PRAG: Zdena Masinova prägte den Widerstand gegen den Kommunismus in Tschechien. Die Flucht ihrer Brüder bleibt bis heute umstritten. Nun ist sie im Alter von 92 Jahren gestorben.
Die prominente tschechische Anti-Kommunistin Zdena Masinova ist tot. Sie starb am Mittwoch im Alter von 92 Jahren, wie das von ihr initiierte Widerstandsmuseum am Donnerstag mitteilte. Masinova war die jüngere Schwester der Masin-Brüder Ctirad und Josef, die mit ihrer spektakulären Flucht nach West-Berlin 1953 für Schlagzeilen sorgten. Die Masin-Gruppe tötete dabei unter anderem vier DDR-Volkspolizisten. Die Aktion ist bis heute umstritten.
Haft und Repressalien
Als mögliche Mitwisserin wurde die seit ihrer Geburt schwer gehbehinderte Masinova monatelang inhaftiert und fast täglich verhört. Jahrelang wurde sie von der Staatssicherheit beobachtet und litt unter Repressalien. Ihre Mutter wurde wegen «Teilnahme an einer verbrecherischen Vereinigung» verurteilt und starb 1956 im Gefängnis.
Nach der Wende von 1989 kämpfte Masinova jahrzehntelang für die Rückgabe des von den Kommunisten beschlagnahmten Familienguts - letztlich erfolgreich. Vor vier Jahren eröffnete sie dort einen Erinnerungsort, der anhand ihrer Familiengeschichte den Widerstand gegen Nationalsozialismus und Kommunismus darstellt. Ihr Vater Josef gehörte der Widerstandsgruppe «Drei Könige» gegen die nationalsozialistischen Besatzer an und wurde 1942 hingerichtet.
Präsident würdigte Verstorbene
Zdena Masinova wurde am 7. November 1933 in Prag geboren. Der tschechische Präsident Petr Pavel würdigte die Verstorbene als einen mutigen Menschen mit einem festen Charakter: «Ihr Schicksal ist eine Erinnerung daran, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist und dass viele einen hohen Preis für sie bezahlt haben.» Pavel hatte Masinova 2023 den Tomas-Garrigue-Masaryk-Orden, eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen Tschechiens, verliehen.