Protest gegen die Regierung: Marsch durch Norden Serbiens

Die Demonstranten halten während der Blockade der Autokomanda-Kreuzung in Belgrad Mobiltelefone mit Taschenlampen hoch. Foto: epa/Andrej Cukic
Die Demonstranten halten während der Blockade der Autokomanda-Kreuzung in Belgrad Mobiltelefone mit Taschenlampen hoch. Foto: epa/Andrej Cukic

NOVI SAD: Trauriges Jubiläum des Unglücks von Novi Sad: Vor genau drei Monaten stürzte dort das Dach des Bahnhofs ein und riss 15 Menschen in den Tod. Die Protestierenden sehen dahinter ein Versagen des Staats.

Tausende Menschen haben in der nordserbischen Stadt Novi Sad aus Protest gegen die von Präsident Aleksandar Vucic kontrollierte Regierung drei Donaubrücken besetzt. Anlass ist der genau drei Monate zurückliegende Einsturz des Bahnhofsvordachs in dieser Stadt, durch den 15 Menschen ums Leben gekommen waren. Die Protestierenden schreiben Regierung und Staatsapparat eine Mitschuld an dem Unglück zu. Aus ihrer Sicht waren Korruption und Inkompetenz der Grund. Eine der drei Brücken solle 24 Stunden lang von Demonstranten besetzt bleiben, hieß es.

Bereits am Vortag waren hunderte junge Leute aus Belgrad zu Fuß die mehr als 60 Kilometer nach Novi Sad gegangen und wurden auf ihren Stationen von der Bevölkerung begrüßt und verpflegt. Es war eine neue Form der bereits seit Monaten andauernden Massenproteste infolge des Unglücks. Auch die Rücktrittserklärung von Ministerpräsident Milos Vucevic konnte die Wut der Menschen nicht besänftigen.

Scheidender Premier ruft Regierungslager zu Zurückhaltung auf

Der scheidende Premier Vucevic rief die Anhänger der Regierungspartei und andere Gegner dieser Proteste auf, sich den Demonstrierenden nicht zu nähern, um Zwischenfälle zu vermeiden, berichtete die Belgrader Nachrichtenagentur Tanjug. Unterdessen steht Präsident Vucic vor der Entscheidung, einen neuen Premier zu ernennen oder Neuwahlen vorzuziehen.

Seit dem Unglück am Bahnhof von Novi Sad demonstrieren viele Menschen in Serbien fast täglich. Sie beanstanden vor allem, dass Behörden und Justiz nicht für Transparenz zu den Ursachen dieses Unglücks sorgen.

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