SAN SALVADOR: Am Samstag tritt der umstrittene Präsident Bukele seine zweite Amtszeit an. Kurz davor nimmt die Polizei mehrere Verdächtige fest, beschlagnahmt Sprengstoff und spricht von einem großen Anschlagsplan.
Einen Tag vor der Vereidigung von Präsident Nayib Bukele für eine zweite Amtszeit in El Salvador hat die Polizei nach eigenen Angaben mutmaßliche Anschlagspläne vereitelt. Am Samstag sollten Sprengstoffanschläge auf Tankstellen, Supermärkte und öffentliche Einrichtungen an verschiedenen Orten des mittelamerikanischen Landes verübt werden, wie die Polizei in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) mitteilte.
Am Samstag tritt der 42-jährige Staatschef seine zweite Amtszeit an - die laut Verfassung eigentlich gar nicht erlaubt ist. Sein hartes Vorgehen gegen die kriminellen Banden kommt bei der Bevölkerung allerdings gut an. Aktivisten prangern hingegen willkürliche Festnahmen und andere Menschenrechtsverletzungen an. Bukele regiert das Land mit sechs Millionen Einwohnern seit 2019.
Laut Polizei plante eine Gruppe mit den Namen Salvadorianische Aufstandsbrigade die Sprengstoffanschläge. Sieben Veteranen des salvadorianischen Bürgerkriegs (1980-1992) seien festgenommen worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei auf der Online-Plattform X. Die Ermittler veröffentlichten dort auch Fotos von beschlagnahmten Sprengsätzen.
Die Polizei warf einem ehemaligen Abgeordneten der linken Partei FMLN, José Santos Melara, vor, die Anschlagspläne finanziert haben. Die Nichtregierungsorganisation Humanitäres Rechtshilfswerk meldete, er sei festgenommen worden. Offizielle Informationen oder eine Bestätigung gab es dazu zunächst nicht. Die Nichtregierungsorganisation teilte mit, der Aktivist sei dafür bekannt, sich gegen die Korruption, die Verletzung von Menschenrechten und die Aushöhlung der Demokratie unter Bukele einzusetzen.
Bei der Amtseinführung werden unter anderem rechte Präsidenten aus Lateinamerika wie der Argentinier Javier Milei und der Ecuadorianer Daniel Noboa erwartet. Die US-Delegation wird von Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas angeführt.