HUA HIN: Das Einkaufszentrum Bluport Hua Hin Resort Mall richtet seine Strategie neu aus und setzt künftig stärker auf Familien, Einheimische sowie Freizeit- und Sportangebote. Ziel ist es, die Vermietungsquote der Ladenflächen von derzeit 80 Prozent auf 97 Prozent im kommenden Jahr zu steigern.
Nach Angaben von Vajee Klomkliang, Mitglied des Executive Committee der Betreibergesellschaft Hua Hin Asset Co., reagiert das Unternehmen damit auf veränderte Konsumgewohnheiten. Der Einzelhandel in Hua Hin könne sich trotz der Erholung des Tourismus nicht länger ausschließlich auf Urlauber verlassen. Bluport habe lange als gehobenes Einkaufszentrum gegolten und sei für viele Menschen wenig zugänglich erschienen. Künftig solle die Anlage offener und familienfreundlicher wahrgenommen werden.
Erlebnis statt klassischer Einkauf
Im Mittelpunkt stehen deshalb verstärkt erlebnisorientierte Angebote. Dazu gehören unter anderem der Indoor-Spielpark HarborLand, Pickleball-Plätze, Bildungseinrichtungen sowie weitere Sport- und Freizeitanbieter. Zudem entwickelt sich das Zentrum nach Unternehmensangaben zunehmend zu einem Austragungsort für Sportveranstaltungen, die gemeinsam mit der Hotel- und Immobiliengruppe Proud Group organisiert werden. Darüber hinaus ist im dritten Obergeschoss ein 2.000 Quadratmeter großes Fitnessstudio einer bekannten Fitnesskette geplant.
Seit der Eröffnung von HarborLand Anfang des Jahres sei die Zahl thailändischer Besucher um 15 bis 20 Prozent gestiegen. Besonders Familien aus den umliegenden Provinzen sowie Wochenendgäste aus Bangkok nutzten das Angebot. Nach Unternehmensangaben besuchen an Werktagen rund 18.000 Menschen das Einkaufszentrum, an Wochenenden etwa 25.000.
Vintage-Märkte als Besuchermagnet
Um die Zahl der Stammkunden aus Hua Hin und der Region weiter zu erhöhen, veranstaltet Bluport jeweils mittwochs und samstags Vintage-Märkte. An diesen Tagen steige die Besucherzahl nach Angaben des Unternehmens um mehr als zehn Prozent.
Auch die Vermietungsquote entwickelt sich positiv. Nach 63 Prozent im Jahr 2024 und 75 Prozent im vergangenen Jahr liegt sie inzwischen bei 80 Prozent. Bis Ende des Jahres wird ein weiterer Anstieg auf 83 Prozent erwartet. Den Tiefpunkt erreichte Bluport während der Corona-Pandemie im Jahr 2021. Damals wurden das zweite und dritte Obergeschoss vorübergehend geschlossen und sämtliche Mieter im Erdgeschoss zusammengeführt. Aus dieser Erfahrung habe das Unternehmen die Konsequenz gezogen, eigene Besuchsanlässe zu schaffen, anstatt ausschließlich auf die Erholung des Marktes zu warten.
Neues Standbein mit Kongressen
Im Zuge dieser Neuausrichtung investierte Bluport unter anderem in das vor zwei Jahren eröffnete Hua Hin Convention Center. Das Kongresszentrum bietet Platz für bis zu 2.000 Besucher in Theaterbestuhlung beziehungsweise 1.000 Gäste bei Bankettveranstaltungen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lag die Auslastung nach Unternehmensangaben bei 70 Prozent.
Eine weitere Attraktion ist das Anfang des Jahres eröffnete Museo Auto Classica. Es vereint nach Angaben des Betreibers Thailands erstes betriebsfähiges Oldtimer-Museum mit einer Kunstgalerie unter einem Dach. Die tägliche Besucherzahl sei von etwa 100 auf rund 300 gestiegen, wobei ausländische Gäste rund 70 Prozent ausmachen.
Russen führen bei ausländischen Gästen
Auch veränderte Tourismusströme wirken sich positiv auf Bluport aus. Russische Urlauber stellen inzwischen die größte internationale Besuchergruppe in Hua Hin und verbringen dort häufig längere Aufenthalte während der Wintersaison. Zugleich verzeichnet die Region steigende Besucherzahlen aus Großbritannien, den USA, Hongkong, Taiwan und Südkorea. Auch die wachsende britische Expat-Gemeinschaft trage zu höheren Umsätzen an Werktagen bei.
Weitere Impulse erwartet das Unternehmen durch Infrastrukturprojekte wie die geplante Autobahn M82, die Wiederaufnahme von Direktflügen aus Kuala Lumpur sowie den Bahnhof Nong Kae, der die Erreichbarkeit Hua Hins verbessert habe. Zudem sprach sich Vajee Klomkliang für eine Wiederaufnahme der Fährverbindung zwischen Hua Hin und Pattaya aus. Dies würde insbesondere dem Trend zu gemeinsamen Reisen mehrerer Generationen entgegenkommen und die touristische Vernetzung beider Badeorte stärken.