Israel ruft Dörfer zur Flucht auf

Israels Luftabwehr fängt nahe Kyriat Shmona im Norden des Landes aus dem Libanon abgefeuerte Geschosse ab. Foto: EPA/Atef Safadi
Israels Luftabwehr fängt nahe Kyriat Shmona im Norden des Landes aus dem Libanon abgefeuerte Geschosse ab. Foto: EPA/Atef Safadi

TEL AVIV/BEIRUT: Raketen, Luftangriffe und Evakuierungen: Die Spannungen zwischen Israel und Hisbollah nehmen weiter zu. Beide Seiten werfen sich Verletzungen der Waffenruhe vor.

Die israelische Armee hat nach mehreren Angriffen der libanesischen Hisbollah-Miliz die Bewohner von zehn Dörfern im Libanon zur Evakuierung aufgefordert. Ein Armeesprecher begründete dies mit anhaltenden Verstößen der Hisbollah gegen die vereinbarte Waffenruhe.

Arabische Fernsehsender berichteten außerdem von israelischen Luftangriffen auf Ziele in der libanesischen Stadt Nabatija und deren Umgebung. Dabei sollen nach Angaben des libanesischen Fernsehsenders LBC mindestens drei Menschen getötet worden sein. Eine offizielle Bestätigung gab es bislang nicht.

Hisbollah feuert Raketen

Laut Angaben der israelischen Armee feuerte die Hisbollah in der Nacht etwa 10 bis 15 Raketen in vier Wellen auf den Norden Israels ab. Allein zehn Geschosse waren nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung «Haaretz» unter Berufung auf Kommunalbehörden auf die grenznahe Stadt Kiriat Schmona gerichtet. Die israelische Luftabwehr fing neun Raketen ab. Ein Projektil schlug im Stadtzentrum ein und verursachte Sachschäden. Es gab keine Verletzten.

Die Hisbollah teilte auf Telegram mit, sie habe israelische Streitkräfte im Südlibanon mit Sprengfallen, Artilleriegeschossen und Raketen attackiert. Dabei sollen israelische Soldaten verletzt worden sein. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Zwischen Israel und der Hisbollah gilt seit April ein Waffenruheabkommen, dessen Bestimmungen von beiden Parteien fortlaufend verletzt werden. Israelische Truppen sind im Südlibanon im Einsatz. Die vom Iran unterstützte Hisbollah lehnt Verhandlungen mit Israel ab. Israels Ministerpräsident hatte zuletzt erklärt, die Armee werde mit aller Härte gegen die Hisbollah vorgehen und die Angriffe ausweiten.

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