Schlappe für Clariant und Huntsman

Foto: epa/Georgios Kefalas
Foto: epa/Georgios Kefalas

MUTTENZ (dpa) - Die Fusion ist vom Tisch: Der Chemiekonzern Clariant und der US-Konkurrent Huntsman beugen sich dem Druck von Investoren. Eine nicht ganz unerwartete Kehrtwende, denn eine Aktionärsgruppe namens White Tale hatte den Deal seit Monaten torpediert und zuletzt ihren Anteil an Clariant auf 20 Prozent ausgebaut. Am Aktienmarkt reagierten die Anleger verschnupft.

Die Beendigung des Vorhabens sei «im besten Interesse aller Anspruchsgruppen», teilten beide Unternehmen am Freitag mit. Diese Entscheidung sei einvernehmlich gefallen. Angesichts des anhaltenden Aktienzukaufs des aktivistischen Investors White Tale und seiner Opposition gegen die Transaktion, die mittlerweile von weiteren Aktionären unterstützt werde, sei eine erfolgreiche Durchführung zu ungewiss, hieß es weiter. Mit der Fusion wäre ein Unternehmen mit einem gemeinsamen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar entstanden.

Im Mai hatten die beiden Unternehmen ihre Pläne für ein Zusammengehen verkündet. Angestrebt wurde eine Fusion unter Gleichen, wobei Clariant am neuen Unternehmen 52 Prozent gehalten hätte und Huntsman 48 Prozent. Die Konzerne versprachen sich von der Fusion unter anderem verbesserte Wachstumsmöglichkeiten in Schlüsselmärkten wie den USA und China.

Der Aufhebungsvertrag sehe für keine der beiden Seiten eine Strafzahlung vor, hieß es am Freitag weiter. Clariant werde sich nun weiter auf ihre erfolgreiche Strategie konzentrieren, um die Marktposition weiter auszubauen, teilten die Schweizer mit. Für weitere Aussagen über die zukünftig Richtung sei es zu früh, sagte Unternehmenschef Hariolf Kottmann.

Trotz des Rückschlags will Kottmann an der Spitze des Unternehmens bleiben. Wie lange er sich dort halten kann, scheint indes ungewiss. Der Druck auf ihn dürfte in den nächsten Wochen und Monaten zunehmen. Ein Wechsel werde deshalb nicht ausgeschlossen, hieß es am Markt.

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