Ford: Belastung von 1,5 Milliarden Dollar durch Trumps Zölle
DEARBORN: Der US-Autoriese Ford rechnet mit einer Milliardenbelastung durch die Importzölle von Präsident Donald Trump. Die Abgaben auf in die USA eingeführte Fahrzeuge und Autoteile dürften den bereinigten operativen Gewinn in diesem Jahr um rund 1,5 Milliarden Dollar drücken, wie Ford mitteilte. Unter Verweis auf die Ungewissheit über die weitere Entwicklung wagt der Konzern keine Prognosen mehr. Trump hatte Zölle von 25 Prozent auf importierte Autos und Bauteile verhängt.
Schweizer Bank zahlt in den USA Millionenstrafe
ZÜRICH: Weil die Schweizer Bank Credit Suisse illegale Geschäfte mit amerikanischen Steuerhinterziehern machte, muss die Schweizer Bank UBS nun eine Millionenstrafe an das US-Justizministerium zahlen. Die UBS selbst war in die illegalen Aktivitäten nicht involviert, sondern hat den Rechtsstreit durch die Übernahme der Rivalin Credit Suisse 2023 geerbt. Die außergerichtliche Einigung auf eine Zahlung von 511 Millionen Dollar zieht nun einen Schlussstrich darunter, wie die UBS am Montagabend mitteilte.
Firmenpleiten in Westeuropa auf höchstem Stand seit 2013
NEUSS: Deutlich mehr Firmenpleiten und der höchste Stand in Westeuropa seit 2013: Das ist die Insolvenzbilanz des vergangenen Jahres. 190.449 Fälle zählt die Auskunftei Creditreform - 12,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Und ein weiterer Anstieg zeichne sich ab. «Drei Jahre Stagnation und wirtschaftliche Flaute haben nicht nur Deutschland im Griff. Europa leidet insgesamt unter einer schwachen konjunkturellen Entwicklung», ordnet Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung ein.
Mittelstand gibt Standort Deutschland schlechte Noten
FRANKFURT/MAIN: Zu viel Bürokratie, zu hohe Energiekosten, Lücken in der Digitalisierung: Der Mittelstand gibt dem Standort Deutschland überwiegend schlechte Noten. In einer Forsa-Umfrage für die Commerzbank landet Europas größte Volkswirtschaft in einer Liste von Wirtschaftsnationen auf Platz 9 - hinter Italien und Vietnam. Gerade einmal zehn Prozent der 1.525 Unternehmen, die zwischen Mitte November und Mitte Februar befragt wurden, bewerten die Rahmenbedingungen in Deutschland als «sehr gut» oder «gut»
E-Autos legen bei Neuzulassungen um 54 Prozent zu
BERLIN: Die Nachfrage nach Elektroautos zieht wieder deutlich an. Allein im April wurden mehr als 45.500 reine Batterie-Pkw neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Das waren fast 54 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Nahezu jeder fünfte Neuwagen fuhr im vergangenen Monat elektrisch (18,8 Prozent). Das liegt vor allem an steigenden Rabatten für diese Antriebsart, von denen insbesondere gewerbliche Halter profitieren.
Merz' Scheitern im ersten Wahlgang belastet Dax
FRANKFURT/MAIN: Der Rückschlag für CDU-Chef Friedrich Merz bei der Kanzlerwahl hat am Dienstag auch einen Rücksetzer am Aktienmarkt ausgelöst. Der Dax rutschte schon kurz nach dem Auftakt ins Minus und verstärkte diese Bewegung nach der Merz-Pleite im ersten Wahlgang. Zuletzt büßte der Leitindex 1,1 Prozent auf 23.084 Punkte ein. Auch der EuroStoxx 50 war mit 0,7 Prozent ins Minus gerutscht.
Es geht um die Wurst beim Bundesverwaltungsgericht
LEIPZIG: Um die Wurst geht es vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig. Der 8. Senat beschäftigt sich mit der Frage, ob die nicht essbare Wursthülle und Verschlussclips zur Füllmenge von fertig verpackten Würsten zählen. Eine Entscheidung soll noch am Nachmittag verkündet werden. Im konkreten Fall hatte das Eichamt Nordrhein-Westfalen ein Verkaufsverbot für Leberwurst einer Produktionsfirma aus dem Kreis Warendorf verfügt, nachdem bei Stichproben einmal 2,3 und 2,6 Gramm zu wenig der Wurst festgestellt worden war. Auf der Verpackung war als Füllmenge 130 Gramm angegeben worden - Die Hülle und die Abbinder für die Wurstenden wurden dabei aber mitberechnet.
EU-Kommission: Verbot für sämtliche russischen Gasimporte
STRAßBURG: Die EU-Kommission will die Einfuhr von russischem Gas in die Europäische Union bis Ende 2027 vollständig verbieten. Im Juni sollen den Mitgliedsstaaten dafür konkrete Maßnahmen vorgelegt werden, wie aus einem in Straßburg vorgestellten Plan der Behörde für das Ende russischer Energieimporte hervorgeht. 2024 machten Gaslieferungen aus Russland Angaben der EU-Kommission zufolge knapp 19 Prozent aller Importe aus.
Marktforscher: Kaffee verliert junge Käufer
NÜRNBERG: Die Vorlieben junger Konsumenten haben Auswirkungen auf den Kaffeemarkt in Deutschland. Die Käuferreichweite für Kaffee hat von 88 Prozent im Jahr 2019 auf 85 Prozent 2024 abgenommen, wie aus Daten des Marktforschungsunternehmens YouGov hervorgeht. Der Wert gibt an, wie viel Prozent aller potenziellen Käufer eines Produkts dieses Produkt in einem bestimmten Zeitraum auch tatsächlich kaufen. Jüngere Konsumenten trinken der Erhebung zufolge weniger Kaffee oder bevorzugen den Konsum außer Haus.
Vodafone warnt Handykunden bei Betrugsanrufen
DÜSSELDORF: Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat ein Spam-Warnsystem eingeführt, mit dem Handynutzer vor Telefon-Abzocke geschützt werden sollen. Bekommt ein Vodafone-Kunde einen Anruf von einer dubiosen Nummer, so erscheint ab sofort die Anzeige «Vorsicht: Betrug möglich!» auf seinem Smartphone-Display, wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte. Der Kunde kann den Anruf zwar weiterhin annehmen, ist durch die Anzeige auf dem Display aber gewarnt.
Umfrage: Abhängigkeit von ausländischen KI-Anbietern zu hoch
BERLIN: Die Menschen in Deutschland nutzen immer häufiger und intensiver Anwendungen Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig steigt in der Bevölkerung die Angst vor einer Abhängigkeit von KI-Anbietern aus dem Ausland. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom hervor. 68 Prozent der Befragten sagen, dass Deutschland im Bereich KI zu stark von den USA und China abhängig sei. 60 Prozent wollen, dass Deutschland unabhängiger von US-amerikanischen KI-Unternehmen wird.
Paypal ermöglicht kontaktloses Bezahlen an der Ladenkasse
BERLIN: Paypal weitet sein Angebot in Deutschland auf das Bezahlen an der Ladenkasse aus. Ähnlich wie bei Apple Pay oder Google Pay wird man künftig mit einer Paypal-App auf dem Smartphone an einem Kassenterminal im Supermarkt, an der Tankstelle oder anderen Ladenkassen kontaktlos bezahlen können. Paypal werde in den kommenden Wochen seine erste kontaktlose mobile Wallet starten - mit Deutschland als weltweit erstem Markt, teilte das Unternehmen weiter mit.
Ländervergleich Gerechtigkeit: Deutschland auf Rang zehn
MÜNCHEN/KÖLN: Nordeuropa ist nach einer Studie des IW Köln in einem Vergleich 34 entwickelter Staaten die Weltregion, in der es am gerechtesten zugeht. In der neuen Ausgabe des «Gerechtigkeitsindex» belegen Norwegen, Schweden und Dänemark die ersten drei Plätze, gefolgt von Island und Finnland. Deutschland liegt in dem Vergleich hinter Österreich und vor der Schweiz auf Platz zehn, womit die deutschsprachigen Länder sehr nah beieinander im vorderen Mittelfeld rangieren.
Umweltverbände: Kein Flüssigerdgas mehr aus Russland kaufen
BERLIN: Umweltorganisationen aus Deutschland und der Ukraine verlangen die endgültige Abkehr von russischem Erdgas. In einem offenen Brief fordern sie den voraussichtlich künftigen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, sich gegen die indirekte Finanzierung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine durch den Kauf von Gas einzusetzen. Die Organisationen kritisieren, dass das bundeseigene Unternehmen Sefe, einst eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom, «Rekordmengen» an russischem Flüssigerdgas (LNG) für Europa beziehe.
Verteidiger fordern Freispruch im Prozess um VW-Dieselbetrug
BRAUNSCHWEIG: Im Strafprozess zur VW-Dieselaffäre gegen vier frühere Manager und Ingenieure wollen die Verteidiger eines Angeklagten einen Freispruch für ihren Mandanten erwirken. Diese Forderung kündigte das Anwälte-Team des früheren Leiters der Aggregate-Entwicklung bei VW im Braunschweiger Landgericht an. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft für den 59-Jährigen gefordert.
Audi steckt in der Krise
INGOLSTADT: Audi hängt in der Krise fest. Die VW-Tochter hat im ersten Quartal noch einmal deutlich weniger verdient als im bereits schwachen Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 630 Millionen Euro auf Ebene des Audi-Konzerns, zu dem neben der Kernmarke auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören. Das waren 14,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Eurokurs unverändert - EZB-Referenzkurs: 1,1343
FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist unverändert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1343 (Freitag: 1,1343) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8816 (0,8816) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85150 (0,85330) britische Pfund, 163,19 (163,93) japanische Yen und 0,9336 (0,9343) Schweizer Franken fest.
Brüssel legt Plan für Ende russischer Energieimporte vor
STRAßBURG: Gegen Energieträger wie Kohle und Öl aus Moskau gibt es Sanktionen, russisches Gas kommt aber weiter in der EU an. Die EU-Kommission startet einen neuen Anlauf für ein Ende der Abhängigkeit.
Die Europäische Kommission will an diesem Dienstag (15.30 Uhr) einen Fahrplan für den Stopp russischer Energieimporte vorlegen. Es wird erwartet, dass die Behörde verschiedene Maßnahmen vorschlägt - so könnte etwa ein Abschließen neuer Verträge für Gaslieferungen aus Russland untersagt werden. Auch könnten Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Unternehmen aus EU-Staaten bestehende Gaslieferverträge kündigen könnten, ohne Strafen zahlen zu müssen.
Unabhängigkeit von russischer Energie Priorität der EU
Eine Priorität der EU ist es, von fossilen Energien aus Russland unabhängig zu werden. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 erließ die EU weitgehende Einfuhrverbote für russische Energieträger wie Kohle und Öl. Gas aus Russland kommt aber weiter in die Staatengemeinschaft. 2024 machten Gaslieferungen aus Russland Angaben der EU-Kommission zufolge knapp 19 Prozent aller Importe aus.
Das bestehende Ziel der Staatengemeinschaft, bis 2027 kein Gas mehr aus Russland zu importieren, ist rechtlich nicht bindend.