PATTAYA: Nach Berichten über jüngste Fänge der invasiven Fischart „Blackchin Tilapia“ vor der Küste von Pattaya haben Fischereibehörden am Donnerstag (14. Mai 2026) Untersuchungen des Meerwassers eingeleitet. Zuvor war in sozialen Medien ein Video aufgetaucht, das große Mengen der Fische vor dem Pattaya Beach zeigen soll.
Veröffentlicht wurde das Video von dem 40-jährigen Fischer Start Unkayen, der einen Angelkanal mit mehr als 20.000 Followern betreibt. Nach eigenen Angaben hätten zahlreiche Angler in Pattaya Alarm geschlagen, nachdem größere Schwärme der Blackchin Tilapia entlang der Küste gesichtet worden seien. Daraufhin habe er selbst Netze ausgeworfen, um die Fische einzufangen.
Sorge um Pattayas Meeresökosystem
Der Fischer äußerte zugleich Sorge über mögliche Auswirkungen auf das marine Ökosystem der Region. Zudem stellte er die Frage, wie die ursprünglich aus Süßwasser stammende Fischart im salzhaltigen Meerwasser überleben könne.
Das Fischereiamt von Bang Lamung erklärte, dass man durch die Beobachtung sozialer Medien sowie Hinweise lokaler Fischer von dem Vorfall erfahren habe und nun mit weiteren Behörden an der Untersuchung arbeite. Bei einer Kontrolle im Bereich des Fischereipiers von Naklua, wo die Tiere bereits vor rund zwei Tagen gemeldet worden waren, seien zunächst keine Blackchin Tilapia entdeckt worden, sagte die Fischereibeamtin Mayuree Na Phatthalung. Weitere Untersuchungen am Pier sowie am Pattaya Beach seien jedoch angekündigt worden.
Blackchin Tilapia breitet sich aus
Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei der Blackchin Tilapia um eine invasive Art, die auch in brackigem Küstenwasser überleben kann, bislang jedoch nicht in tieferen Meeresregionen nachgewiesen wurde. Durch starke Regenfälle und Süßwasserzuflüsse ins Meer könnte sich die Ausbreitung der Fische entlang der Küste zuletzt begünstigt haben. Bereits zuvor seien Tiere nahe der Mündung eines Kanals in Bang Lamung entdeckt worden, bevor sie zeitweise wieder verschwunden seien.
Die Behörden riefen Fischer dazu auf, beim Fang der Tiere zu helfen. Die Fische könnten bedenkenlos verzehrt oder verarbeitet werden. Kleinere Exemplare, die nicht genutzt werden, sollten jedoch umgehend vernichtet und keinesfalls wieder ins Meer oder andere Gewässer freigesetzt werden.
Behörden kämpfen gegen Ausbreitung
Die Blackchin Tilapia stammt ursprünglich aus Afrika und wurde im Jahr 2010 zu Forschungszwecken nach Thailand importiert. Der Agrarkonzern CP Foods erklärte später, dass die Tiere innerhalb weniger Wochen verendet und ordnungsgemäß entsorgt worden seien. Dennoch tauchten ab 2012 erste Exemplare in natürlichen Gewässern auf. Mit zunehmender Ausbreitung gingen in mehreren Regionen die Bestände heimischer Fischarten zurück, was 2024 zu umfangreichen Bekämpfungsmaßnahmen führte.
Nach Angaben der Behörden habe sich die Population inzwischen zwar verringert, eine vollständige Ausrottung gelte jedoch als unwahrscheinlich. Der Schwerpunkt liege deshalb inzwischen auf langfristiger Kontrolle und dem Umgang mit der invasiven Art.