Neues aus der Raumfahrt am Freitag

Die chinesische Regierung startet die Raumsonde Shenzhou-12. Foto: epa/Roman Pilipey
Die chinesische Regierung startet die Raumsonde Shenzhou-12. Foto: epa/Roman Pilipey

Chinas Astronauten nach drei Monaten im All wieder auf der Erde

PEKING: Nach der bisher längsten bemannten Raumfahrtmission Chinas sind drei Astronauten wieder auf der Erde gelandet. Die Rückkehrkapsel des Raumschiffs «Shenzhou 12» (Magisches Schiff) wurde von einem großen Fallschirm abgebremst und setzte am Freitag schließlich in der Wüste Gobi im Norden Chinas auf, wie auf Live-Bildern des Staatssenders CCTV zu sehen war.

Die Astronauten Nie Haisheng, Liu Boming und Tang Hongbo waren am 17. Juni von der Erde gestartet und verbrachten drei Monate im All - ein Rekord für chinesische Raumfahrer.

Einen Großteil ihrer Reise verbrachten sie in der im Bau befindlichen Raumstation «Tiangong» (Himmelspalast), die bislang nur aus dem Modul «Tianhe» (Himmlische Harmonie) besteht und bis 2022 fertiggestellt sein soll. Bis dahin will China noch zwei jeweils gut 20 Tonnen schwere Labormodule ins All bringen. Die nächste Crew soll voraussichtlich im Oktober zur neuen Station aufbrechen. Vorher ist für kommende Woche ein weiterer Frachtflug mit Material geplant.


Für Marsexpedition: Forscher entwickeln Baustoff mit Blut und Urin

MANCHESTER: Blut ist dicker als Wasser. Das dürften sich auch Forscher der Universität Manchester gesagt haben, als sie nach einem möglichen Baumaterial auf der Marsoberfläche suchten. Herausgekommen ist ein Baustoff, der aus extraterrestrischem Staub und menschlichen Körperflüssigkeiten hergestellt wird. Die als Astrocrete bezeichnete Substanz hat demnach sogar eine höhere Druckfestigkeit als herkömmlicher Beton, wie es in der im Fachblatt «Materials Today Bio» veröffentlichten Studie heißt.

Auf die Idee kamen die Wissenschaftler, weil der Transport von Baumaterial bei einer künftigen bemannten Mission auf den Roten Planeten zu aufwendig werden dürfte. Sie hielten deshalb nach Rohstoffquellen vor Ort Ausschau - und wurden in den Körpern von Astronauten fündig. Benötigt wird dafür neben Marsstaub ein im Blut vorkommendes Protein (Humanalbumin) sowie Harnstoff, der im Urin, in Tränen oder im Schweiß enthalten ist.

Mit der Technik könne eine Crew von sechs Astronauten innerhalb eines rund zweijährigen Aufenthalts etwa 500 Kilogramm Astrocrete herstellen, hieß es in der Mitteilung der Uni Manchester. Werde er als eine Art Mörtel für Sandsäcke oder Ziegel aus reinem Marsstaub genutzt, reiche die von einem Astronauten ermöglichte Menge an Astrocrete aus, um die künftige Marskolonie um die Behausung für eine Person zu erweitern. Im Versuch hatte das Team zur Produktion von Astrocrete nachgebildeten Marsstaub verwendet.

Wissenschaftler hätten zuvor bereits versucht, funktionierende Technologien zu entwickeln, um betonartige Materialien auf der Marsoberfläche zu produzieren, sagte der an der Studie beteiligte Forscher Aled Roberts. Er fügte hinzu: «Aber wir kamen nie darauf, dass die Antwort die ganze Zeit in uns steckte.»

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