Brasiliens Top-Krimineller gefasst

​PCC-Anführer nach sechs Jahren Flucht in Bolivien gefasst

Die bolivianische Polizei veröffentlicht ein Fahndungsfoto des mutmaßlichen brasilianischen Schwerverbrechers Gerson Palermo nach seiner Festnahme in Bolivien. Foto: Policía Boliviana/dpa
Die bolivianische Polizei veröffentlicht ein Fahndungsfoto des mutmaßlichen brasilianischen Schwerverbrechers Gerson Palermo nach seiner Festnahme in Bolivien. Foto: Policía Boliviana/dpa

SANTA CRUZ DE LA SIERRA: Er stand auf der Liste der meistgesuchten Kriminellen Brasiliens. Nun wurde der wegen Drogenschmuggels und einer Flugzeugentführung zu mehr als 120 Jahren Haft verurteilte Mann in Bolivien gefasst.

Ein Anführer des brasilianischen Verbrechersyndikats PCC ist nach sechs Jahren auf der Flucht in Bolivien gefasst worden. Bei dem Festgenommen handelt es sich um den Drogenhändler Gerson Palermo, der wegen internationalen Drogenschmuggels und einer Flugzeugentführung zu insgesamt fast 126 Jahren Haft verurteilt wurde, wie das Nachrichtenportal «G1» berichtete. Er stand auf der Liste der meistgesuchten Kriminellen Brasiliens.

Palermo wurde nach Angaben der Ermittler in Santa Cruz de la Sierra im Osten Boliviens bei einer gemeinsamen Operation der brasilianischen Bundespolizei und bolivianischer Anti-Drogen-Einheiten gefasst. Er solle nun ausgewiesen und an die brasilianische Polizei übergeben werden, zitierte «G1» den Leiter der bolivianischen Spezialeinheit zur Drogenbekämpfung, David Gómez. «Er hatte hier in Bolivien kein Verfahren, sondern versteckte sich und floh vor der brasilianischen Justiz in unser Land.»

Palermo war 2020 nach einer umstrittenen Gerichtsentscheidung aus dem Gefängnis entlassen worden und anschließend untergetaucht. Der beteiligte Richter wurde später vom brasilianischen Justizrat zwangsweise pensioniert.

Flugzeugentführung und Drogenschmuggel

Palermo war laut «G1» unter anderem an einer Flugzeugentführung im Jahr 2000 beteiligt. Eine Boeing 737 der brasilianischen Fluggesellschaft Vasp wurde damals zur Landung im Bundesstaat Paraná gezwungen und ausgeraubt.

Ermittlern zufolge gehörte Palermo später zur Führung des Verbrechersyndikats PCC («Primeiro Comando da Capital»). Die Gruppe gilt als mächtigste kriminelle Organisation Brasiliens und als zentraler Akteur im Kokainschmuggel aus den Andenstaaten.

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