Kündigt Präsidentenwahl für September an

Eine sri-lankische Frau geht an Wahlplakaten der Kandidaten für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Colombo vorbei. Foto: epa/Chamila Karunarathne
Eine sri-lankische Frau geht an Wahlplakaten der Kandidaten für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Colombo vorbei. Foto: epa/Chamila Karunarathne

COLOMBO: Nach Jahren der Krise will der Inselstaat einen neuen Präsidenten wählen. Ein ehemaliger Präsident war nach Massenprotesten ins Ausland geflüchtet.

Der südasiatische Inselstaat Sri Lanka stimmt am 21. September über einen neuen Präsidenten ab. Das kündigte die Nationale Wahlkommission an. Nominierungen für das Amt würden ab dem 15. August angenommen, hieß es in einer Bekanntmachung.

Aus Mangel an Währungsreserven war Sri Lanka mit seinen rund 22 Millionen Einwohnern 2022 zahlungsunfähig geworden. Dem hoch verschuldeten Staat fehlte es als Folge an Mitteln, um lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Medikamente sowie Gas zum Kochen zu importieren. Menschen mussten in langen Schlangen vor Tankstellen auf Treibstoff warten. Die Inflation lag zeitweise bei mehr als 60 Prozent.

Präsident flüchtete nach Massenprotesten

Monatelange Massenproteste führten zur Flucht von Präsident Gotabaya Rajapaksa ins Ausland und zu seinem Rücktritt. Die Demonstranten hatten ihm vorgeworfen, die einst aufstrebende Inselnation durch Korruption und Missmanagement heruntergewirtschaftet zu haben. Die mächtige Rajapaksa-Familie hat die Politik Sri Lankas jahrzehntelang dominiert.

Seinem Nachfolger Ranil Wickremesinghe gelang es, sich mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auf ein vierjähriges Hilfsprogramm im Volumen von rund drei Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro) zu einigen. Die Auszahlungen des Hilfsprogramms sind an Bedingungen wie die Umsetzung bestimmter Reformen geknüpft. Um diese erfüllen zu können, hat die Regierung die Steuern erhöht. Deshalb und wegen einer weiter beträchtlichen Inflation sind die Lebenshaltungskosten der Menschen deutlich höher als vor der Krise. Die Versorgung mit Treibstoff und Gas konnte durch die IWF-Hilfe aber wieder hergestellt werden.

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