Nordzypern - Kandidaten stellen sich Stichwahl um Präsidentenamt

Foto: epa/Str
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NIKOSIA: In der international nicht anerkannten Republik Nordzypern ringen zwei Kandidaten in einer Stichwahl um das Präsidentenamt. Bei der Abstimmung an diesem Sonntag sind rund 200.000 Menschen dazu aufgerufen, sich zwischen dem amtierenden Präsident Mustafa Akinci und Regierungschef Ersin Tatar zu entscheiden. Die Wahlergebnisse sollen Berichten zufolge um 20 Uhr Ortszeit veröffentlicht werden. Beide Kandidaten hatten in der ersten Wahlrunde eine nötige absolute Mehrheit verfehlt.

Der unabhängige Kandidat Mustafa Akinci erhielt am vergangenen Sonntag 29,8 Prozent der Stimmen, wie der Staatssender BRT berichtete. Herausforderer Tatar von der konservativen Nationalen Einheitspartei (UBP) erhielt 32,3 Prozent.

Akinci setzt sich für eine Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel ein. Tatar, der von Ankara unterstützt wird, tritt für eine Zwei-Staaten-Lösung ein. Insgesamt hatten sich elf Kandidaten zur Wahl gestellt.

Die Wahl wird inmitten eines Streits zwischen der Türkei mit Griechenland und der Republik Zypern um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer abgehalten.

Für zusätzliche Spannungen hatte die Entscheidung Tatars gesorgt, kurz vor der Abstimmung einen Küstenstreifen in Varosha-Famagusta nach mehr als 40 Jahren zu öffnen. Als 1974 die türkische Armee nach einem griechischen Putsch in Nordzypern einmarschierte, flüchteten rund 40.000 Bewohner des griechisch-zyprischen Stadtteils Varosha in Famagusta aus ihren Häusern. Seitdem gleicht das ehemalige Urlaubsparadies einer Geisterstadt. Das Viertel ist unter türkischer Kontrolle, aber nicht besiedelt.

Bei der Suche nach einer Lösung der Zypernfrage galt eine Rückgabe des Stadtteils an ihre früheren griechisch-zyprischen Bewohner eigentlich als mögliche Maßnahme zur Förderung des Vertrauens zwischen den beiden Volksgruppen. Die Republik Zypern gehört seit 2004 zur Europäischen Union. Die jüngsten Verhandlungen zur Überwindung der Teilung waren 2017 gescheitert.

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