Schweiz hilft Saudi-Arabien und Iran

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BERN (dpa) - Die verfeindeten Länder Saudi-Arabien und Iran haben einen neuen Kanal für diplomatische Kontakte.

Die Schweiz übernimmt die Schutzmachtmandate in den jeweils anderen Ländern, wie das Schweizer Außenministerium am Mittwoch mitteilte. Der Schweizer Botschafter in Riad vertritt die iranischen Interessen in Saudi-Arabien, der Botschafter in Teheran die saudischen Interessen im Iran. Die Verträge seien am Mittwoch unterzeichnet worden.

Dabei geht es in erster Linie um konsularische Dienste, «oder diplomatischen Aufgaben, falls dies von den betroffenen Staaten gewünscht wird», wie das Amt mitteilte.

Die muslimischen Länder buhlen beide um die Vormachtstellung als Regionalmacht. Sie trennt zudem die Religion: Saudi-Arabien sieht sich als Zentrum des sunnitischen Islams, Iran als schiitische Vormacht in der Region. Der Streit zwischen Schiiten und Sunniten entzündete sich an der Nachfolge des Propheten Mohamed und hält bis heute an. Zwischen den beiden Ländern eskalierte die Feindschaft Anfang 2016. Als ein schiitischer Geistlicher in Saudi-Arabien hingerichtet wurde, brachen die beiden Länder ihre Beziehungen ab.

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Leserkommentare

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Zil Zelini 26.10.17 01:32
Etwas...
Entspannung gibt es bereits. So wurden dieses Jahr die Vereinbarungen im Interesse der Haddsch-Pilger unbürokratisch geregelt, das war in der Vergangenheit immer ein Konfliktpunkt. Zudem hat das saudische Königshaus die Presse und andere Medien angewiesen, Agitationen und Angriffe auf den Iran zu unterlassen. Im August hatte Russland angeboten, im Streit zwischen KSA und dem Iran zu vermitteln.