Vorgezogene Neuwahlen am 28. Dezember geplant

Eine Frau stimmt im Wahllokal der Schule St. Sava in Nordmitrovica ab, wo bei Kommunalwahlen Bürgermeister und Räte neu bestimmt werden. Foto: epa/Georgi Licovski
Eine Frau stimmt im Wahllokal der Schule St. Sava in Nordmitrovica ab, wo bei Kommunalwahlen Bürgermeister und Räte neu bestimmt werden. Foto: epa/Georgi Licovski

PRISTINA: Zwei Anläufe zur Regierungsbildung sind nach der Wahl im Februar gescheitert. Nun geht es für die Bürgerinnen und Bürger des kleinen Balkanlandes kurz vor Silvester wieder zu den Urnen.

Nach zwei gescheiterten Anläufen für eine Regierungsbildung stehen im Kosovo am 28. Dezember vorgezogene Parlamentswahlen bevor. Diesen Termin gab Staatspräsidentin Vjosa Osmani bekannt. Vorher löste sie das im Februar dieses Jahres gewählte Parlament auf. Das Prozedere ist Vorschrift, wenn nach einer Wahl keine Regierung gebildet werden kann.

Zuvor hatte das Parlament des erst seit 2008 unabhängigen Balkanlandes sowohl dem derzeit kommissarisch amtierenden Ministerpräsidenten Albin Kurti als auch dessen Parteifreund Glauk Konjufca bei der Wahl zum Ministerpräsidenten das Vertrauen verweigert.

Kurtis prowestliche, sozialdemokratische Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung) war zwar bei der letzten Wahl stärkste Partei geworden, hatte aber keine ausreichende Mehrheit mehr bekommen. Seit der Wahl hatte das Parlament monatelang über die Besetzung der Posten für das Parlamentspräsidium gestritten und konnte sich deswegen lange Zeit nicht offiziell konstituieren.

Trübe Finanzaussichten

Osmani bedauerte, dass sie vergeblich versucht habe, das Parlament vor seiner Auflösung dazu zu bewegen, wenigstens den Haushalt für 2026 zu beschließen und «fünf internationale Abkommen im Wert von einer Milliarde Euro» zu ratifizieren.

Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo war früher eine serbische Provinz. Nach Aufständen gegen die serbische Herrschaft und einer Nato-Intervention im Jahr 1999 hatte sich das Land 2008 für unabhängig erklärt. Mehr als 100 Staaten, darunter Deutschland, erkennen die Unabhängigkeit an, nicht aber Serbien und Russland. Da das Kosovo auch von fünf EU-Ländern nicht anerkannt wird, darunter Spanien und Griechenland, hat es nur den Status eines «potenziellen Beitrittskandidaten».

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