Neues aus der Raumfahrt am Donnerstag

Foto: Pixabay
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Deutsch-Französischer Medienpreis für Astronauten Maurer und Pesquet

BERLIN: Die Astronauten Matthias Maurer und Thomas Pesquet haben gemeinsam mit Europas Weltraumbehörde Esa den Deutsch-Französischen Medienpreis erhalten. Maurer und Esa-Chef Josef Aschbacher nahmen die Auszeichnung am Donnerstagabend in Berlin entgegen. Pesquet ist derzeit auf der internationalen Raumstation ISS. Maurer soll im Oktober dorthin fliegen. Ein schöneres Symbol für die deutsch-französische Zusammenarbeit als die beiden Astronauten gemeinsam auf der ISS könne es kaum geben, sagte der Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR), Martin Grasmück, bei der Preisverleihung.

Die Veranstalter wollen mit dem Preis die Bedeutung der Wissenschaft in der Gesellschaft hervorheben. Durch Interviews und Beiträge in den Medien trügen Maurer und Pesquet dazu bei, vielen Menschen wissenschaftliche Zusammenhänge näher zu bringen, hieß es in einer Mitteilung.

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) wird jährlich vergeben. Mit ihm werden Verdienste für die grenzüberschreitende Verständigung ausgezeichnet. Zu bisherigen Preisträgern gehören Jürgen Habermas, Volker Schlöndorff und Helmut Schmidt. Daneben werden herausragende journalistische Arbeiten in fünf Kategorien ausgezeichnet - die Preise sind jeweils mit 6000 Euro dotiert.

Der DFJP wurde 1983 vom Saarländischen Rundfunk ins Leben gerufen. Partner sind unter anderem das ZDF, Arte, Deutschlandradio, die «Saarbrücker Zeitung» sowie France Télévisions und Radio France.


Steinmeier besucht Weltraumzentrum und Erzbergwerk in Kiruna

KIRUNA: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am letzten Tag seines Staatsbesuchs in Schweden das Weltraumzentrum bei Kiruna besucht. Nahe der nördlichsten Stadt Schwedens starten seit Mitte der 60er Jahre Forschungsraketen und Stratosphärenballons in den Orbit. Sie erforschen heute unter anderem den Klimawandel. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nutzt den Weltraumbahnhof und bringt von dort aus Raketen mit Experimenten unter Schwerelosigkeit ins All. Mehrere deutsche Unternehmen wie Isar Aerospace aus München und Rocket Factory aus Augsburg sind dort aktiv.

Der Bundespräsident und seine Frau Elke Büdenbender hatten ihren Staatsbesuch am Dienstag begonnen. Wie bei den ersten beiden Tagen in Stockholm wurden sie auch in Kiruna von König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia begleitet. Die Stadt liegt 200 Kilometer nördlich des Polarkreises.

Die European Space and Sounding Rocket Range (Esrange) ist eine Art europäisches Cap Canaveral, wenn auch wesentlich kleiner. Vom kommenden Jahr an sollen von dort aus auch kleine Satelliten in den Weltraum geschossen werden. Esrange beherbergt eine der weltweit größten zivilen Satelliten-Bodenstationen. Die Bundeswehr nutzt sie zum Empfang satellitengestützter Aufklärungsbilder. Steinmeier und Büdenbender schauten sich Startrampen für Wetterballons und Raketen sowie einen Prüfstand für Raketentriebwerke von Isar Aerospace an.

Steinmeier schloss den Staatsbesuch vor dem Rückflug nach Deutschland mit einem Besuch im größten unterirdischen Eisenerzbergwerk der Welt in Kiruna ab. Dabei fuhren er und seine Frau 540 Meter tief in das Bergwerk ein. Weil sich durch den Erzabbau, der in einer Tiefe von 1300 Metern stattfindet, der Boden senkt, müssen Teile der Stadt umgesiedelt werden.


Europas Raumfahrtchef: Viel Weltall-Potenzial in Europa

KÖLN: Europas Raumfahrtchef Josef Aschbacher sieht viel Potenzial in Europa für die Nutzung und Erforschung des Weltalls. «Europa hat exzellente Technologie und gute Ingenieure, das ist ein sehr guter Ausgangspunkt», sagte der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur Esa am Donnerstag in Köln. Es gebe großen Bedarf an Weltraumaktivitäten, etwa für die Navigation und Telekommunikation, und in Bereichen wie Energie, Klima und Agrarwirtschaft.

«Wir dienen dem Alltagsbedarf der Menschen», betonte der Österreicher, der die Behörde seit März leitet. Die Esa habe eine sehr ambitionierte Agenda. In manchen Bereichen liege Europa aber zurück, hier müsse man zulegen. Das sei eine große Herausforderung. «Russland, USA, China, bald auch Indien. Es kann nicht sein, dass Europa nicht unter diesen Top-Playern ist», betonte Aschbacher.

Europas Raumfahrtchef sprach bei einer Pressekonferenz zur Mission des Esa-Astronauten Matthias Maurer. Der 51 Jahre alte Saarländer soll Ende Oktober von den USA aus mit drei Nasa-Astronauten für ein halbes Jahr zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Maurer wird dann der zwölfte Deutsche im All und der vierte Deutsche auf der ISS sein. Die Besatzung fliegt mit einem «Crew Dragon»-Raumschiff.

Walther Pelzer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) warb für die weitere Nutzung und Erforschung des Kosmos. «Wir machen Raumfahrt, um das Leben auf der Erde zu bessern», meinte Pelzer.


Rauch löst Alarm auf ISS aus

MOSKAU: Rauch hat in einem russischen Segment auf der Internationalen Raumstation ISS ein Alarmsignal ausgelöst. Während des automatischen Aufladens von Batterien sei in der Nacht zum Donnerstag um 03.55 MESZ im Modul «Swesda» («Stern») ein Rauchmelder angegangen, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Donnerstagvormittag mit.

In einem Livestream der US-Raumfahrtbehörde Nasa war außerdem zu hören, wie Kosmonaut Oleg Nowizki den Geruch von verbranntem Plastik schilderte. Der Geruch zog demnach bis in den amerikanischen Teil der ISS, die rund 400 Kilometer über der Erde fliegt.

Unklar war zunächst, woher Rauch und Geruch kamen. Um eine mögliche Rauchbelastung zu verhindern, wurde Roskosmos zufolge ein Filter zur Reinigung der Luft eingeschaltet. Später erklärte Kosmonaut Nowizki, eine Luftmessung habe keine Verunreinigung angezeigt. Alle Systeme funktionierten normal, die Besatzung konnte weiter ihrem Alltag nachgehen, versicherte Roskosmos.

Wie geplant traten die Kosmonauten Oleg Nowizki und Pjotr Dubrow einen Weltraumspaziergang an, wie das Raumfahrtunternehmen im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Dabei ging es um Arbeiten am neuen russischen Forschungsmodul «Nauka» (Wissenschaft).

«Dass auf der russischen Seite mal ein Rauchmelder losgeht, das ist nichts Neues», sagte der deutsche Raumfahrer Matthias Maurer, der Ende Oktober zur ISS fliegt, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Köln. Im Unterschied zur amerikanischen Seite der ISS funktioniere das System auf der russischen Seite etwas anders. «Dort kommt öfters mal Staub in die Optik, das sind optische Sensoren, und die erzeugen dann erst einmal einen Rauchalarm. Das ist noch kein Feueralarm.»

Die ISS-Besatzung sei für Extremsituationen wie Feuer, einen Druckverlust durch ein Leck oder Gift in der Atemluft natürlich ausgebildet, sagte Maurer.

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