UPDATE - PATTAYA: Nach der Entdeckung einer mutmaßlichen E-Zigarettenfabrik in Nong Pla Lai haben die Behörden weitere Einzelheiten zu dem Fall veröffentlicht. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag (9. Juni 2026) bezeichnete Justizminister Pol. Lt. Gen. Rutthaphon Naowarat die Anlage als eine der größten illegalen Produktionsstätten des Landes. Die Ermittler beschlagnahmten mehr als 99.000 E-Zigaretten und Produktionsmaterialien im Wert von mindestens 100 Millionen Baht. Die Fahndung nach den Hintermännern läuft weiter.
Am Vormittag besuchte der Justizminister gemeinsam mit Vertretern der Provinzverwaltung, der Polizei und weiterer Behörden das Lagergelände in Nong Pla Lai, wo die Produktionsstätte am Vortag ausgehoben worden war. Dabei wurden weitere Details zum Umfang der Anlage, den sichergestellten Beweismitteln und den laufenden Ermittlungen bekanntgegeben.
Mehr als 99.000 Vapes beschlagnahmt
Zu den beschlagnahmten Gegenständen zählen 65.031 fertige E-Zigaretten, 3.520 mit Liquid befüllte Verdampferkartuschen mit Lithiumbatterien, weitere 30.640 Kartuschen mit Lithiumbatterien, 480 Shisha-Vapes sowie zahlreiche Maschinen und Geräte für die Herstellung und Verpackung der Produkte. Zudem wurden 41 Behälter mit E-Zigaretten-Liquid, mehrere Druck-, Versiegelungs- und Abfüllmaschinen, Ladegeräte, Fahrzeuge sowie weitere Produktionsmittel sichergestellt.

Während des Rundgangs durch die Anlage fanden die Behörden zahlreiche Produktionslinien und Montagebereiche für E-Zigaretten. Nach Angaben des Justizministers deutet insbesondere ein Fund hinter dem Lagerkomplex auf die Größe des Betriebs hin. Dort entdeckten die Ermittler mehrere Hundert leere 25-Liter-Kanister, die zuvor mit konzentrierten E-Zigaretten-Liquids befüllt gewesen sein sollen. Die Menge der Behälter lasse darauf schließen, dass die Fabrik bereits seit längerer Zeit betrieben worden sei.
Verdächtiger Pick-up führte zur Fabrik
Bei der anschließenden Pressekonferenz würdigte Pol. Lt. Gen. Rutthaphon die Arbeit von Police Senior Sergeant Major Kritsana Rawiwichai von der Polizeistation Bang Lamung. Dessen Aufmerksamkeit hatte letztlich zur Aufdeckung der Produktionsstätte geführt.

Der Beamte war auf einen verdächtigen Isuzu-Pick-up mit geschlossenem Aufbau aufmerksam geworden, der ohne hinteres Kennzeichen das Gelände verließ. Die anschließende Kontrolle des Fahrzeugs führte zur Sicherstellung von E-Zigaretten und löste die weiteren Ermittlungen aus, die schließlich in der Durchsuchung des Lagerkomplexes und der Zerschlagung der mutmaßlichen Produktionsstätte mündeten.
Ermittlungen gegen Hintermänner
Nach Angaben der Behörden wurden bislang zwei myanmarische Staatsangehörige festgenommen, die als Arbeiter in der Fabrik beschäftigt gewesen sein sollen. Zudem nahmen die Ermittler einen thailändischen Mann fest, der E-Zigaretten auf dem Gelände abholen wollte, um sie an Kunden im Großraum Bangkok auszuliefern.

Das Justizministerium, die Royal Thai Police und weitere Behörden wollen die Ermittlungen nun auf die mutmaßlichen Investoren, Betreiber und mögliche Strohmänner ausweiten. Ziel sei es, die Hintermänner des Netzwerks zu identifizieren und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.
Cannabisfarm nicht beteiligt
Im Zusammenhang mit Berichten, wonach das Gelände früher als Cannabisfarm genutzt worden sei, erklärten die Behörden, dass entsprechende Anbaubetriebe und Genehmigungen bereits überprüft worden seien. Nach bisherigem Ermittlungsstand gebe es keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen dem früheren Cannabisanbau und der aktuellen E-Zigarettenfabrik.

Die Ermittlungen würden jedoch in alle Richtungen fortgesetzt, um mögliche weitere Beteiligte und Verbindungen vollständig aufzuklären.

Zum Abschluss der Pressekonferenz erhielt Police Senior Sergeant Major Kritsana gemeinsam mit seinem Streifenpartner eine Anerkennung für ihren Einsatz. Die Behörden riefen die Bevölkerung zudem dazu auf, verdächtige Personen oder Lagerhäuser mit möglichem Bezug zu illegalen Aktivitäten den zuständigen Stellen zu melden.