EU rügt Slowakei wegen Verfassungskurs

​Brüssel startet Verfahren – Fico pocht auf nationales Primat

Der slowakische Regierungschef Robert Fico trifft zum EU-Gipfel in Brüssel ein, bei dem unter anderem Ukraine, Verteidigung und Migration beraten werden. Foto: epa/Olivier Hoslet
Der slowakische Regierungschef Robert Fico trifft zum EU-Gipfel in Brüssel ein, bei dem unter anderem Ukraine, Verteidigung und Migration beraten werden. Foto: epa/Olivier Hoslet

BRATISLAVA: Brüssel gegen Bratislava: Die EU-Kommission fordert die Slowakei auf, den Vorrang des europäischen Rechts zu achten. Deren Regierungschef Fico scheint den Konflikt nicht zu scheuen - im Gegenteil.

Die EU-Kommission leitet wegen einer umstrittenen Verfassungsänderung ein Verfahren gegen die Slowakei mit ihrem linksnationalistischen Regierungschef Robert Fico ein. Das Land verstoße gegen den Grundsatz, dass EU-Recht Vorrang vor nationalem Recht habe, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde. Die Slowakei habe nun zwei Monate Zeit, auf eine entsprechende Aufforderung der EU-Kommission zu reagieren.

Die seit dem 1. November geltende Verfassungsänderung in der Slowakei sieht vor, dass Entscheidungen über «kulturell-ethische Fragen» wie Bildung, Familienleben und Sprache künftig ausschließlich in die Kompetenz der nationalen Gesetzgebung fallen. Fico hatte die Novelle im Januar vorgestellt - Ende September wurde sie im Parlament beschlossen. «Wir bedauern, dass die von der Kommission geäußerten Bedenken von den slowakischen Behörden nicht berücksichtigt wurden», sagte der Sprecher der EU-Kommission.

Verfassungsänderung betrifft auch Rechte von Minderheiten

Regierungschef Fico hatte die erwartete Kritik aus Brüssel bereits Anfang November mit den Worten abgeschmettert: «Wir freuen auf diesen Konflikt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass uns irgendeine internationale Organisation befehlen darf, wie viele Geschlechter es gibt, wer heiraten darf und wer nicht heiraten darf. Das ist eine rein innerstaatliche Angelegenheit. Das ist ein sehr starker Bestandteil der nationalen Identität.»

Die Verfassungsänderung sieht auch vor, Rechte von Transmenschen und gleichgeschlechtlichen Paaren einzuschränken. Es sollen demnach nur zwei Geschlechter, nämlich männlich und weiblich, anerkannt werden. Die Novelle bestimmt zudem, dass nur noch verheiratete Paare Kinder adoptieren dürfen, was gleichgeschlechtliche Paare faktisch ausschließt, da es in dem Land keine Ehe für alle gibt. Das nun eingeleitete EU-Verfahren beschränkt sich allerdings auf die Bestimmungen zum Vorrang des nationalen Rechts gegenüber dem europäischen Recht.

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Roman Knöpfel 23.11.25 14:00
@ Jörg
Toller Kommentar
Jörg Obermeier 23.11.25 11:50
Ja, ja, unsere Schweizer Freunde. Was rauskommt wenn die kleine Schweiz mit den USA verhandelt hat man ja gesehen. Eine Kapitulation vom feinsten und nichts anderes. Letztendlich finde ich es sogar auch richtig, dass die Schweiz nicht mal im Ansatz in die EU will. Querulanten haben wir in diesem Verein schon genügend. Lieber lassen wir sie ohne Mitspracherecht zahlen. Ist doch auch viel praktischer, oder?
Rudolf Ram 23.11.25 10:30
Was geht es der EU an
...wie sich diene Nation zu gewissen Themen positioniert?
Die sollen ihre korrupten Laden erstmal aufräumen und sich auf das Wesentliche kümmern.
Wir Schweizer werden diesem Verein nicht beitreten.
Den EU-Romantikern alles Gute - ob im Hamsterrad Deutschland oder am Steintisch in Thailand.
Viel Spass da noch in der Muppet-Show....
Jörg Obermeier 22.11.25 21:20
Die EU wird also immer mehr übergriffig? Aha! Wenn man den Text mal bis zum Ende lesen würde, dann hätte man erkennen können, dass sich das EU-Verfahren allein gegen die Bestimmungen zum Vorrang nationalen Rechts gegenüber dem europäischen Recht wendet. Das europäische Geld nehmen sie ja gerne. Aber das gemeinsame Recht dann doch lieber nicht. Das kann verstehen wer will, ich jedenfalls nicht.
Helmut Loehr 22.11.25 20:40
Alles im grünen Bereich
Die Slowakei macht alles richtig.
Jedes Land sollte selbst entscheiden, was für ihre Bürger am besten ist. Die EU wird immer mehr übergriffig. Die EU ist nur noch ein Bürokratie Monster. Sie mischt sich überall ein.
Es gibt nur zwei Geschlechter. Mann und Frau..
Ungarn, Polen, die Slowakei lassen sich nicht Bevormunden.
Joe Schürmann 22.11.25 19:20
WAHNSINN
Diese Länder profitieren gerne von den finanziellen Töpfen der EU. Wer Sicht nicht an die Regeln hält sollte nicht verklagt werden. Einfach die Zahlungen einstellen bis das es dem EU Recht entspricht.

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