Neues aus der Film-, Musik- und Promiwelt am Mittwoch

Foto: Pixabay
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Neun Autorinnen und fünf Autoren im Wettlesen um den Bachmann-Preis

KLAGENFURT: Das Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis wird dieses Jahr von Frauen dominiert. Neun Schriftstellerinen und fünf Schriftsteller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentieren von Donnerstag bis Samstag ihre Texte. Sie kämpfen um den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis und vier weitere Preise. Die Veranstaltung im österreichischen Klagenfurt findet das zweite Jahr in Folge im Hybrid-Format statt.

«Es werden mehr Autorinnen als früher eingeladen», sagte die deutsche Literaturkritikerin Insa Wilke, die seit einigen Jahren der Jury angehört und dieses Jahr Hubert Winkels als Vorsitzende ablöst. «Das Feld öffnet sich weiter und das ist gut», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Um den Dichterwettstreit in Zeiten der Pandemie sicher über die Bühne zu bringen, wurden die Lesungen vorab aufgezeichnet. Die Autorinnen und Autoren werden aber live nach Klagenfurt zugeschaltet, wo die Jury die Texte vor Ort bespricht. Am Sonntag werden die Gewinner bekanntgegeben. Der Hauptpreis ging vergangenes Jahr an die Schriftstellerin Helga Schubert (81), die zum zweiten Mal eingeladen wurde, nachdem ihr 1980 die Ausreise aus der DDR zum Wettbewerb nach Österreich nicht erlaubt worden war.


In Spendenzentrum entdecktes Bowie-Gemälde wird in Kanada versteigert

TORONTO: Ein zufällig in einem Spendenzentrum für Haushaltsgegenstände entdecktes Gemälde von Musik-Legende David Bowie (1947-2016) wird nun in Kanada versteigert. Ein Mann habe das bunte Gemälde, das einen Kopf im Profil zeigt, in dem Örtchen South River nördlich der Metropole Toronto gefunden und für umgerechnet etwa vier Euro gekauft, teilte das Auktionshaus Cowley Abbott mit.

Auf der Rückseite entdeckte der Käufer dann eine Unterschrift, die ihn an Bowie erinnerte. Er wandte sich an das Auktionshaus in Toronto. Gemeinsam mit Spezialisten habe man die Echtheit des Werkes bestätigen können, hieß es vom Auktionshaus. Der in London geborene Bowie, der sich neben der Musik immer wieder auch mit Malerei beschäftigte, habe das Gemälde wahrscheinlich Mitte der 90er Jahre angefertigt.

Bis zum 24. Juni können Interessierte nun im Internet mitsteigern. Der vom Auktionshaus erwartete Preis von bis zu 12.000 kanadischen Dollar (etwa 8000 Euro) wurde schon zu Beginn der Online-Auktion deutlich überboten.


Barenboim dirigiert Konzert für Opfer des Nahostkonflikts

BERLIN: Mit seinem «Konzert für Berlin» will Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin an die Opfer des Nahostkonflikts erinnern. «Ich halte sowohl die palästinensische als auch die israelische Staatsbürgerschaft und leide mit beiden Seiten in diesem Konflikt», erklärte Barenboim am Mittwoch. Bei dem Konzert in der Staatsoper Unter den Linden am 23. Juni spielt der 1997 in Nazareth geborene Geiger Yamen Saadi Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1. Auf dem Programm steht auch Beethovens Sinfonie Nr. 5. Die kostenlosen Karten werden über KulturLeben Berlin vergeben, einen Verein, der sozial benachteiligten Menschen den Zugang zur Kultur erleichtern will.

«Ich bin zutiefst betroffen über den jüngsten israelisch-palästinensischen Krieg, so wie ich über alle Kriege seit Beginn des Konfliktes 1948 sehr traurig und betroffen bin», erklärte Barenboim weiter. Bei dem Konflikt seien beide Völker zutiefst davon überzeugt, das Recht zu haben, auf dem gleichen kleinen Stück Land zu leben - am besten jeweils ohne den anderen. Als Palästinenser sei die Wahl von Yamen Saadi als Solist deswegen besonders stimmig: «Wir widmen es den Opfern des Krieges auf beiden Seiten», erklärte Barenboim über das Konzert.


(Die Meldung lief im Ressort Politik)

BERLIN: Dreieinhalb Monate vor der Bundestagswahl baut die Union nach einer Forsa-Umfrage ihren Vorsprung vor den Grünen weiter aus. Für CDU und CSU geht es in der Gunst der Wähler um einen Prozentpunkt aufwärts auf 28 Prozent, für die Grünen einen Punkt abwärts auf 21 Prozent, wie das am Mittwoch veröffentlichte RTL/ntv-Trendbarometer ergab. Auch bei der Kanzlerpräferenz rangiert CDU-Kandidat Armin Laschet nun vor der Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock. Er gewinnt drei Punkte, so dass sich im rein theoretischen Fall einer Direktwahl von Kanzlerin oder Kanzler 23 Prozent der Wahlberechtigten für ihn entscheiden würden. Baerbock verliert gegenüber der Vorwoche abermals einen Punkt und erreicht noch 20 Prozent - zwölf Punkte weniger als unmittelbar nach ihrer Nominierung als Kanzlerkandidatin. Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verliert einen Punkt und kommt auf 15 Prozent. 42 Prozent würden sich für keinen der drei entscheiden.


Russell Crowe baut Filmstudio in Australien - «Aussiewood»

COFFS HARBOUR: Der australische Filmstar Russell Crowe (57) will in seiner Heimat ein großes Filmstudio einrichten. Als Standort wurde Coffs Harbour im Osten Australiens ausgewählt, auf halber Strecke zwischen Sydney und der berühmten Gold Coast, wie es am Mittwoch bei der Präsentation hieß. Crowe lebt in der Nähe der Küstenstadt. «Seit einigen Jahren habe ich schon darüber nachgedacht, wie ich den Ort, an dem ich lebe, und meine Arbeit verbinden kann», sagte der Oscar-gekrönte Schauspieler («Gladiator») nach Angaben des Senders ABC. Den Plänen zufolge wird das Studio ganz in der Nähe des 4-Sterne Pacific Bay Resort gebaut, wo Filmcrews während der Dreharbeiten wohnen können. Down Under hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie zu einem beliebten Drehort für Filmprojekte aus aller Welt entwickelt, weil das Land das Virus so erfolgreich im Griff hat. In Anlehnung an Hollywood wird Australien bereits als «Aussiewood» betitelt.

Forsa-Umfrage: Laschet in Kanzlerpräferenz vor Baerbock vorn


Marx: «Hat Jesus Kinder geprügelt? Wohl kaum!»

MÜNCHEN: Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, will Fälle von Gewalt in katholischen Kinderheimen weiter aufarbeiten. «Können wir uns vorstellen, dass Jesus Kinder geprügelt hat? Wohl kaum!», sagte Marx laut Mitteilung vom Mittwoch zum 101-jährigen Bestehen des Landesverbands katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen in Bayern (LVkE). «Und doch ist es auch in unseren Einrichtungen geschehen.» Er forderte einen «nüchternen Blick in die Vergangenheit», der deutlich mache: «Die Aufarbeitung auch der dunklen Seiten unserer Geschichte ist nicht zu Ende.» Marx hatte vor dem Hintergrund des Skandals um tausendfachen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche am 21. Mai in einem Brief an den Vatikan seinen Amtsverzicht angeboten, den Papst Franziskus allerdings ablehnte.


(Foto - Archiv - Die Meldung lief im Ressort Kultur)

OBERAMMERGAU: Der Regisseur und Theaterintendant Christian Stückl sieht die katholische Kirche in die Bedeutungslosigkeit driften. «Selbst auf den Dörfern heraußen verliert die Kirche völlig an Substanz. Die Leute gehen nicht mehr in die Messe, sie treten aus der Kirche aus», sagte der Leiter der Oberammergauer Passionsspiele der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch). «Man hat die Kirche eigentlich innerlich schon abgeschrieben.» Er sagte zudem: «Kirche ist nicht mehr Teil unserer Gesellschaft.» Stückl, der nach eigenen Worten früher eifriger Kirchengänger war, sagte, es gebe nur noch wenige Priester. Manche hätten so große Pfarrverbände, dass sie keine richtige Seelsorge mehr betreiben könnten. Stückl wird die Passion 2022 zum vierten Mal inszenieren - wegen Corona zwei Jahre später als geplant.


Talkmaster Daniel Donskoy: Meine Mutter machte sich Sorgen um mich

BERLIN: Der Mutter von Daniel Donskoy war anfangs unwohl dabei, dass sich der Schauspieler politisch in der Öffentlichkeit äußert. «Da ist meine Mutter recht konservativ, wie viele aus der Sowjetunion - alles muss durchdacht sein, mach deinen Mund nicht zu weit auf», sagte der 31-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Das WDR Fernsehen zeigt ab Freitag nun auch im linearen Fernsehen seine Talkshow «Freitagnacht Jews», in der er als Gastgeber mit Gästen über modernes jüdisches Leben in Deutschland spricht. Der Schauspieler sieht seine Identität vielschichtig. «Dass ich jüdisch bin, ist ein Teil meiner Identität. Das habe ich mir nicht ausgesucht, deswegen bin ich weder stolz darauf, noch würde ich es verändern wollen.» Wie er sich als Jude fühle, hänge vom Kontext und der Umgebung ab.


Gräfin Sophie: Pandemie verlängert Trauerprozess um Prinz Philip

LONDON: Die Corona-Pandemie wirkt sich nach Ansicht von Gräfin Sophie auch auf die Trauer der britischen Königsfamilie um den im April gestorbenen Prinz Philip aus. «Immer wenn man normale Dinge macht, die man sonst mit ihnen gemacht hätte, realisiert man plötzlich, dass sie nicht mehr da sind, und man hat einen «Oh mein Gott»-Moment», sagte die Gräfin von Wessex (56) in einem am Mittwoch veröffentlichten BBC-Interview mit Blick auf jene Menschen, die gestorben sind. Der Herzog von Edinburgh, wie Prinz Philip mit offiziellem Titel hieß, war im April im Alter von 99 Jahren gestorben. Da die Corona-Situation noch immer viele Dinge erschwere, werde sich dieser Prozess wohl noch lange hinziehen. Die Ehefrau des jüngsten Sohns der Queen, Prinz Edward, bedauerte außerdem, dass die Familie wegen der Pandemie nicht so viel Zeit mit Queen Elizabeth II. verbringen könne, wie sie es gerne würde.


MacKenzie Scott spendet weitere Milliarden für gute Zwecke

LOS ANGELES: MacKenzie Scott, die Ex-Ehefrau von Amazon-Chef Jeff Bezos, hat nach eigenen Angaben eine weitere Milliardensumme für gemeinnütze Zwecke gespendet. Die rund 2,7 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) gehen an 286 Organisationen, die bislang «historisch unterfinanziert und übersehen geworden sind», wie die 51-Jährige am Dienstag (Ortszeit) auf der Online-Plattform «Medium» schrieb. Die ausgewählten Einrichtungen setzten sich unter anderem gegen Rassismus oder für Kultur und Bildung ein. Scott betonte, dass sie sich eine Verschiebung der öffentlichen Aufmerksamkeit zugunsten dieser Organisationen wünsche: «Große Spender ins Zentrum der Geschichten über sozialen Fortschritt zu stellen, ist eine Verzerrung ihrer Rolle.» Ihr eigenes Vermögen sei durch Systeme ermöglicht worden, die geändert werden müssen, erklärte Scott.

Passionsspiele-Leiter: Kirche wird «völlig bedeutungslos sein»

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