Neues Condo-Projekt spaltet Wongamat

Anwohner in der Soi 16 sorgen sich um Ausblick, Natur und Privatsphäre

Das Grundstück zwischen Park Beach (l.) und Wong Amat (r.) Tower auf dem der 53-Etagen-Wohnturm entstehen soll. Foto: Jahner
Das Grundstück zwischen Park Beach (l.) und Wong Amat (r.) Tower auf dem der 53-Etagen-Wohnturm entstehen soll. Foto: Jahner

PATTAYA: In der ansonsten ruhigen Soi 16 am idyllischen Wong­amat Beach in Naklua ist ein für mehr als ein Jahrzehnt verschwundenes Schreckgespenst zurückgekehrt: Ein geplantes Hochhausprojekt, das in unmittelbarer Nachbarschaft von sechs bekannten Wohnanlagen errichtet werden soll, deren Bewohner den Plänen kritisch gegenüberstehen.

Für viele ist es ein Déjà-vu: Zwölf Jahre nach der gescheiterten Baugenehmigung für den 52-stöckigen Wohnturm „Mustique Wongamat Beach“ des Bauträgers Kingdom Property Public Limited hat im Februar 2026 die Craftsky Development Co., Ltd. im Rahmen des Umweltverträglichkeitsverfahrens (EIA) Informationen zu einem geplanten 53-stöckigen Condominiumprojekt mit dem Namen „Soondri Wongamat“ veröffentlicht – und zwar auf genau demselben Grundstück.

Das 7.904,40 Quadratmeter große, jedoch sehr schmale Grundstück, befindet sich direkt zwischen dem Park Beach Condominium und dem Wong Amat Tower. Mit seiner direkten Strandlage gilt es in der Immobilienszene Pattayas seit Jahrzehnten als begehrtes Filetstück im nördlichen Bereich des Wongamat Beach.

Der Architektenentwurf zum Projekt Soondri Wongamat. Foto: Jahner
Der Architektenentwurf zum Projekt Soondri Wongamat. Foto: Jahner

Bagger räumt Land an der Soi 16

Dass sich auf dem lange Zeit brachliegenden Privatgrundstück nun wieder etwas tut, bemerkten die Bewohner der umliegenden Wohnanlagen Ende Januar 2026 völlig unerwartet. Ein großer Bagger begann damit, das parkähnliche Gelände mit seinem alten Baumbestand zu räumen. Dabei wurde auch die seit Jahrzehnten dort stehende Strandvilla einer einflussreichen thai-schweizerischen Familie aus Bangkok sowie mehrere Personal- und Gärtnerunterkünfte abgerissen.

Die eigentliche Nachricht folgte kurze Zeit später: Vielen Bewohnern der Soi 16 flatterte nur wenige Tage später eine Projektbroschüre der Craftsky Development Co., Ltd. in den Briefkasten, die im Rahmen des EIA-Verfahrens verteilt wurde und erste Informationen über das geplante Bauvorhaben enthielt.

53-stöckiger Turm als Kern des Projekts

Kern des Projekts ist ein 53-stöckiger Wohnturm (Gebäude A), der nach den vorliegenden Planungsunterlagen als haustierfreundliche Wohnzone vorgesehen ist. Ergänzt wird der Turm durch mehrere niedrigere Gebäude und Nebenanlagen. Insgesamt umfasst das Vorhaben sechs Baukörper. Neben dem Hochhaus ist ein vierstöckiges Gebäude (Gebäude B) vorgesehen, das ebenfalls als haustierfreundliche Zone ausgewiesen ist und über ein zusätzliches Untergeschoss verfügen soll. Darüber hinaus ist ein separates Schwimmbadgebäude (Gebäude C) geplant, das mit vier Untergeschossen

Nur wenige Tage, nachdem alle Gebäude auf dem Grundstück abgerissen wurde, installierte der Projektentwickler eine große Werbung am Bauzaun für  das geplante Soondri Wongamat. Fpzo: Jahner
Nur wenige Tage, nachdem alle Gebäude auf dem Grundstück abgerissen wurde, installierte der Projektentwickler eine große Werbung am Bauzaun für das geplante Soondri Wongamat. Fpzo: Jahner

ausgestattet wird. Weitere Bestandteile der Anlage sind ein zweistöckiges Wohngebäude (Gebäude D1) sowie zwei dreistöckige Wohngebäude (Gebäude D2 und D3). Insgesamt sind für das Projekt 289 Einheiten vorgesehen. Davon entfallen 275 auf Wohnungen, während 14 Einheiten für gewerbliche Nutzung geplant sind. Die Bauzeit wird mit rund 36 Monaten angegeben.

Auf der Projektwebseite beschreibt der Bauträger das Vorhaben in werbenden Worten. Der Standort wird dort als „wahrhaft einzigartiger Ort inmitten der Natur“ mit einer „erstklassigen natürlichen Umgebung“ und „beeindruckenden Ausblicken“ beworben, der zugleich Privatsphäre und die Nähe zum städtischen Lebensstil bieten solle.

Sorge um Ausblick und Privatsphäre

Gerade diese Aussagen stoßen bei einigen Anwohnern der benachbarten Wohnanlagen auf Unverständnis. Bewohner des Park Beach Condominium, des Wong Amat Tower sowie des Wong Amat Garden Beach Resort & Condominium weisen darauf hin, dass ausgerechnet jene Qualitäten, mit denen das Projekt beworben werde – etwa „Privatsphäre“, „Natur“ und „beeindruckende Ausblicke“ – durch einen weiteren Hochhausbau in der schmalen Lücke zwischen den bestehenden Gebäuden für sie verloren gehen könnten.

Blick auf den Bauplan von Soondri Wongamat. Foto: Jahner
Blick auf den Bauplan von Soondri Wongamat. Foto: Jahner

Nach Einschätzung mehrerer Bewohner sorgt die bislang offene Zwischenfläche derzeit für Abstand zwischen den Gebäuden, Luftzirkulation und freie Blickachsen zum Meer. Sollte dort ein weiterer Wohnturm entstehen, könnte sich diese Situation deutlich verändern. Aus ihrer Sicht stehe die Werbebotschaft des Bauträgers damit im deutlichen Kontrast zu den möglichen Auswirkungen für die unmittelbare Nachbarschaft.

Nach Angaben der Eigentümergemeinschaft des Wongamat Garden Beach Resort Condominium wurde bereits ein Treffen mit dem Projektentwickler sowie Vertretern der angrenzenden Wohnanlagen organisiert, darunter Wongamat Tower, Wongamat Garden Beach, Park Beach und Silver Beach. Bei dem Treffen wurden alle bekannten Projektdetails vorgestellt.

Die Verwaltungen der betroffenen Condo-Anlagen kündigten an, die Projektunterlagen umfassend zu prüfen, Stellungnahmen vorzubereiten und sich aktiv an den Anhörungen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA) zu beteiligen, um die Interessen der Bewohner zu vertreten.

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Roman Knöpfel 24.03.26 18:20
@ Wofgang
Jetzt sind die Farangs nach Thailand gezogen, weil es nicht soviele Vorschriften und Einschränkungen gibt wie in Europa. Und jetzt beklagt man sich, weil diese nicht vorhandenen Vorschriften umgesetzt werden.
Verstehe wer es wolle, ich nicht.
Wolfgang 24.03.26 17:40
Schuld sind die Baugesetze in Thailand
In Deutschland gibt es - Gott sei Dank - Baugesetze für die Bebauung eines Grundstücks, wo Verschattung, Grenzabstände, Höhen, Gebäude-Grundfläche zu Bauland, usw. geregelt sind. In Thailand kann man sogar noch Kfz-Werkstätten ins Erdgeschoss des Hochhauses reinnehmen ....
Wolfgang 24.03.26 17:40
Das lange Grunstück erinnert mich an einen Witz: Frau schimpft ihren Mann aus, dass der immer so schlimm übertreibt. Nicht so schlimm, meintE er, tritt mir auf den Fuß, wenn ich wieder übertreibe! Nun sind sie wieder bei Freunden und er fängt an: "Waren kürzlich in China gewesen. Da war ein Krankenhaus. 1 km lang, 4 km breit und ...". Frau tritt ihm. " und ... äh ... 2 m hoch!"
Ein Betroffener 17.03.26 01:31
Es ist doch naiv zu glauben, dass das Grundstück nicht bebaut wird. Als direkt Betroffener, der vor 3 Jahren gekauft hat war es mir klar. Und natürlich hätte ich gerne noch ein paar Jahre mehr den unverbauten Blick genossen.
Ich würde gerne mal die bisherigen Kommentatoren in 4 Jahren ihre Kommentare vorhalten. Mir persönlich wäre es recht, wenn keiner hier mehr mietet, aber das wird nicht passieren. Und weil es 2 Bauruinen gibt wird auch nicht jedes neue Bauprojekt pleite gehen. Wie viele Hochhäuser sind gebaut worden, in denen fast alle Condos verkauft wurden?
Michel Maillet 17.03.26 01:20
@Fan
So ist es, pures Wunschdenken
Thailand Fan 16.03.26 18:50
Es geht zunächst darum, dass Superreiche investieren. Wenn drei von fünf Investments funktionieren, ist Geld verdient. Meerblick, Lage und Wiederverkaufswert sind irrelevant. Wer glaubt, sein Erspartes hier in ein Condo stecken zu können, hat sich selbst etwas vorgemacht, weil er an europäische Bauvorschriften glaubte. Wer nicht mal locker ne halbe Million als Fehlinvestition abschreiben kann, sollte (insbesondere hier) mieten, aber niemals kaufen.
Ps: Wann wird eigentlich endlich die Brache neben dem View Talay 6 in der Beach Road zugebaut? Die Bewohner der Südseite haben schon viel zu lange eine schöne Aussicht ...
Michel Maillet 16.03.26 15:00
@Klaus
Kommt drauf an! Wer aus Peking, Schanghai oder Hongkong kommt, braucht möglicherweise Betonwände vor dem Fenster um sich wie zuhause zu fühlen?
Dieter Kowalski 16.03.26 11:48
Ein altbekanntes Problem in Thailand.
Da wird einfach bis auf die Grundstücksgrenze gebaut, und das nicht nur im Großen, so wie bei den abgebildeten Condos. In diese kleine Lücke jedenfalls so ein Trumm reinbauen zu wollen, ist totaler Schwachsinn. Am Ende verlieren dabei alle ihre Mieter, und es ist dort wieder wie in den späten 90ern - fast totaler Leerstand.
Klaus 15.03.26 22:50
Zu "Überall anders, nur nicht bei mir"
Lieber Michael, das läßt sich leicht sagen, wenn man weit entfernt ist. Wenn man aber für den Lebensabend gespart und ein Condo mit Mehrblick (teuer) gekauft hat sieht man das anders. Plötzlich hast du 3 Jahre eine Baustelle vor Deinem Condo und anschließend hast du statt Mehrblick einen Blick auf andere Fenster und Balkone, wenn es gut läuft!
Ehrlich gesagt ich glaube das wird mal eine Bauruine was ja noch viel schlimmer wäre vor uns haben. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Käufer finden für Condos die so zwischen andere eingeklemmt sind. Irgendwann wird dann das Geld ausgehen und dem Projekt wird es gehen wie dem Waterfront Condo neben dem Bali Hai Pier
Sven Bode 15.03.26 22:50
Schein ein bewährtes Muster zu sein:
1. Condo mit Seeblick errichten
2. die Wohnungen entsprechend teuer verkaufen
3. vor dem Condo mit Seeblick ein noch höheres und teureres errichten
Jomtien Franky 15.03.26 22:20
Unglaublich!
Das gibt es nur in Texas! Hiess mal ein berühmter Song. Wie kann man denn ein solches Projekt genehmigen??? Als Bewohner der Nachhbarcondos würde ich mir sowas von verarscht vorkommen, das spottet jeder Beschreibung! Jetzt kommen 3 Jahre extremer Baulärm auf sie zu, und wenn es fertig ist, dann ist für viele der Ausblick weg. Mieter werden abspringen, ich habe da Erfahrung...
Ich hatte auch ein Condo der Firma Dusit, und dann wurde in der Nachbarschaft gebaut. Keine Mieteinnahmen mehr. Als dann die Dusits noch den Meerblick mit einem neuen Tower angefangen haben zu verbauen, habe ich schnell verkauft, bevor der Käufer die ersten Kräne sieht und doofe Fragen stellt...
Der Verkehr in Pattaya ist mittlerweile wirklich dicht, und trotzdem wird fröhlich gebaut. Diese Projektentwickler müssten gezwungen werden, die Strassen auszubauen, ansonsten keine Genehmigung. Sonst geht der Schuss mal nach hinten los, wohl dem, der neben einem Auto auch ein Motorrad hat...
Trotzdem gilt: Pattaya ist Alternativlos!
Michael R. 15.03.26 14:30
Überall anders, nur nicht bei mir!
Da feiert das St. Floriansprinzip bei den (alt)eingesessenen Condoeigentümern fröhliche Urständ.

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