Österreich baut heimische Gas-Förderung aus

Christian Stocker gibt nach einem Treffen mit Narendra Modi in Neu-Delhi eine gemeinsame Presseerklärung ab. Foto: EPA/Rajat Gupta
Christian Stocker gibt nach einem Treffen mit Narendra Modi in Neu-Delhi eine gemeinsame Presseerklärung ab. Foto: EPA/Rajat Gupta

WIEN: In Zeiten von Unsicherheiten auf dem Energiemarkt hat Versorgungssicherheit einen neuen Stellenwert. Österreich setzt auf heimische Gasförderung. Ist das ein Signal gegen die Energiewende?

In Österreich ist ein Gasfeld in Betrieb genommen worden, das im Endausbau den Anteil der heimischen Gasproduktion verdoppeln kann. Es handle sich um ein Projekt mit strategischer Bedeutung, sagte Österreichs Kanzler Christian Stocker (ÖVP). Das Vorhaben stehe nicht im Widerspruch zum Ziel der Dekarbonisierung, sagte der Chef des Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV, Alfred Stern. Eine funktionierende Energie- und Wärmewende brauche Verlässlichkeit und stabile Übergangslösungen.

Bei dem Projekt in Wittau in der Nähe von Wien handelt es sich nach Angaben der OMV um die Nutzung des größten Gasfunds in Österreich seit 40 Jahren. Das Gasfeld in 5.000 Metern Tiefe umfasse förderbare Ressourcen von etwa 48 Terawattstunden - das entspreche 28 Millionen Fass Öläquivalent. Die Gasförderung in Österreich könne damit um 15 Jahre verlängert werden.

Heimische Förderung im Vergleich Österreich-Deutschland

Heimische Ressourcen machen aktuell etwa sieben Prozent des Gasverbrauchs der Alpenrepublik aus. In einem ersten Schritt könne dieser Anteil um etwa 50 Prozent gesteigert werden, hieß es. Das Gas aus Wittau werde bereits im Winter 2026/2027 zur Verfügung stehen.

In Deutschland ist der Anteil heimischer Gasproduktion geringer. Er liegt nach Angaben des Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) bei knapp fünf Prozent des deutschen Erdgasbedarfs. Fast das gesamte heimische Erdgas wird in Niedersachsen gefördert.

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