Neues aus der Film-, Musik- und Promiwelt am Dienstag

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Armani vermisst in der digitalen Welt die Gefühle

MAILAND: Modelegende Giorgio Armani hat seine Branche zum Auftakt der Modenschauen in Mailand aufgefordert, die Corona-Krise für einen echten Wandel zu nutzen. Es gehe darum, weniger zu machen und besser, sagte der 86-Jährige der Zeitung «La Repubblica» vom Dienstag. Während der Hochphase der Virus-Pandemie in Italien hatte er bereits an die Hersteller appelliert, das Tempo zu drosseln. Jetzt sagte der Designer, man dürfe «die harte Lektion dieser schrecklichen Monate» nicht vergessen und zu Normalität und Überfluss zurückkehren.

Armani betonte, dass digitale Shows für ihn kein Ersatz für glückliche Momente am Laufsteg seien: «Das Digitale ist ein kaltes, schnelles und ablenkendes Medium», sagte er. «Ich zeige seit 1975 Mode am Laufsteg, natürlich vermisse ich das: die Konfrontation mit dem Publikum, den Applaus, den Jubel.» Aber er wolle nicht in unnütze Nostalgie verfallen.

In der Hauptstadt der Lombardei läuft noch bis 28. September die Modemesse für Frühjahr und Sommer 2021. Dabei hoffen viele Marken auf einen Neustart in der Branche, die unter dem Corona-Lockdown gelitten hat. In Mailand stehen mehr als 60 Präsentationen für Frauen- und Männerkleidung an, darunter Namen wie Valentino, Laura Biagotti und Emilio Pucci. Es gibt Dutzende digitale Shows oder Filme, aber auch einige Live-Events, teils mit Übertragungen ins Netz oder auf Leinwände.


Bestattungsfahrrad verursacht Aufsehen (Fotos - aktuell und Video)

OLDENBURG: Der Oldenburger Künstler Michael Olsen möchte Verstorbenen mit dem Fahrrad das letzte Geleit geben. Der 60-Jährige hat aus ausrangierten Zustellrädern der Post ein Bestattungsfahrrad gebaut. Auf der Ladefläche des 3,80 Meter langen Lastenrades liegt ein leerer Kiefernsarg, wenn er damit durch Oldenburg radelt. «Ich will das stark verdrängte Thema Sterben in den Alltag zurückbringen. Und wo haben wir mehr Alltag als im Straßenverkehr?», sagt er. Die Reaktionen von Passanten seien kontrovers, die meisten aber positiv. In der Oldenburger Bestatterin Ellen Matzdorf hat er eine Unterstützerin gefunden, die den Fahrrad-Service künftig ihren Kunden mitanbieten möchte.


Volksmusik-Star Marianne Hartl besitzt 100 Dirndl

MÜNCHEN: Volksmusik-Star Marianne Hartl (67) ist großer Dirndl-Fan. «Das Dirndl ist ein Herzensöffner. Es macht jünger, unheimlich attraktiv, sieht anständig aus und ist absolut Kult», sagte die geborene Münchnerin der «Bild»-Zeitung. Seit Jahrzehnten steht das Volksmusik-Duo Marianne und Michael in Tracht auf der Bühne. «Ohne wäre ich nie so weit gekommen», meinte sie. Das Dirndl habe sie berühmt gemacht. 100 Dirndl und 50 Dirndl-Blusen habe sie im Schrank, sagte Hartl. Diese seien aber so altmodisch, dass man sie nicht mehr tragen könne. «Aber ich bringe es auch nicht übers Herz, mich von ihnen zu trennen», sagte Hartl der Zeitung. Mit 16 Jahren habe sie sich ihr erstes Dirndl selbst genäht. Mit 18 Jahren habe sie von ihrem Lehrgeld als Steuerfachgehilfin erstmals eine eigene Tracht gekauft.


Jan Fedders Ford Explorer bringt 61.201 Euro für den Michel

HAMBURG: Jan Fedders Ford Explorer und letzter «Großstadtrevier»-Wagen hat dem Hamburger Michel eine Spendensumme in Höhe von 61.201 Euro beschert. Für diese Summe wurde der Wagen am Dienstag beim Onlinedienst ebay-Charity versteigert. «Als ich hörte, dass der Michel durch Corona in Not ist und zur Aufrechterhaltung des Betriebes den Spendenaufruf «Rettungsringe für den Michel» gestartet hat, habe ich mich entschieden, zu helfen», hatte seine Witwe Marion Fedder die Auktion angekündigt. Der Wagen (Baujahr 1993) habe in Jan Fedders Leben eine große Rolle gespielt. Liebevoll der «Bronko» genannt, sei er nicht nur am Filmset des «Großstadtreviers», sondern auch privat sein Favorit gewesen.


Verdienstorden für Christian Drosten und Thomas Hitzlsperger

BERLIN: Der Virologe Christian Drosten, Ex-Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger und die Schauspielerin Sandra Hüller werden mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Außerdem ehrt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober 13 weitere Bürgerinnen und Bürger. «Die sieben Frauen und acht Männer haben sich durch außerordentliche Leistungen verdient gemacht: Sie helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen, fördern das Zusammenwachsen von Ost und West und tragen dazu bei, Vorurteile in unserer Gesellschaft abzubauen», teilte das Bundespräsidialamt am Dienstag mit.


Jonas Kaufmann: Streaming-Konzerte haben schalen Beigeschmack

WIEN: Startenor Jonas Kaufmann kann dem in der Corona-Krise etablierten Streaming von Opern oder Konzerten ohne Publikum vor Ort höchstens als Notlösung etwas abgewinnen. «Ich habe es begrüßt, dass man das überall gemacht hat. Man hat einen Weg gesucht, das Publikum zu finden. Aber das war's jetzt auch», sagte der 51-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Wien. Die Magie, die zwischen Zuhörer und Künstler in einem Raum entstehe, bleibe über den Bildschirm im leeren Raum für beide Seiten auf der Strecke - etablierte Formate wie die Live-Übertragung mit Publikum ausgenommen.


Miniserie über Karl Lagerfeld geplant

BERLIN: Die Berliner Produktionsfirma Ziegler Film plant eine Miniserie über Modedesigner Karl Lagerfeld. «Im Mittelpunkt der Serie werden Lagerfelds Anfänge als Assistent von Pierre Balmain in Paris sowie seine intensive Freundschaft mit Yves Saint Laurent stehen, die sich im Laufe der Jahre zur beruflichen und vor allem persönlichen Rivalität wandelt», hieß es in der Ankündigung. Es geht demnach um Lagerfelds beispiellose Karriere und auch die emotionale Achterbahnfahrt in der Beziehung zu seinem langjährigen Lebensgefährten Jacques de Bascher.


Cathy Hummels über Depressionen: «Ich hatte mein Lachen verloren»

MÜNCHEN: Die Influencerin Cathy Hummels litt nach eigenen Angaben immer wieder an Depressionen. Das schreibt die 32 Jahre alte Ehefrau von Fußballstar Mats Hummels in ihrem Buch «Mein Umweg zum Glück», das an diesem Donnerstag erscheint. «Ich war antriebslos, konnte an nichts mehr Freude finden, war traurig und weinte sehr viel. Ohne dass es einen konkreten Grund für diese Traurigkeit gegeben hätte, sie war einfach da, und ich schaffte es nicht, mich ihr zu entziehen», schreibt Hummels in der Biografie. «Ich hatte mein Lachen verloren.» In dem Buch schreibt sie auch darüber, wie schwer es ihr gefallen sei, die heftige Kritik an ihrer Kolumne für die «Bild»-Zeitung wegzustecken. «Die Öffentlichkeit trat mich damals mit Füßen, inklusive Stollen unterm Schuh. Diese Phase zu überstehen, hat mich stärker gemacht», heißt es in dem Buch.


Jonas Kaufmann: Streaming-Konzerte haben schalen Beigeschmack

WIEN: Startenor Jonas Kaufmann kann dem in der Corona-Krise etablierten Streaming von Opern oder Konzerten ohne Publikum vor Ort höchstens als Notlösung etwas abgewinnen. «Ich habe es begrüßt, dass man das überall gemacht hat. Man hat einen Weg gesucht, das Publikum zu finden. Aber das war's jetzt auch», sagte der 51-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Wien. Die Magie, die zwischen Zuhörer und Künstler in einem Raum entstehe, bleibe über den Bildschirm im leeren Raum für beide Seiten auf der Strecke - etablierte Formate wie die Live-Übertragung mit Publikum ausgenommen.

Im Juli eröffnete Kaufmann das Livestream-Programm der New Yorker Metropolitan Opera mit einem Geister-Konzert aus dem bayerischen Kloster Polling. «Es hat einen sehr schalen Beigeschmack, wenn man einfach in den Raum hinein singt, ohne dass es irgendwas bewirkt, ohne dass es irgendwo heraus hallt», beschreibt er. Reaktionen online seien nicht das Gleiche wie Applaus des Publikums.

Ab dem 27. September steht Jonas Kaufmann in Verdis «Don Carlos» in an der Wiener Staatsoper auf der Bühne. Anfang des Monats erschien sein Kammermusik-Album «Selige Stunde», das er mit Pianist Helmut Deutsch während des Lockdowns zuhause aufgenommen hat.


Polt und Well-Brüder spielen mit Dreifach-Auftritt gegen Corona an

MÜNCHEN: Gerhard Polt und die Well-Brüder reagieren mit einem Dreifachauftritt auf die Corona-Beschränkungen. Im schwäbischen Gersthofen werden sie am 18. Oktober bei ihrer Tournee drei Mal hintereinander spielen - um 11.00 Uhr, um 15.00 Uhr und um 19.00 Uhr. Denn gerade weil die Vorstellung längst ausverkauft war, wäre sie sonst womöglich geplatzt.

«Wir haben gesagt, in Gersthofen wollen wir spielen - aber es ist ausverkauft - 900 Leute», sagt Polt. In Corona-Zeiten nicht möglich. «Wenn alle ihre Karten zurückgeben, ist der Veranstalter pleite. Also haben wir gesagt, dann machen wir es so, dass wir drei Mal spielen - für 300 Leute.» Mit Pausen. «Dazwischen müssen sie mindestens zwei Stunden desinfizieren.»

Die Tournee soll am 11. Oktober in Wien beginnen. «Die Termine stehen, die Tickets sind verkauft. Aber man weiß nicht, wie es weitergeht», sagt Polt. Viele Auftritte und Projekte seien bereits verschoben worden. «Von Frühling auf Sommer, und vom Sommer auf den Herbst - und vom Herbst dann gleich auf nächstes Jahr.» Das in den Kammerspielen für dieses Jahr geplante Stück «A scheene Leich» werde es voraussichtlich erst 2022 geben, sagt Christoph («Stofferl») Well. Polt: «Ich seh der Sache ganz ruhig entgegen - ich bin ja erst 78.»

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