Bolivien wählt neuen Präsidenten

​Stichwahl zwischen zwei konservativen Kandidaten beendet linke Ära

Der Präsidentschaftskandidat Rodrigo Paz spricht beim Abschluss seiner Wahlkampagne in Tarija zu seinen Anhängern und ruft dazu auf, die Stimmen zu schützen. Foto: epa/Stringer
Der Präsidentschaftskandidat Rodrigo Paz spricht beim Abschluss seiner Wahlkampagne in Tarija zu seinen Anhängern und ruft dazu auf, die Stimmen zu schützen. Foto: epa/Stringer

LA PAZ: Bolivien steht vor einer politischen Zäsur. Nach fast zwei Jahrzehnten linker Regierungen wählt das Land am Sonntag einen neuen Präsidenten - zwei konservative Kandidaten stehen zur Wahl.

In Bolivien entscheidet am Sonntag eine Stichwahl über die künftige Staatsführung. Nach fast zwei Jahrzehnten linker Regierungen steht dem südamerikanischen Land ein politischer Richtungswechsel bevor. Da im ersten Wahlgang kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erreichte, treten nun Senator Rodrigo Paz Pereira von der christlich-demokratischen Partei «Partido Demócrata Cristiano» und Ex-Präsident Jorge Quiroga von der rechtsgerichteten Partei «Libertad y Democracia» gegeneinander an.

Bolivien steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise: Hohe Inflation, Benzin- und Devisenmangel sowie fehlende Medikamente prägen den Alltag. Die bisherigen Regierungen der linken Partei MAS hatten jahrelang stark auf Subventionen gesetzt, was den Staatshaushalt belastete. Besonders ländliche und indigene Regionen sind betroffen, es gibt soziale Spannungen und häufige Proteste.

Weder Ex-Präsident Evo Morales noch der amtierende Staatschef Luis Arce traten an - Morales war verfassungsrechtlich gesperrt und sieht sich zudem einem Haftbefehl ausgesetzt, Arce zog sich wegen sinkender Beliebtheit zurück.

Kandidaten setzen auf wirtschaftliche Öffnung

Die beiden Oppositionskandidaten setzen auf wirtschaftliche Öffnung und moderate Reformen: Paz Pereira will Investitionen erleichtern und Institutionen modernisieren, Quiroga plant Liberalisierungen, selektive Privatisierungen und eine schrittweise Reduzierung von Treibstoffsubventionen.

Die Wahlbehörde strebt an, 90 Prozent der Stimmen bereits am Wahlabend auszuzählen und zu veröffentlichen. Der Sieger übernimmt das Präsidentenamt im November für fünf Jahre.

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