Separatisten nehmen wichtige Stadt auf Sokotra ein

Jemenitische Vertriebene gehen durch eine Straße in Sanaa. Foto: epa/Yahya Arhab
Jemenitische Vertriebene gehen durch eine Straße in Sanaa. Foto: epa/Yahya Arhab

Sanaa (dpa) - Im Streit über eine abgelegene Insel im Indischen Ozean haben die Separatisten im Jemen einen wichtigen Erfolg errungen. Die Verbündeten des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC) nahmen am Samstag die Hauptstadt Hadibu der Insel Sokotra ein, wie ein STC-Vertreter der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Nach Kämpfen mit Regierungstruppen hätten sie dort alle Regierungsgebäude unter ihre Kontrolle gebracht. Die Gefechte seien beendet. Über mögliche Opfer oder Schäden machte der STC-Vertreter keine Angaben.

Die Separatisten ringen im Süden des Jemen um Einfluss und wollen sich vom Nordjemen abspalten. Sie werden dabei von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Eigentlich kämpfen sie an Seite der international anerkannten Regierung, die auch von Saudi-Arabien unterstützt wird, gegen die Huthi-Rebellen. Dieses Bündnis stand aber stets auf wackligen Beinen. Im April hatte der STC in der Hafenstadt Aden die Kontrolle von der Regierung übernommen.

Der Machtkampf spielt sich zunehmend auch auf der Insel Sokotra ab, die in der Nähe wichtiger Schiffsrouten liegt. Trotz der Militärallianz mit Saudi-Arabien unterstützen die Emirate die Separatisten, um ihren Einfluss auf die Seewege auszudehnen. Die jemenitische Regierung hatte den Emiraten 2018 bereits vorgeworfen, Truppen und Militärgerät nach Sokotra geschickt zu haben. Vor einem Jahr landeten dort mehr als 100 Separatisten. Die Insel ist Unesco-Weltnaturerbe.

Ramsi Mahrus, Gouverneur von Sokotra und Unterstützer der Regierung des Jemen, warf den Separatisten vor, die Provinz ins Chaos zu stürzen. Sie hätten die staatlichen Behörden Hadibus überrannt. «Sokotra wird sich nicht den Chaos-Milizen und ihren Unterstützern beugen», teilte Mahrus mit. Der STC erklärte, Sokotra von islamistischen Milizen eingenommen zu haben. In Hadibu habe es am Samstag große Feiern zur «Befreiung der Provinz» gegeben.

Zuvor hatte die jemenitische Regierung den Emiraten bereits vorgeworfen, die Separatisten in ihren Bestrebungen um eine Abspaltung vom Norden zu unterstützen. Nord- und Südjemen hatten sich erst 1990 zu einem Staat zusammengeschlossen.

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