Tausende gedenken Kommunistenführer

Ein Mensch legt während einer stillen Gedenkfeier für die deutschen Sozialisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht Blumen am
Ein Mensch legt während einer stillen Gedenkfeier für die deutschen Sozialisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht Blumen am "Denkmal der Sozialisten" in Berlin ab. Foto: epa/Clemens Bilan

BERLIN: Tausende Menschen haben am Sonntag in Berlin der Ermordung der Kommunistenführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vor 105 Jahren gedacht. An der Gedenkstätte der Sozialisten am Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde legten zahlreiche Teilnehmer rote Nelken nieder, wie eine Sprecherin der Linken sagte. Die Parteispitze der Linken, Janine Wissler und Martin Schirdewan, ehrten Liebknecht und Luxemburg demnach mit einem Kranz. Auch die Partei-Landesvorsitzenden, Franziska Brychcy und Maximilian Schirmer, legten einen Kranz nieder.

Die Polizei sprach am Sonntagvormittag zunächst von mehr als 3000 Teilnehmern. Die Veranstalter erwarteten laut Angaben der Sprecherin schätzungsweise 5000 Menschen im Laufe des Gedenkens.

Bei einem Aufzug in Gedenken an Luxemburg und Liebknecht auf der Frankfurter Allee sollen am Sonntagmittag ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge rund 20 Polizisten verletzt worden sein. Etwa 15 Demonstranten seien festgenommen worden, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte. Die Einsatzkräfte wurden den Angaben nach aus dem Aufzug heraus angegriffen. Weitere Details waren zunächst unklar. Auch Anhänger pro-palästinensischer Gruppen hätten sich unter die Demonstranten gemischt.

Anfang Januar 1919 hatte ein Revolutionsausschuss unter Liebknecht, Mitbegründer der Kommunistischen Partei, die Regierung des Sozialdemokraten Friedrich Ebert für abgesetzt erklärt. Es gab Massendemonstrationen. Der Spartakusaufstand wurde niedergeschlagen.

Wenige Tage nach den blutigen Kämpfen wurden die untergetauchten Führer des Spartakusbunds, Luxemburg und Liebknecht, am 15. Januar 1919 von Mitgliedern einer Bürgerwehr festgenommen. Die beiden Köpfe der revolutionären Bewegung wurden verschleppt und verhört. Anschließend erschossen rechtsgerichtete Soldaten Liebknecht im Tiergarten. Luxemburg wurde ebenfalls nach dem Verhör in einem Auto erschossen. Ihre Leiche warfen die Soldaten in den Landwehrkanal, dort wurde sie erst Ende Mai 1919 gefunden.

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