Ganz am Rande

Lächeln Sie

Das Thema hatten wir ja schon vor Kurzem: die manchmal schwierige Verständigung mit den Thais aufgrund mangelnder Englischkenntnisse. Und nur wenige unter uns beherrschen die Thai-Sprache.

Am besten treffen es noch jene Ausländer, die der englischen Sprache ebenfalls nicht allzusehr mächtig sind. Hier klappt die Kommunikation zwischen Thais und Farangs hervorragend. Das liegt sicherlich an der inzwischen internationalisierten Zeichensprache sowie einigen sofort verständlichen Worten. Bier ist Beer, und Schnaps ist Snaps. Beherrscht jedes Barmädel. Ebenso die netten Dialoge. „Hello, welcome“ „What’s your Name?“ „Where you from?“ „How much you have?“. Sie antworten nur mit „Hello“, „Heinrich“, „Berlin“ und „mak-mak“, und schon sind Sie im Geschäft. Kleine Abweichungen vom Standard bringen allerdings Stress, zum Beispiel beim Raubkopienkauf. „Have you auch Filme in German Sprache?“ „Dschöraman?“ „Nee, German“, „no have.“ Schade.

Bei Missverständnissen lautet die wohl wichtigste Regel in Thailand: Lächeln Sie. Immer. Und egal, was passiert. Zum Beispiel im Restaurant. Wenn Sie wie gewohnt erst mal das Bier bestellen wollen, bevor Sie sich für das Reisgericht entscheiden, so ist das vergeblich, denn die Thais sind höflich und warten, bis Sie auch das Essen ausgewählt haben. Sollte Sie das irritieren, denken Sie dran: Lächeln. Dann kommt das Bier. Sie haben zwar keinen Schaum, dafür aber sehr viel Eis im Glas. Lassen Sie es zurückgehen, lächelnd, und sagen Sie im perfekten Thailändisch: „Mai au nam keng“. Zugegeben, es dauert dann etwas, bis das frische Bier ohne Eis kommt, weil die Mädels am Tresen sich erstmal abgiggeln müssen. Aber: Sie sind von nun an ein Held. Kommen Sie demnächst wieder, erhalten Sie mit Sicherheit den besten Plastiktisch direkt neben der Küche.

Besuchen Sie dagegen mal eine Farang-Kneipe, können Sie demnächst ein Buch über Heinzi‘s tollen Lebenslauf schreiben, der Ihnen ungefragt erzählt, dass er zu denen gehört, „die wo dem Klinsi das Kicke beibracht hän“.

Und lächeln Sie bitte über die berühmten Farang-Witze, die man Ihnen ständig erzählen wird, auch wenn’s weh tut. So wird auch Paule in Patpong’s Ping-Pong-Bar Ihnen diesen erzählen: „Weißt du, wie du in Thailand eine Million machst? In dem du zwei mitbringst.“ Was für ein Brüller.

Während Paule sich selbst nicht mehr einkriegt, geben Sie ihm einen aus, wechseln Sie aber nicht das Thema, sondern unauffällig das Etablissement. Protestieren Sie allerdings lautstark, weil der Türsteher der Cozy Disco Ihnen den Zutritt verwehrt, so müssen Sie aufpassen, dass Sie nicht einen auf die Glocke kriegen. Auch hier ist es wieder wichtig zu lächeln. Rechtzeitig. Dann dürfen Sie auch rein und bestellen sich einen Wodka und einen Lady-Drink für die Schönheit neben Ihnen, die leider keine Lady ist, was Sie dann aber erst merken, wenn es zu spät ist. Und was tun Sie? Genau.

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