SAN CRISTÓBAL: Während der morgendlichen Schulversammlung fallen Schüsse. Ein minderjähriger Schüler stirbt, andere werden verletzt. Aufnahmen dokumentieren Chaos und Flucht.
Ein bewaffneter Jugendlicher hat in Argentinien bei einem Angriff auf dem Schulgelände einen Mitschüler erschossen. «Ein 15-Jähriger betritt die Schule mit einer Schrotflinte, [...] verletzt zwei Mitschüler und tötet einen 13-jährigen Jungen», sagte der Gouverneur der Provinz Santa Fe, Maximiliano Pullaro.
Der Angriff ereignete sich am frühen Morgen an einer Schule in der Stadt San Cristóbal im Zentrum des Landes während einer Versammlung zum Hissen der Flagge. Der mutmaßliche Täter, nach Behördenangaben selbst Schüler, hatte die Waffe laut Medienberichten in einem Gitarrenkoffer verborgen in die Schule gebracht und eröffnete dann das Feuer.
Zwei weitere Jugendliche wurden verletzt, befinden sich nach Angaben aus dem Umfeld der Behörden jedoch nicht in Lebensgefahr.
Ein Schulassistent habe den Angreifer überwältigt und ihm die Waffe abgenommen. Die Polizei nahm den Jugendlichen fest.
«Viele Kinder sind aus Angst durch Fenster gesprungen»
Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video, das von mehreren Medien aufgegriffen wurde, soll die dramatischen Momente während der Tat zeigen. Darauf sind Schüsse, Schreie und flüchtende Schüler zu hören.
Augenzeugen berichteten von panischen Szenen. «Viele Kinder sind aus Angst durch Fenster gesprungen und haben dabei die Scheiben zerbrochen», zitierte die Zeitung «La Nación» einen Arzt, der Verletzte behandelte.
Ein Vertreter der Stadtverwaltung erklärte, Lehrer hätten den mutmaßlichen Täter zuvor als unauffälligen Schüler beschrieben. «Die Lehrer sagten, er sei ein guter Schüler und habe gutes Verhalten gezeigt», sagte der Regierungssekretär der Stadt, Ramiro Muñoz, dem Sender TN. Zugleich verwies der Bildungsminister von Santa Fe, José Goity, auf eine «sehr komplexe innerfamiliäre Situation» des Jugendlichen.
Der lokale Fußballverein, bei dem das Opfer spielte, äußerte sich bestürzt. «Mit großer Trauer stehen wir seiner Familie, seinen Freunden und seinen Angehörigen in dieser schweren Zeit bei und schließen uns der Bitte um Respekt und Unterstützung für alle Betroffenen an», teilte der Club Atlético Independiente de San Cristóbal mit.