Vance sorgt für Ärger in Grönland

Ohio republikanischer Senator und Vizepräsidentschaftskandidat J.D. Vance in seiner Heimatstadt. Foto: epa/David Maxwell
Ohio republikanischer Senator und Vizepräsidentschaftskandidat J.D. Vance in seiner Heimatstadt. Foto: epa/David Maxwell

WASHINGTON: Die Vances wollen in den nächsten Tagen zusammen nach Grönland reisen - auch wenn sie niemand darum gebeten hat. Donald Trumps Vizepräsident erklärt, er wolle dort nach dem Rechten sehen.

US-Vizepräsident J.D. Vance will seine Ehefrau Usha bei einem umstrittenen Besuch in Grönland begleiten. «Die Aufregung um unseren Besuch in Grönland an diesem Freitag war so groß - deshalb habe ich beschlossen, dass ich nicht möchte, dass sie den ganzen Spaß allein hat», kündigte der Stellvertreter von Präsident Donald Trump in einem Video auf der Plattform X an. Also werde er gemeinsam mit seiner Frau dort hinreisen.

Usha Vances Reisepläne hatten zuletzt Schlagzeilen gemacht. Grönland zeigte sich wenig erfreut über den Besuch. Hintergrund sind wiederholte Äußerungen Trumps, dass er gerne die Kontrolle über die gewaltige Insel im Nordatlantik übernehmen würde.

Kaufen oder einfach die Kontrolle übernehmen?

Grönland gehört zu Dänemark. Die Insel liegt in der Nähe von Nordamerika, was geopolitische Interessen weckt. Von der Fläche her ist Grönland sechs Mal so groß wie Deutschland, hat aber nur eine Einwohnerzahl, die einer mittelgroßen deutschen Stadt wie Baden-Baden oder Frankfurt an der Oder entspricht. Die Insel hat eine große Bedeutung für die militärische Kontrolle der Arktis und ist zudem reich an Rohstoffen wie seltenen Erden. Zudem verlaufen in der Region wichtige Schifffahrtsrouten.

Trump hat seit langem ein Auge auf Grönland geworfen. In seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) hatte er vorgeschlagen, dass die USA die Insel einfach kaufen könnten. Das wiesen die Grönländer damals empört zurück. In seiner zweiten Amtszeit erhob er nun wieder Anspruch darauf, die Insel zu kontrollieren, und wiederholte in den vergangenen Monaten seinen Wunsch, sie zu amerikanischem Territorium zu machen. Trump begründet dies wahlweise mit der nationalen oder der internationalen Sicherheit der USA. Vor diesem Hintergrund war sein Sohn Donald Jr. bereits Anfang Januar für einen Tag in die grönländische Hauptstadt Nuuk gereist - was ebenfalls für Aufsehen sorgte.

Gäste ohne Einladung

Donald Trump hatte zuletzt behauptet, der geplante Besuch von Usha Vance erfolge auf Einladung. Die geschäftsführende Regierung Grönlands stellte jedoch klar, dass sie niemanden eingeladen habe - weder zu einem privaten noch zu einem offiziellen Besuch. Die grönländische Politik ist nach der Parlamentswahl vom 11. März gerade dabei, eine neue Regierung zu bilden. Am 1. April finden zudem Kommunalwahlen auf der Insel statt.

Auch Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte beklagt, es gehe bei dem Besuch von Usha Vance offensichtlich nicht darum, was Grönland brauche oder sich wünsche. Frederiksen sprach von einem unakzeptablen Druck, der auf Grönland und auf Dänemark ausgeübt werde. Der Nato-Partner Dänemark verweist darauf, dass die Bürger des weitgehend autonomen Grönlands selbst über ihre Zukunft und ihre mögliche Unabhängigkeit vom dänischen Königreich entscheiden könnten.

«Schauen, wie es um die Sicherheit bestellt ist»

Usha Vance hatte nach offiziellen Angaben ursprünglich geplant, gemeinsam mit ihrem Sohn und Begleitern historische Stätten zu besichtigen, mehr über das grönländische Erbe zu erfahren und einem traditionellen Hundeschlittenrennen beizuwohnen. Nun hat sich nicht nur die Reisedelegation verändert, sondern auch das Programm: Der Besuch beim Hundeschlittenrennen ist nach Angaben des Weißen Hauses abgesagt. Stattdessen ist ein Treffen der Vances mit US-Streitkräften geplant. Ein Truppenbesuch ist auch ohne Einladung des Gastgeberlandes möglich.

Trumps Vize Vance sagte, er wolle bei dem Besuch in Grönland Vertreter des US-Weltraumkommandos Space Force treffen und sich anschauen, «wie es um die Sicherheit in Grönland bestellt ist». Viele andere Länder hätten Grönland bedroht - und auch damit gedroht, dessen Territorien und Wasserwege zu nutzen, um wiederum gegen die USA und Kanada vorzugehen. «Also werden wir überprüfen, wie die Dinge dort laufen», schob er nach. Politiker in den USA und in Dänemark hätten Grönland viel zu lange ignoriert, beklagte er.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Hans-Dieter Volkmann 26.03.25 16:30
Vance sorgt für Ärger.....
Entschuldigung, soll nicht den Zutritt Dänemark sondern "Grönland" heißen.
Hans-Dieter Volkmann 26.03.25 16:00
Vance sorgt für Ärger.....
Wenn Grönland bzw. Dänemark sich als souveräne Nation verstehen, dann wäre es berechtigt sie würden sich diese Provokation nicht gefallen lassen und ihnen als unerwünschte Personen den Zutritt Dänemark´s verweigern.
Günter Jack 26.03.25 14:50
Unglaublich was Orange-Donald und der pausbackige Vance sich weltweit an Unverschaemtheiten erlauben. Man kann nur instaendig hoffen, dass diese Horrorshow vorzeitig ein Ende findet.
Urs Widmer 26.03.25 14:00
Vance sollte besser in seinem eigenen Land nach dem Rechten sehen und für Ordnung sorgen. Positives hat man in seiner bisherigen Amtszeit nicht von ihm gehört. Er macht Staatsbesucher lächerlich, beleidigt andere Nationen und unterhält sich in einem Gruppenchat wie ein unreifer Jüngling über Kriegseinsaetze. Zu hoffen ist nur, dass dieser Typ nie das Präsidentenamt übernehmen muss.
Ingo Kerp 26.03.25 12:20
Offiziell will keiner auf Groenland die Familie Vance haben wollen. Man darf annehmen, das es wie beim Trump jr. Besuch zugeht. Die Vance laden ein paar Einheimische zum kostenlosen Essen ein, geben ein kleines Taschengeld und lassen sich mit denen fotografieren. Reisen danach wieder ab und die eingeladenen Einheimischen koennen sich die Vorwürfe der Nachbarn anhoeren.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.