Sudan: Rückkehr in die Zerstörung

​UN warnen vor Minen, Hunger und fehlender Hilfe beim Wiederaufbau

Sudanesische Geflüchtete erreichen das Dorf Gerbana nahe der Grenze – Zehntausende suchen Schutz in Südsudan. Foto: epa/Diego Menjibar
Sudanesische Geflüchtete erreichen das Dorf Gerbana nahe der Grenze – Zehntausende suchen Schutz in Südsudan. Foto: epa/Diego Menjibar

GENF: Millionen Sudanesen wollen in ihre Heimat zurück, aber zwei Jahre verheerende Kämpfe haben viel zerstört. Und sie treffen auf ein lebensgefährliches Problem.

Nach dem Abflauen der Kämpfe zwischen Regierung und Rebellen in Teilen des Sudans kehren Hunderttausende Vertriebene und Geflüchtete zurück. Die UN-Organisationen bitten um finanzielle Unterstützung, um die Rückkehrer beim Wiederaufbau ihres Lebens zu helfen.

Das nordostafrikanische Land steckt nach UN-Angaben in der weltweit größten Hunger- und Vertreibungskrise der Welt. Seit Ausbruch des Konflikts im April 2023 sind mehr als zwölf Millionen Menschen vertrieben worden und teils über die Grenzen geflohen. Damals zerbrach die Zusammenarbeit zwischen dem Staatschef und seinem Stellvertreter, der sich dann als Anführer der Miliz RSF gegen die Armee stellte.

Es entbrannte ein blutiger Kampf um die Vorherrschaft. Die Armee hat die Rebellen in den vergangenen Monaten aus der Hauptstadt Khartum und einigen anderen Regionen vertrieben, aber die Kämpfe gehen anderswo weiter. Der Sudan ist etwa fünfmal so groß wie Deutschland und hat rund 50 Millionen Einwohner.

Seit März hätten sich etwa 1,3 Millionen Menschen auf den Weg zurück in die Hauptstadt Khartum und in die Provinzen Sennar und Al-Dschasira gemacht, berichtet das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP). Bis Ende des Jahres könnten mehr als zwei Millionen Menschen allein nach Khartum zurückkehren, berichtet der UNDP-Vertreter vor Ort in Port Sudan, Luca Renda.

Für eine Bleibe-Perspektive müssten in der Hauptstadt unter anderem Tausende Blindgänger und andere gefährliche Munitionsrückstände geräumt werden. 1.700 Brunnen müssten wieder instand gesetzt und Pumpen mit Solarpaneelen versehen werden. Trümmer müssten weggeräumt, Gesundheitsdienste wieder hergestellt und Arbeitsplätze geschaffen werden.

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