20 Jahre Haft für Umweltaktivisten

Le Dinh Luong (M.). Foto: truyenhinhnghean.vn/Screenshot
Le Dinh Luong (M.). Foto: truyenhinhnghean.vn/Screenshot

HANOI (dpa) - Vietnam geht weiter gegen unbequeme Kritiker vor: Ein vietnamesisches Gericht hat eine langjährige Haftstrafe sowie einen Hausarrest für einen Umweltaktivisten bestätigt.

Der 52-jährige Le Dinh Luong müsse für 20 Jahre ins Gefängnis und 5 Jahre in Hausarrest, sagte sein Anwalt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Hanoi. Le war nach seiner Festnahme im Juli 2017 wegen «Aktivitäten zum Sturz der Volksregierung» des südostasiatischen Landes verurteilt worden. Er wurde für schuldig befunden, Mitglied der verbotenen Oppositionsgruppe Viet Tan zu sein.

Die Organisation zielt nach eigenen Angaben darauf ab, den kommunistischen Einparteienstaat Vietnams mit friedlichen Mitteln zu stürzen. Der Verurteilte hatte zuvor an Protesten gegen den Umgang der Regierung mit einem Chemieunfall des Stahlkonzerns Ha Tinh Steel teilgenommen. Giftige Abwässer hätten im Frühjahr 2016 an der Nordküste ein Fischsterben verursacht. Laut Amnesty International werden die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit in Vietnam willkürlich eingeschränkt.

Erst am Mittwoch war eine prominente vietnamesische Menschenrechtlerin aus dem Gefängnis entlassen worden. Auch die sogenannte «Mutter Pilz» hatte sich kritisch zum Umgang der Regierung mit dem Chemieunfall geäußert. Sie war wegen Propaganda gegen den Staat 2017 für zehn Jahre ins Gefängnis geschickt, am Mittwoch aber vorzeitig entlassen worden.

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