Argentinien lockert harte Währungskontrollen

Migranten aus dem Senegal verkaufen Produkte auf der Straße im Viertel Once in Buenos Aires. Foto: epa/Juan Ignacio Roncoroni
Migranten aus dem Senegal verkaufen Produkte auf der Straße im Viertel Once in Buenos Aires. Foto: epa/Juan Ignacio Roncoroni

BUENOS AIRES: Der libertäre Präsident Milei treibt sein Reformprogramm voran. Jetzt liberalisiert er auch die bislang strengen Devisenkontrollen. Den nötigen Spielraum schafft ein neuer Milliarden-Kredit vom IWF.

Nach der Freigabe eines neuen Milliarden-Kredits durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) hat Argentiniens ultraliberale Regierung die bislang strengen Devisenkontrollen gelockert. Privatpersonen können in dem südamerikanischen Land künftig unbegrenzt US-Dollar kaufen, wie Wirtschaftsminister Luis Caputo mitteilte. Bislang war der Umtausch auf 200 Dollar pro Monat begrenzt. Statt eines festgesetzten Wechselkurses soll sich der Kurs künftig je nach Angebot und Nachfrage in einem gewissen Rahmen frei bewegen.

Zuvor hatte der IWF der Regierung in Buenos Aires einen neuen Kredit in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar (18,1 Mrd Euro) gewährt. Argentinien ist der größte Schuldner des IWF und steht bereits jetzt bei dem Fonds mit mehr als 44 Milliarden US-Dollar in der Kreide. Die neuen Kredite sollen nun dazu dienen, den Schuldendienst gegenüber dem IWF zu stemmen und die Währungsreserven der Zentralbank zu erhöhen.

Argentinien ultraliberaler Präsident Javier Milei hat dem hoch verschuldeten Land ein radikales Reformprogramm verordnet. Der Wirtschaftswissenschaftler entließ Tausende Staatsbedienstete, kürzte Subventionen und beendete die Finanzierung öffentlicher Ausgaben mit der Notenpresse. Damit gelang es ihm, die Inflation deutlich zu senken und einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.

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