PATTAYA: Ein 18-jähriger Mann ist in Pattaya Opfer einer mutmaßlichen chinesischen Betrügerbande geworden. Nach einem vermeintlichen Online-Jobangebot wurde er entführt, festgehalten und unter massiven Drohungen gezwungen, sein Bankkonto für Geldtransaktionen in Höhe von rund 400.000 Baht zur Verfügung zu stellen.
Der Vorfall ereignete sich am Freitag (2. Januar 2026) in einem Condominium an der Pattaya Third Road. Nach Angaben der Polizei war der junge Mann über ein Stellenangebot in sozialen Netzwerken auf die Täter aufmerksam geworden. Nach einer Kontaktaufnahme wurde ein Treffen vereinbart. Da der 18-Jährige kein eigenes Fahrzeug hatte, bot einer der späteren Täter an, ihn von zu Hause abzuholen. Statt zu einem Gespräch über die Arbeit wurde er jedoch in ein Condominium gebracht und dort festgehalten.
Digitale Wallets unter Zwang eingerichtet

In der Wohnung wurde das Opfer angewiesen, digitale Geldbörsen in einer Online-App einzurichten. Als Gegenleistung wurden ihm 1.500 Baht in Aussicht gestellt. Nach Abschluss der Einrichtung nahmen die Täter sein Mobiltelefon und seine ID-Card an sich und setzten ihn unter Druck, weitere Bankverbindungen offenzulegen. Für den Fall der Weigerung drohten sie damit, ihn festzuhalten und nicht nach Hause zurückkehren zu lassen. Aus Angst übergab der 18-Jährige schließlich seine Kontodaten. Nachdem die Täter zunächst Vertrauen gefasst hatten, durfte er vorübergehend nach Hause zurückkehren.
Kontosperre löst Eskalation aus

Wenig später stellte der junge Mann fest, dass auf sein Konto Geldbeträge in Höhe von fast 400.000 Baht eingegangen waren. Er vermutete, dass es sich um Gelder aus illegalen Aktivitäten handelte und sein Konto als Strohkonto missbraucht wurde. Daraufhin ließ er alle betroffenen Konten bei seiner Bank sperren. Dies führte zu heftigen Reaktionen der Täter, die anschließend in das Haus des Opfers eindrangen, das Eigentum durchsuchten und Bankunterlagen an sich nahmen. Der 18-Jährige wurde erneut festgesetzt und unter der Drohung, seine gesamte Familie zu töten, zur Rückkehr in das Condominium gezwungen.
Hausverwaltung alarmiert Polizei

Während eines kurzen unbeobachteten Moments gelang dem Opfer die Flucht. Er suchte in dem Condominium Hilfe bei der Hausverwaltung, die umgehend die Polizei verständigte. Einsatzkräfte konnten den jungen Mann in Sicherheit bringen und nahmen wenig später eine 26-jährige Thailänderin fest, die als Freundin eines der Tatverdächtigen gilt. Kurz darauf wurde ein 27-jähriger chinesischer Staatsangehöriger in der Wohnung im 13. Stock des Gebäudes festgenommen.
Drogenfund und Visumverstoß festgestellt

Bei der Durchsuchung stellten die Beamten unter anderem eine geringe Menge Ketamin, entsprechende Konsumutensilien, einen Laptop sowie mehrere Bankbücher sicher. Zudem ergab die Überprüfung, dass das Visum des chinesischen Tatverdächtigen bereits seit September 2025 abgelaufen war. Beide Beschuldigten wurden in Gewahrsam genommen und müssen sich nun strafrechtlich verantworten.
Die Polizei untersucht derzeit die Geldflüsse, um mögliche weitere Beteiligte und Hintermänner der mutmaßlichen Betrügerbande zu identifizieren. Der chinesische Tatverdächtige macht bislang keine Angaben. Die Ermittlungsbehörden zeigten sich dennoch zuversichtlich, den Fall vollständig aufklären zu können.