Niederlande will umweltschädliche Bauernhöfe aufkaufen

Foto: Freepik/@ Aleksandarlittlewolf
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DEN HAAG: Im lang andauernden Konflikt mit Bauern um schärfere Umweltauflagen hat die niederländische Regierung nun ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt. Die Viehbetriebe, die mit ihrer Gülle die Böden am meisten mit Stickstoff belasten, sollen zum Umschwenken gedrängt werden, kündigte die Regierung am Freitag in Den Haag an. Diesen Höfen werde ein Kaufangebot gemacht. Sollten sie nicht akzeptieren, werde ein Zwangsverkauf nicht ausgeschlossen.

Wird überschüssiger Stickstoff durch Regen aus dem Boden gewaschen, gelangt er als Nitrat ins Grundwasser. Die Folge: Um daraus Trinkwasser zu gewinnen, muss das Wasser teuer aufbereitet werden. Zudem gelangt der Stickstoff auch in Seen, Flüsse und Meere.

Wie auch in Deutschland sind in den Niederlanden Grundwasser und Böden stark belastet. Die größten Verursacher sind in den Niederlanden Viehbetriebe.

Nach einem höchstrichterlichen Urteil hatte die Regierung entschieden, den Stickstoff-Eintrag bis 2030 um die Hälfte zu verringern. Das kann nach Berechnungen der Regierung das Aus von 30 Prozent der Viehbetriebe bedeuten. Die Niederlande sind weltweit einer der größten Exporteure landwirtschaftlicher Produkte.

Aus Protest gegen die Pläne hatten Bauern wochenlang zum Teil gewalttätig protestiert. Sie hatten Autobahnen blockiert, Brände gelegt und Mist, Müll, aber auch Asbest auf Straßen gekippt. Die Lager von Supermärkten waren blockiert und Politiker bedroht worden.

Da der Stickstoff-Eintrag nun deutlich über den zugelassenen Grenzwerten liegt, sind andere Unternehmen oder Großprojekte blockiert. So dürfen nach einem Gerichtsurteil vom November Bauprojekte nicht mehr genehmigt werden.

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Leserkommentare

Vom 10. bis 21. April schließen wir über die Songkranfeiertage die Kommentarfunktion und wünschen allen Ihnen ein schönes Songkran-Festival.

Rudolf Lippert 26.11.22 19:40
Eine extrem demokratische
Vorgehensweise. Wie man es grade von Demokratien erwartet. Nichts mehr besitzen (enteignet werden) und unglücklich sein. Dafür wählte man seine Volksvertreter. Gleichzeitig knüpft die EU Handelsverträge mit Südamerikanischen Staaten zum bevorzugten Import derer Fleischprodukte. Naaaaatürlich ohne jede EU Schikane für deren Aufwuchs, die Haltung, die Fütterung usw. Das ist dann gutes Fleisch für den EU- Steuer und Abgabepflichtigen. Alles besser als Aufzucht vor Ort. Für wie brainwascht halten die uns eigentlich? Ach ja, wie weit entfernt ist Südamerika vom EU Konsumenten? Alles Scheissegal, hauptsache der niederländische Bauer geht kaputt, wenn nicht, wird er ja ohnehin enteignet. So herum wird heute ein Schuh daraus.