PARIS: Ein Meteorit, ein Virus und ein Tierpark im Ausnahmezustand: «Zombies im Zoo - Verrückt nach Mitternacht» verbindet Animationsfilm und Horror zu einem ungewöhnlichen Mix.
Draußen ist es still, nur ein fernes Knacken durchbricht die Nacht. Ein Kaninchen sitzt im dunklen Heuboden des Zoos von Colepepper. Etwas beginnt in ihm zu glühen, kaum wahrnehmbar zuerst, dann unaufhaltsam. Und zwischen rosa Schimmer und schleimigem Zucken kippt die Nacht in einen Alptraum.
Horror trifft Animationskino
«Zombies im Zoo - Verrückt nach Mitternacht» (Originaltitel: «Night Of The Zoopocalypse») - eine Koproduktion aus Kanada, Frankreich und Belgien - setzt dort an, wo Animationsfilme selten hingehen: im Horror.
Ein Meteorit stürzt auf den Zoo von Colepepper, ein Virus breitet sich aus, und die Tiere beginnen sich in geleeartige Zombie-Mutanten zu verwandeln. Aus einem scheinbar klaren Schockkonzept entwickelt der Film jedoch überraschend schnell einen Ton zwischen Grusel, Humor und Familienkino.
Regie führten Ricardo Curtis, der unter anderem an «Der Gigant aus dem All» mitwirkte, sowie Rodrigo Perez-Castro, der bereits bei «Ice Age - Kollision voraus!» beteiligt war. Die Grundidee des Films geht auf ein Konzept des Horrorautors Clive Barker zurück, der vor allem durch «Hellraiser» bekannt wurde.
Gracie und Dan: Zwei ungleiche Überlebende
Im Zentrum steht die smarte Wölfin Gracie, die lieber Abstand hält, als Verantwortung zu übernehmen. Doch als der Zoo kippt und aus vertrauten Mitbewohnern unberechenbare Kreaturen werden, bleibt ihr keine Wahl. An ihrer Seite: Dan, ein grober Puma mit mehr Moral als Manieren. Gemeinsam bilden sie ein Duo, das weniger aus Heldenmut als aus Notwendigkeit entsteht.
Besonders charmant ist das Figurenensemble, das sie begleitet: Xavier, der filmverrückte Lemur, der das Geschehen kommentiert, Frida, das impulsive Capybara, Ash, der sarkastischer Strauß und Felix, der egoistische Affe, dem man besser nicht traut.
Die ungleiche Gruppe muss einen Plan entwickeln, um die Zootiere wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Dafür stellen sie sich einer gefährlichen Mission.
Glibber statt Blut
Visuell setzt der Film auf eine eigene Ästhetik. Statt klassischer Zombie-Darstellungen stehen glibberige, farbintensive Kreaturen, die zugleich eklig und verspielt wirken. Die Gewalt ist dabei durchaus deutlich: Die Mutanten werden verstümmelt, zerquetscht oder stürzen aus großer Höhe zu Boden.
Gleichzeitig bleibt der Ton des Films nicht durchgehend düster. Durch die geleeartige Beschaffenheit der Figuren kippen viele Szenen immer wieder ins Absurde, wenn Körper auseinanderfallen, sich neu zusammensetzen oder miteinander verschmelzen. Mit der Zeit etabliert der Film so eine ganze Reihe grotesker Zombie-Varianten: leuchtende, glibberige Kreaturen mit spitzen Zähnen und heraushängenden Zungen.
Zusammenhalt als Überlebensprinzip
Die Geschichte folgt vertrauten Mustern aus dem Survival-Genre: Gruppenbildung, Überlebenskämpfe und der wiederkehrende Appell an Zusammenhalt. Doch der Film variiert diese Struktur immer wieder leicht und bricht sie mit ironischen Momenten.
Visuell bedient sich der Film klarer Horror-Konventionen: tiefe Kameraperspektiven, bedrohliche Silhouetten und das Spiel mit dem Unsichtbaren erinnern an Genreklassiker wie «The Thing» oder «Gremlins». Die Motive werden jedoch kindgerecht umgesetzt. Spannung entsteht, aber stets kontrolliert.
Abenteuer, Parodie und Monsterkino
Am Ende verliert der Film etwas an Energie und zieht manche Entwicklungen leicht in die Länge. Einige Konfliktlösungen wirken vorhersehbar, und die Figuren bleiben gelegentlich stark an bekannten Genre-Archetypen orientiert. Doch auch dann trägt ihn seine starke Bildsprache bis zum Schluss.
«Zombies im Zoo - Verrückt nach Mitternacht» ist ein ungewöhnlicher Animationsfilm, der sich traut, Kinder an Horrorästhetik heranzuführen, ohne sie wirklich zu überfordern. Er ist gleichzeitig Abenteuer, Parodie und kleines Monsterkino.