Polen befürchtet russische Übergriffe

NATO/OTAN Logo. Foto: Wikepedia/Imalipusram
NATO/OTAN Logo. Foto: Wikepedia/Imalipusram

WARSCHAU: Früher kamen grüne Männchen vom Mars. Doch 2014 auf der Krim kamen sie aus Russland. Im Osten Europas gibt es Angst, dass dies nicht ihr letztes Auftauchen war.

Die polnische Führung sieht ein wachsendes Risiko russischer Provokationen an der Nato-Ostflanke. «Wir sehen die Ereignisse in der Ukraine und dass der Krieg für Russland derzeit nicht gut läuft. Das ist ein Grund zur Besorgnis, dass Moskau die Situation weiter eskalieren könnte», sagte der Chef des polnischen Auslandsgeheimdienstes, Oberst Pawel Szota, der Zeitung «Rzeczpospolita».

Seiner Einschätzung nach könnte ein begrenzter Angriff auf die baltischen Staaten so aussehen, dass dort «grüne Männchen» auftauchen. Mit diesem Begriff wurden die russischen Soldaten ohne Hoheitsabzeichen bezeichnet, die 2014 die ukrainische Halbinsel Krim unter Kontrolle brachten.

Geheimdienstchef: Russland testet rote Linien

«Russland überschreitet systematisch rote Linien, um die Reaktion der Nato zu testen», sagte Szota. «Die Kosten solcher Provokationen sind gering, aber das Bündnis reagiert vor allem politisch, was zu weiterer Eskalation einlädt.»

Ähnlich hatte der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski vergangene Woche vor möglichen Aktionen der Russen unter falscher Flagge gewarnt. «Wir müssen Putin kommunizieren, dass wir wissen, was er im Schilde führt, und dass wir nicht darauf hereinfallen, dass dies völlig unannehmbar ist und wir jeden Zoll von Nato-Gebiet verteidigen würden», sagte er dem US-Sender CBS.

Kremlchef Wladimir Putin und andere Mitglieder der Moskauer Führung haben mehrfach erklärt, dass Russland nicht Nato-Gebiet angreifen werde. Militär und Geheimdienste mehrerer Nato-Staaten sehen die Lage aber ähnlich wie die Polen, wobei die Einschätzungen zu Zeitraum und Ausmaß möglicher Angriffe auseinandergehen.

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