GENF: Haiti ist das Armenhaus des amerikanischen Kontinents. Der Karibikstaat mit knapp zwölf Millionen Einwohnern ist laut UN zunehmend in der Hand von Banden. Die jüngste Bilanz ist erschreckend.
Im Karibikstaat Haiti sind einem UN-Bericht zufolge zwischen März 2025 und Januar 2026 rund 5.500 Menschen im Zusammenhang mit Bandengewalt getötet worden.
Bei Operationen der Sicherheitskräfte gegen Bandenmitglieder seien rund 3.500 Menschen ums Leben gekommen, heißt es in einem Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte. Außerdem hätten sogenannte Selbstverteidigungsgruppen rund 600 Angehörige von Banden getötet. Die Banden selbst hätten etwa 1.500 Menschen ermordet.
Terror gegen die Bevölkerung
Die Banden hätten ihren Einflussbereich deutlich ausgeweitet und kontrollierten wichtige Land- und Seewege, so der Bericht. Sie terrorisierten die Bevölkerung mit Mord und Entführung, Kinderhandel, Diebstahl, Erpressung und Plünderungen. «Die Banden setzten weiterhin sexuelle Gewalt ein, um Angst und Schrecken unter der Bevölkerung zu verbreiten, sie zu unterdrücken und zu bestrafen», heißt es weiter in dem Bericht. Die UN prangern zugleich auch Fälle von unnötiger oder unverhältnismäßiger Gewalt durch die Polizei an.
«Es ist unerlässlich, dass die Behörden für Sicherheit sorgen und gleichzeitig die Menschenrechte uneingeschränkt wahren», sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk.
Haiti, das Armenhaus des amerikanischen Kontinents
Haiti ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinents. In der Karibikrepublik mit knapp zwölf Millionen Einwohnern haben seit 2016 keine Wahlen mehr stattgefunden. Kriminelle Banden kontrollieren rund 90 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince. Nach früheren Angaben der Vereinten Nationen wurden seit 2022 rund 16.000 Menschen getötet und 1,5 Millionen Haitianer vertrieben.