Neues aus der Raumfahrt am Montag

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Ex-Raumfahrtchef Wörner: «Maurer-Mission bringt Deutschland voran»

HOUSTON: Ende Oktober fliegt Astronaut Matthias Maurer für sechs Monate ins All. Europas langjähriger Raumfahrtchef Jan Wörner rechnet mit großer Aufmerksamkeit in Deutschland - und setzt auf globale Zusammenarbeit.

Die bevorstehende Mission von Astronaut Matthias Maurer wird nach Einschätzung von Europas langjährigem Raumfahrtchef Jan Wörner auch die deutsche Weltraumforschung voranbringen. «Bei Experimenten an Bord der Internationalen Raumstation ISS ist Deutschland immer sehr aktiv, so dass auch bei dieser Mission wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden können», sagte Wörner der Deutschen Presse-Agentur. Der 67-Jährige leitete von 2015 bis Februar 2021 die Europäische Raumfahrtbehörde Esa in Paris.

Neben dem faktischen gebe es einen emotionalen Aspekt, sagte Wörner. «Wenn europäische Astronauten ins All fliegen, gibt es im jeweiligen Herkunftsland natürlich immer eine besondere Aufmerksamkeit. Das war bei allen Astronauten aus Deutschland so - und das kann man auch bei Matthias Maurer erwarten.» Maurer soll am 30. Oktober von den USA aus für etwa sechs Monate zur ISS fliegen. Der Saarländer wäre der zwölfte Deutsche im All und der vierte Deutsche auf dem Außenposten der Menschheit in rund 400 Kilometern Höhe.

Mit 51 Jahren wäre Maurer der älteste Deutsche bei einem Erstflug - für Wörner kein Problem. «Matthias ist fit und sehr gut vorbereitet. Der US-Amerikaner John Glenn war 77 bei seinem zweiten Flug. Wo ist das Problem?» Maurer sei ein ausgezeichneter Materialwissenschaftler und sehr guter Kommunikator. «Seine langjährige Erfahrung innerhalb der Esa ist ein weiterer positiver Aspekt», unterstrich Wörner.

Er hatte die Mission von Maurer und dessen französischen Kollegen Thomas Pesquet wesentlich mit vorbereitet. Ein Esa-Chef sollte aber stets die langfristige Entwicklung im Auge haben, sagte der jetzige Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. «Es freut mich, dass dieses Jahr zwei Esa-Astronauten die Chance auf einen ISS-Aufenthalt haben. Noch mehr freuen würde mich jedoch, wenn man aus den verschiedenen Mitgliedsstaaten die europäische und globale Dimension feiern würde», betonte der frühere Raumfahrtchef.

Raumfahrt könne irdische Probleme überbrücken. «Wir sollten diese Chance nutzen.» Als Esa-Chef habe er seine Überzeugung, dass er eine globale Zusammenarbeit in der Raumfahrt als richtigen Ansatz sehe, oftmals formuliert. Deshalb sei für ihn etwa die Frage, ob Amerikaner oder Chinesen als Nächstes auf dem Mond landen, nicht erstrangig. «Ich verstehe natürlich die Symbolkraft. Aber ich hoffe, dass der Mond viele Nationalitäten wird begrüßen können: in friedlicher Kooperation zur Erforschung unseres Trabanten.»

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