Familienzuwachs

Manchmal wundere ich mich darüber, wenn über der Callolo-Geschichte im FARANG steht

"Heute schon gelacht?"

Ja, was glauben denn diese Leute in der Redaktion, was ich mit meiner Herzallerliebsten zu lachen habe? Gar nichts! Wir kämpfen meistens miteinander. Da gibt es nichts zu lachen. Wir sind beide froh, wenn wir unsere täglichen Probleme einigermaßen in den Griff kriegen. Und dabei sind wir keineswegs immer happy. Die Zeiten, als über uns ein Himmel schien, der ständig Honig und Manna, Herzen und Glück über uns ausschüttete, sind dahin, jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt, und ob sich das noch einmal ändern wird, ist ungewiss.

Gestern kam Nai mit einem weißen Kaninchen aus der Stadt zurück.

"Was soll das denn?" fragte ich sie.

"Schatz, du kümmerst dich um den Hund, und ich werde für das Kaninchen sorgen."

Inzwischen sind unser Hund und das Kaninchen ein Herz und eine Seele.

"So möchte ich auch gerne mit dir zusammenleben", sagte ich zu ihr.

Sie antwortete: "Callolo, Kaninchen sind einfach kuscheliger."

Na, vielen Dank.

Ich fühlte mich angemacht und fragte mit bösartigem Hintergedanken:

"Wann ist das Kaninchen denn schlachtreif?"

Da hätten Sie meine Herzallerliebste mal sehen sollen.

"Brutalo!" brüllte sie mich an, "wie kannst du nur so etwas denken?"

Abends lud ich sie ins Restaurant "Alois" ein. Und was bestellte sie?

Rabbit in Weinsoße.

Ich aß Fisch und fragte sie so ganz nebenbei, wie das Kaninchen ihr mundete.

Nun, ihre Englischkenntnisse sind miserabel, ganz im Gegensatz zu ihren Deutschkenntnissen. Sie glaubte tatsächlich, einen Fisch bestellt zu haben. Aber auch ihr Rabbit schmeckte ihr vorzüglich, bis sie erfuhr, dass es sich um ein Kaninchen handelte. Dann rief sie den Kellner und behauptete, einen Fisch bestellt zu haben. Der verunsicherte Kellner rief den Chef herbei, der, nachdem er mich zwinkern sah, ihr sofort recht gab und ihr einen Snow-Fisch servierte, der natürlich später gesondert auf der Rechnung auftauchte.

Eines steht für sie fest: Unser weißes Kaninchen, das sie auf den Namen Fee getauft hat, wird niemals im Kochtopf enden.

Ebenso wenig wie unser Hund, aber für den bin ich ja jetzt verantwortlich, und der ist inzwischen zu meinem besten Freund geworden, denn im Gegensatz zu meiner Herzallerliebsten vertraut er mir blind, stellt keine dummen Fragen und verlangt auch kein Geld für teure Klamotten und Schönheitscremes.

Manchmal denke ich, es wäre besser, ich wäre mit meinem Hund verheiratet und meine Herzallerliebste wäre mein Hund.

Dann könnten wir auch die besten Freunde sein.

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Leserkommentare

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Ding Dong 14.08.12 22:36
Ich sage es zum wiederholten Male: "Diese Kolumne ist fast nicht mehr auszuhalten". Was ein frustriertes Leben wird da zwischen zwei Leute eigentlich geführt ? Nebenbei werden mal so die Sitten und Gebräuche unseres Gastlandes lächerlich gemacht, aber wen kümmert es ? Anscheinend ja nur mich ...
Schwabe 01.08.12 23:23
ich weiß nicht, ob es in allen Ehen so geht... Ist es immer so, dass nach einer gewissen Zeit Unzufriedenheit und Verletzungen ständige Begleiter sind?