, Direktor der Gesundheitsbehörde für Infektionskrankheiten (CDC), am Donnerstag in Addis Abeba sagte. Durchschnittlich sei auf dem Kontinent ein Anstieg um 25 Prozent zu beobachten. Insgesamt wurden nach CDC-Angaben seit Beginn der Pandemie 11,5 Millionen Infektionen in den Ländern Afrikas registriert, 252.000 Todesfälle werden mit Covid-19 in Zusammenhang gebracht.

Wie viele Infektionen unerkannt blieben, ist unbekannt: So wurden auf dem ganzen Kontinent mit einer Gesamtbevölkerung von rund 1,4 Milliarden Menschen seit Beginn der Pandemie 106 Millionen Corona-Tests gemacht, davon 506.000 in der vergangenen Woche. Bisher sind den Angaben zufolge 17,3 Prozent der Afrikanerinnen und Afrikaner vollständig geimpft. Zu den Staaten, in denen bereits mehr als 35 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, zählen Ruanda, Tunesien, Ägypten, Mauritius, Sao Tomé und Principe sowie Kapverde.


US-Präsident Biden beklagt eine Million Corona-Tote in den USA

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat eine Million Corona-Tote in den USA seit Beginn der Pandemie beklagt. «Eine Million leere Stühle am Abendbrottisch. Jeder einzelne ein unersetzlicher Verlust», erklärte Biden. Für diesen Donnerstag haben die USA und weitere Länder wie Deutschland einen internationalen Corona-Videogipfel einberufen, um dem Kampf gegen die Pandemie zu neuem Schub zu verhelfen. Gleichzeitig drängte Biden den US-Kongress, die von ihm beantragte Corona-Notfinanzierung in Höhe von 22,5 Milliarden Dollar (21,4 Milliarden Euro) zu bewilligen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete mit Stand Dienstag knapp 996.000 Tote. Zuletzt starben pro Tag in den USA täglich um die 300 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Auch bei der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore wurde die Millionen-Marke am Donnerstag noch nicht überschritten - ihre Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt meist einen etwas höheren Stand als die offiziellen Zahlen. Die JHU zählte mit Stand Donnerstag knapp 999.000 Corona-Tote. Der US-Sender NBC hatte auf Grundlage eigener Zählungen bereits in der vergangenen Woche mehr als eine Million Corona-Tote vermeldet. Kein Land hat mehr Corona-Tote registriert als die Vereinigten Staaten, in denen rund 330 Millionen Menschen leben.

«Jeder hinterlässt eine Familie, eine Gemeinschaft und eine Nation, die durch diese Pandemie für immer verändert wurde», erklärte Biden weiter. Er und seine Ehefrau Jill würden für jeden von ihnen beten. «Als Nation dürfen wir nicht gefühllos werden angesichts solchen Leids», so der US-Präsident. Er rief dazu auf, weiter wachsam zu bleiben. Corona-Tests und die Impfung gegen das Virus seien dabei entscheidend. In den USA sind 66 Prozent der Menschen zweifach geimpft. 46 Prozent von ihnen haben auch eine Auffrischungsimpfung. Die Impfquote stagniert allerdings.


Hotels auf Mallorca hoffen auf gute erste Saison ohne Corona-Regeln

PALMA: Die Tourismusbranche auf der bei Deutschen beliebten Ferieninsel Mallorca blickt dieses Jahr wieder optimistischer in die Zukunft. Nach zwei schlechten Corona-Jahren rechnen manche Hotelmanager auf der Mittelmeerinsel sogar schon damit, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen könnte. «Wir sehen einen sehr positiven Buchungstrend für dieses Jahr. Die Menschen haben Lust, wieder rauszugehen, und wer dieses Jahr verreisen will, sollte nicht zu lange mit dem Buchen warten», sagte Finn Ackermann, Vertriebsdirektor der Hotelkette Iberostar in Mallorca, der Deutschen Presse-Agentur. Über Ostern waren die Hotels schon wieder zu etwa 85 Prozent ausgelastet, wie der Hotelierverband FEHM der spanischen Urlaubsinsel mitteilte.

Auch FEHM-Präsidentin María Frontera rechnet mit einer guten Sommersaison. Die Menschen hätten wieder Lust aufs Reisen, sagte sie dem Radiosender Onda Cero. Aber die Lage sei noch nicht wieder so wie 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie. Nach Angaben von FEHM nähmen die langfristigen Reservierungen dieses Jahr zwar wieder zu, aber es gebe immer noch mehr Last-Minute-Touristen als vor der Pandemie.

Beschränkungen wegen Corona gibt es in Spanien so gut wie keine mehr. Nur in Bussen und Bahnen sowie Krankenhäusern und Altenheimen gilt noch eine allgemeine Maskenpflicht. Entsprechend haben auch die Hotels abgerüstet. «Wir hatten zu Pandemiezeiten mehr als 300 Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden eingeführt, davon haben wir jetzt natürlich einige zurückgefahren, viele bleiben aber auch für den Kunden unbemerkt im Hintergrund bestehen», sagte Ackermann.

Die Preise für Hotels auf Mallorca seien trotz der höheren Inflation vorerst stabil, weil sie mit den Reiseveranstaltern schon vor längerer Zeit ausgehandelt worden seien, sagte Ackermann. Die Gäste würden aber dieses Jahr eher teurere Hotels und höherwertige Kategorien bevorzugen, was zu «besseren» Preisen für die Betreiber führe, sagte der Hotelmanager. Diesen Trend sieht auch die FEHM.


Biden spricht bei Corona-Videogipfel - Pandemie «noch nicht vorbei»

WASHINGTON: Bei einem internationalen Videogipfel will US-Präsident Joe Biden dem Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu neuem Schub verhelfen. «Die Pandemie ist noch nicht vorbei», sagte ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter vor der für diesen Donnerstag geplanten Videoschalte. Benötigt würden weitere Finanzmittel. Im Mittelpunkt des Gipfels stehe die Sicherung neuer Ressourcen und politischer Zusagen. Es werde dabei auch darum gehen, die Verbreitung von Impfstoff voranzutreiben und künftige Coronavirus-Varianten und Pandemien zu verhindern.

Der Regierungsvertreter sagte, Biden werde den US-Kongress bei dem Gipfel drängen, die von ihm beantragte Coronavirus-Notfinanzierung in Höhe von 22,5 Milliarden Dollar (21,4 Milliarden Euro) zu bewilligen. «Wir wissen, dass das Virus nicht darauf wartet, dass der Kongress handelt. Wir brauchen also dringend, dringend Maßnahmen, keine leeren Worte.» Biden werde den Videogipfel eröffnen. Die USA steuern in den kommenden Tagen auf eine Million Coronavirus-Tote zu.

Neben den USA sind Deutschland und andere Staaten Ko-Vorsitzende bei dem Online-Treffen. Geplant ist auch eine Ansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Deutschland hat derzeit die G7-Präsidentschaft inne und ist Ende Juni Gastgeber des Gipfels der Gruppe der sieben wichtigen demokratischen Industriestaaten.


Londoner Polizei verhängt mehr als 100 «Partygate»-Geldstrafen

LONDON: Wegen der «Partygate»-Affäre um Lockdown-Feiern im britischen Regierungssitz hat die Londoner Polizei mittlerweile mehr als 100 Strafbescheide gegen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlassen. Das teilte die Metropolitan Police am Donnerstag mit. Damit stieg die Zahl der Strafzahlungen um rund 50 im Vergleich zur vorigen Mitteilung vor genau einem Monat. Premierminister Boris Johnson muss nach eigenen Angaben vorerst keine weitere Strafe zahlen.

Johnson war bisher wegen seiner Teilnahme an einer Überraschungsfeier zu seinem 56. Geburtstag am 19. Juni 2020 belangt worden, ebenso wie seine Ehefrau Carrie Johnson und Finanzminister Rishi Sunak. Er ist damit der erste amtierende Premierminister, der wegen eines Gesetzesbruchs bestraft wurde. Die Opposition und einige Mitglieder von Johnsons Konservativer Partei fordern wegen der Affäre den Rücktritt des Premiers, der aber an seinem Amt festhält.

Die Polizei teilte mit, die Ermittlungen dauerten an. Insgesamt geht es um ein Dutzend Lockdown-Partys in der Downing Street in den Jahren 2020 und 2021, an einigen hatte der Premier teilgenommen. Damals galten wegen der Corona-Pandemie strenge Kontaktbeschränkungen, die Johnsons Regierung selbst erlassen hatte.


Nissan zurück in der Gewinnzone

TOKIO: Der japanische Renault-Partner Nissan ist trotz der Halbleiter-Engpässe im vergangenen Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Wie Nissan am Donnerstag bekanntgab, fiel zum Bilanzstichtag am 31. März ein Nettogewinn von 215 Milliarden Yen (1,6 Mrd Euro) an.

Der vom Skandal um den angeklagten und in den Libanon geflohenen Ex-Chef Carlos Ghosn erschütterte Konzern hatte zwei Jahre in Folge Verluste geschrieben. Nicht zuletzt dank des schwachen Yen sowie Kostensenkungen konnte der Konzern im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen ausweisen. Doch im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Gewinn deutlich um 30,4 Prozent auf 150 Milliarden Yen abschmelzen.

Man erwarte im laufenden Geschäftsjahr ein schwierigeres Marktumfeld, teilte das Unternehmen mit. Nissan verwies auf die anhaltenden Engpässe bei der Halbleiterversorgung, höhere Rohstoffpreise und Logistikkosten, den Krieg in der Ukraine sowie die Auswirkungen der Corona-Lockdowns in China auf die Versorgung mit Automobilteilen.

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