U-Tapao vor dem großen Wandel

Vom Militärflugplatz zum Zukunftsprojekt

U‑Tapao International Airport: Noch wirkt Terminal 2 beschaulich, doch die EEC‑Pläne könnten den Flughafen zum dritten großen Drehkreuz Thailands machen. Foto: Martin Rüegsegge
U‑Tapao International Airport: Noch wirkt Terminal 2 beschaulich, doch die EEC‑Pläne könnten den Flughafen zum dritten großen Drehkreuz Thailands machen. Foto: Martin Rüegsegge

SATTAHIP: Zwischen Pattaya und Rayong, unweit der Küste des Golfs von Thailand, liegt ein Flughafen, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt: der U-Tapao International Airport. Nur wenige Verbindungen, überschaubarer Betrieb – und doch verbirgt sich hinter diesem Ort eine außergewöhnliche Vergangenheit und eine möglicherweise noch bedeutendere Zukunft.

Heute rückt U-Tapao jedoch wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie die Bangkok Post berichtet, soll der Flughafen im Rahmen eines umfassenden Entwicklungsprojekts zu einem neuen internationalen Luftverkehrsdrehkreuz ausgebaut werden. Kernstück ist der Plan „U-Tapao Airport and Eastern Airport City“ (EECa), der kürzlich vom Projektentwickler U-Tapao International Aviation vorgestellt wurde.

Sein auffälligstes Merkmal ist die Start- und Landebahn. Mit rund 3.500 Metern Länge gehört sie zu den längsten des Landes. Gebaut wurde sie nicht für den zivilen Luftverkehr, sondern für einen ganz anderen Zweck. Während des Vietnam Krieges diente U-Tapao als wichtiger US-amerikanischer Luftwaffenstützpunkt. Von hier aus starteten vor allem B-52-Bomber zu Einsätzen in Vietnam, Laos und Kambodscha. Die außergewöhnliche Länge der Piste war notwendig, um die schwer beladenen Langstreckenflugzeuge sicher in die Luft zu bringen. U-Tapao war damit ein strategischer Schlüsselpunkt in Südostasien.

Nach dem Ende des Vietnamkriegs verlor der Flughafen rasch an Bedeutung. Zwar blieb er teilweise militärisch genutzt und wurde auch für zivile Flüge geöffnet, doch über Jahrzehnte hinweg blieb sein Potenzial weitgehend ungenutzt – ein klassischer „schlafender Riese“.

Das Vorhaben ist Teil der übergeordneten Strategie des Eastern Economic Corridor (EEC), mit der Thailand gezielt hochwertige Investitionen und anspruchsvollen Tourismus in die östliche Wirtschaftsregion lenken will. Ziel ist es, U-Tapao zum dritten internationalen Flughafen des Landes neben dem Suvarnabhumi Airport und dem Don Mueang International Airport zu entwickeln.

In einer ersten Phase ist der Bau eines neuen Passagierterminals geplant, das die Kapazität zunächst auf rund drei Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen soll. Langfristig geht das Projekt jedoch weit darüber hinaus. Geplant ist eine umfassende „Airport City“ mit Wartungszentren für Flugzeuge, Logistikdrehscheiben, Geschäftsflächen sowie touristischer und urbaner Infrastruktur. Mehrere nationale und internationale Investoren haben bereits Interesse signalisiert.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor bleibt jedoch die geplante Hochgeschwindigkeitsbahn, die U-Tapao mit den beiden großen Flughäfen Bangkoks verbinden soll. Diese Verbindung gilt als Schlüssel, um ein integriertes Drei-Flughäfen-System zu schaffen und den Standort international wettbewerbsfähig zu machen. Laut Berichten ist dieses Bahnprojekt weiterhin eine zentrale Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der gesamten Entwicklung.

Trotz bestehender Herausforderungen zeigt sich, dass U-Tapao vor einem tiefgreifenden Wandel steht. Aus einem einstigen Militärstützpunkt könnte ein bedeutender Knotenpunkt für Luftverkehr, Wirtschaft und Investitionen entstehen. Die lange Startbahn, die einst für strategische Bomber gebaut wurde, könnte in Zukunft Millionen von Reisenden in eine neue wirtschaftliche Ära transportieren – und damit die Rolle des Flughafens grundlegend neu definieren.

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