Woher kommt der Honig? EU-Länder fordern genauere Kennzeichnung

Foto: Twitter/@taeminyn
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BRÜSSEL (dpa) - Nach Europa importierter Honig soll nach einem Vorschlag von 16 EU-Ländern genauer gekennzeichnet werden, um hiesige Imker vor Billigkonkurrenz zu schützen. Auch Agrarministerin Julia Klöckner unterstützte den Vorstoß am Montag in Brüssel grundsätzlich.

Hintergrund sind die großen Preisunterschiede. Importhonig aus Drittstaaten sei oft viel billiger, heißt es in der Vorlage der 16 Staaten. «Wegen höherer Produktionskosten können EU-Hersteller kaum mit importiertem Honig konkurrieren.» Dafür lege die EU jedoch Wert auf hohe Umwelt- und Qualitätsstandards.

Bisher gilt für die Kennzeichnung: Wenn Honig aus der EU mit Importhonig etwa aus China vermengt wird, muss dies nur allgemein auf der Verpackung angegeben sein als «Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern». Theoretisch können kleine Mengen EU-Honig mit einem Großteil billiger Importe vermengt werden, ohne dass Verbraucher dies genau nachvollziehen können. Die Länder fordern von der EU-Kommission einen Vorschlag für klarere Hinweise auf den Ursprung gemischten Honigs.

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Bernd Wendland 29.01.20 01:21
Deutsche Bienenbeuten als Beute der Konzerne.
In deutschen Supermärkten gibt es überhaupt keinen Honig mehr, der allein von Bienen in der EU oder gar in Deutschland produziert wurde. Welche Pestizidmengen in den Nicht-EU-Ländern auf die Pflanzen niedergehen, steht natürlich nicht auf der Verpackung. Wie hoch diese Mengen schon innerhalb der EU sind, erkennt man daran, dass in den letzten 20 Jahren 80 % der Insekten ausgerottet worden sind. Das sieht man unschwer schon daran, dass im Sommer keine Krabbler mehr an den Windschutzscheiben der Autos kleben bleiben. Daher werden vermehrt Bienenbeuten (vulgo "Körbe") in Städten aufgestellt, wo die Häuslebesitzer die Schützengräben der bösen Ameisen zum Glück vermehrt mit dem Flammenwerfer bekämpfen statt mit Insektiziden. Aber bevor es eine Änderung der Kennzeichnungsbestimmungen für Honig gibt, wird die unfähige Ministerin Klöckner erst einmal bei Nestle, Langnese & Co. um Erlaubnis fragen.