Nur zwei Geschlechter akzeptiert

​Slowakei ändert Verfassung 

Foto von Waldemar Brandt auf Unsplash
Foto von Waldemar Brandt auf Unsplash

BRATISLAVA: Überraschende Mehrheit im Parlament, Kritik von EU und Europarat: Wie die Slowakei mit der Zwei-Geschlechter-Regelung für Aufsehen sorgt.

Die Slowakei hat eine Verfassungsänderung beschlossen, welche die Rechte von Transmenschen und gleichgeschlechtlichen Paaren einschränkt. «Die Slowakische Republik erkennt nur zwei Geschlechter an, nämlich männlich und weiblich, die biologisch gegeben sind», heißt es künftig im Grundgesetz des EU-Mitgliedstaats. Für die Änderung stimmten 90 Abgeordnete des Nationalrats in Bratislava, wie die Nachrichtenagentur TASR am Freitag berichtete. Es gab sieben Gegenstimmen und keine Enthaltungen.

Der linksnationalistische Regierungschef Robert Fico hatte die Verfassungsänderung im Januar vorgestellt. Er folgte damit einem ähnlichen Vorstoß des US-Präsidenten Donald Trump.

Die Novelle, die am 1. November in Kraft treten soll, sieht ferner vor, dass nur noch verheiratete Paare Kinder adoptieren dürfen, was gleichgeschlechtliche Paare faktisch ausschließt, da es in dem Land keine Ehe für alle gibt. Leihmutterschaften werden ausdrücklich verboten.

Droht ein neuer Konflikt mit Brüssel?

Proklamiert wird zudem, dass Entscheidungen über «kulturell-ethische Fragen» wie Bildung, Familienleben und Sprache künftig ausschließlich in die Kompetenz der nationalen Gesetzgebung fallen. Kritiker warnten, dass die Slowakei damit in Konflikt zu den Vorgaben der EU-Verträge geraten dürfte. Kritisch hatte sich im Vorfeld nach Medienberichten auch die Venedig-Kommission, ein in Verfassungsfragen beratendes Organ des Europarats in Straßburg, geäußert.

Das Ergebnis der Abstimmung im Nationalrat galt als Überraschung, denn lange Zeit hatte es nicht nach einer Mehrheit für den Entwurf ausgesehen. Letztlich halfen der Regierung auch Abgeordnete der Opposition.

Die Slowakei gilt als stark religiös geprägt. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2021 bekannten sich 55,8 Prozent der knapp 5,5 Millionen Einwohner zum römisch-katholischen Glauben.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Plante HDV 29.09.25 13:45
J.Obermeier / Michael R.
Habe ihre beiden Kommentare mit Genugtuung gelesen und bin total ihrer Ansicht. Leider darf man sich wohl nicht im biologisch-moralischen Sinne zu genau äußern. Selbst im höflichen Ton keine Chance. Das macht nachdenklich.
Plante HDV 29.09.25 13:45
Th.Sylten. 28.09.25 19:20
Aber aber Herr Sylten. Was hat denn eine aufrichtige andere Meinung mit dem Aufenthaltsort zu tun? Es handelt sich doch um ein weltweites Thema. Ob richtig oder falsch darf jeder Mensch selbst entscheiden. Dabei kann durchaus ein gesunder Menschenverstand behilflich sein. Die Tatsache das sich weltweit eine bestimmte Verhaltensweise entwickelt beweist doch nicht das sie auch richtig ist, ganz gleich wie es sich in Th. verhält.
Thomas Sylten 28.09.25 19:20
@Michael R.
Entschuldigen Sie: Leben Sie in Thailand? Oder besuchen es zumindest manchmal?
Ist Ihnen schon aufgefallen, wie selbstverständlich man hier Menschen einfach in Frieden lässt, die sich selber als im anderen (nicht mal "falschen") Körper fühlen - und wie frei sich diese hier bewegen können??

DAS wird man hoffentlich bald auch bei uns so halten: Heteros, Homos und alle Übrigen fühlen und bewegen sich genauso frei wie andere und alle tolerieren sich - einfach weil es ihnen völlig wumpe ist als was sich ein Anderer fühlt. Was also geht es SIE an, wenn es irgendjemand Anders wichtig ist - nur für ihn selbst, ohne SIE irgendwie einzuschränken??

Man wird in Zukunft tatsächlich lachen wie heute bei Flacherdlern über Leute, die einst meinten, Anderen ihr Selbst-sein absprechen zu dürfen.
Jörg Obermeier 28.09.25 17:40
Mir wäre ja lieber, unsere Nachfahren würden in einer mehr oder weniger fernen Zukunft über die seinerzeitige Phase der Verdummung noch lächeln können.
Michael R. 28.09.25 16:50
Vernunft kehrt ein?
In einigen Ländern scheint doch noch die Vernunft zu regieren und nicht woker Unsinn wie er z.B. in Deutschland herrscht, wo es angeblich beliebig viele Geschlechter gibt.
In einer mehr oder weniger fernen Zukunft wird man über diese Geschlechtervielfalt des 21. Jahrhunderts genauso lachen wie wir über die Ansicht im Mittelalter, die Erde wäre eine Scheibe.
Roman Knöpfel 27.09.25 20:10
@ Thomas
Danke für Ihren Kommentar, ich kann jedes Wort, obwohl nicht selber betroffen, unterschreiben.
Thomas Sylten 27.09.25 19:50
@Khun Kerp
Und es ist einzig IHR persönliches Gefühl, dass Sie meinen, es gäbe "zu Recht" kein drittes Geschlecht. Denn was es tatsächlich "zu Recht" gibt, ist eben ganz was Anderes als das persönliche Gefühl -
und hier betrifft das Thema exakt die Menschen, die sich eben NICHT durch IHR persönliches Gefühl abgedeckt sehen. Für die ist das eine persönliche Katastrophe - während es für Sie halt nur ein "persönliches Gefühl" ist, also völlig irrelevant für die wirklich Betroffenen.
Ingo Kerp 27.09.25 14:20
Koerperlich und sexuell gesehen, gibt es 2 biologische Geschlechter, wenn man von der Laune der Natur absieht, die mit Hermaphroditen Menschen eine Äußerlichkeit geschaffen hat, die sich beiden Geschlechtern optisch zuordnen läßt. Bei Transmenschen gibt es eine biologische Zuordnung, auch wenn sich diese Menschen gefühlsmäßig nicht ihrem angeborenen Geschlecht zugehoerig fühlen. Es ist ihr persoenliches Gefühl, weshalb es zu Recht keine 3. Geschlechtsvarianten gibt.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.