El Salvador bestraft unhöfliche Schüler

Ein Schulmitarbeiter überprüft Schüler am Eingang des Albert-Camus-Instituts in San Salvador nach neuen Disziplin- und Ordnungsregeln. Foto: epa/Javier Aparicio
Ein Schulmitarbeiter überprüft Schüler am Eingang des Albert-Camus-Instituts in San Salvador nach neuen Disziplin- und Ordnungsregeln. Foto: epa/Javier Aparicio

EL SALVADOR: Die Politik der harten Hand von Präsident Bukele erreicht das Schulwesen. Wer morgens nicht grüßt oder sich für einen Gefallen nicht bedankt, soll mit Punkten bestraft werden.

Schüler im autoritär regierten El Salvador müssen höflich sein - oder mit Konsequenzen rechnen. Wer nicht «Guten Morgen», «Danke» oder «Bitte» sagt, soll künftig mit Punkten bestraft werden. Mit den Vorschriften will die neue Bildungsministerin des mittelamerikanischen Landes, die Militäroffizierin Karla Trigueros, die Disziplin an Schulen fördern.

Die strengen Regeln gehören zur Politik der harten Hand des rechtspopulistischen Präsidenten Nayib Bukele. Im Kampf gegen die Kriminalität gilt in dem Land mit rund 6,4 Millionen Einwohnern seit drei Jahren der Ausnahmezustand. Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit und das Fernmeldegeheimnis wurden eingeschränkt.

Mit 15 Punkten droht das Wiederholen des Schuljahrs

Das System an den Schulen ahndet Verstöße gegen die Höflichkeit mit Punkten - ähnlich wie beim Führerschein in Deutschland. Wer sich nicht bedankt, wenn er sich beispielsweise bei einem Mitschüler einen Stift leiht, wird mit einem Punkt bestraft. Bei bis zu drei Punkten droht ein Vermerk und eine Strafarbeit zum Thema Höflichkeit. Ab 15 Punkten müssen die Betroffenen das Schuljahr wiederholen. Die Punkte können aber etwa durch freiwillige Teilnahme an der Schulreinigung abgebaut werden. Zusätzlich sollen die Schulleiter die Frisur und die Uniform der Schüler täglich überprüfen.

Präsident Bukele ließ in den vergangenen drei Jahren 88.750 Menschen wegen mutmaßlicher Verwicklung in Banden inhaftieren. Rund 1,7 Prozent der Bevölkerung sitzen im Gefängnis. Laut der Datenbank «World Prison Brief» hat El Salvador die höchste Gefangenenrate weltweit. Menschenrechtler prangern willkürliche Festnahmen und Misshandlung an.

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